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Urban Attack

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Urban Attack

Testdatum:
9. Januar 2007
Redakteur:
Simon Weiß
Hersteller:
Vivendi Games Mobile
 

Manchmal gibt es sie noch: Spiele, die wie echte Kunst aussehen. Urban Attack gehört zweifelsfrei zu dieser seltenen Spezies. Aber spielt es sich auch so?

Bewertung:

87%
Leserwertung:Leser: 100%
Gameplay:
9/10
Grafik:
9/10
Sound:
6/10
Umfang:
8/10
Multiplayer:
0/10
 
 

Urban Attack Screenshots

  • Screenshot: Urban Attack
    Screenshot: Urban Attack
  • Screenshot: Urban Attack
    Screenshot: Urban Attack
  • Screenshot: Urban Attack
    Screenshot: Urban Attack
 
Vorteile:
  • ungewöhnliche, stilvolle Präsentation
  • spannende Story
  • eingängige Steuerung
 
Nachteile:
  • keine Soundeffekte
  • hoher Schwierigkeitsgrad
 

Review

Düstere Aussichten: Im Jahr 2014 hat die russische Mafia durch einen Militärputsch die Regierung übernommen. Immer wieder tauchen seitdem Berichte auf, nach denen überall im Land hochintelligente Kinder einfach verschwinden. Was die Bevölkerung nicht weiß: Die Sprösslinge werden in einem geheimen Militärprojekt zu Supersoldaten herangezüchtet und mit Spionageeinsätzen auf dem gesamten Erdball beauftragt. Urban Attack erzählt die Geschichte eines dieser Kinder, das auf den Namen Yuri hört und mittlerweile zu einem grimmigen und gehorsamen Mann herangewachsen ist. Sie haben es sicher bereits erraten: Sie als Spieler müssen Yuri bei der Erfüllung seiner gefährlichen und moralisch höchst fragwürdigen Aufgaben helfen, die er von seinen geheimnisvollen Vorgesetzten erhält.

Die Story ist wirklich gelungen, besonders da die Motive hinter den Aufträgen lange Zeit schleierhaft sind. Im Laufe des Spiels bekommt der Spieler immer nur kleine Häppchen vorgeworfen, die das geheimnisvolle Wesen des Yuri nach und nach entschlüsseln. Der Protagonist macht zudem eine Entwicklung vom hirnlosen Befehlsempfänger zum denkenden Individuum durch, die wohl auch eine Form der Sozialkritik der Entwickler darstellen soll. Zuviel wollen wir natürlich nicht verraten, denn das „Was hat es damit auf sich?“-Gefühl hat den Löwenanteil an der Motivation, die einen das Spiel beenden lässt, ohne dass Langeweile aufkommt.

Was nach dem Start von Urban Attack sofort auffällt, ist die ungewöhnliche Optik des Titels. Umgebung und Gegner kommen in einer stilvollen Mischung aus Vektorgrafik und Cell-Shading Look daher. Obwohl die Schauplätze meist nur in schwarz und weiß gehalten sind – nur die Gegner und einige Objekte werden farbig dargestellt – schafft der Titel doch eine dichte Atmosphäre, die mancher Konkurrent auch mit aufwändiger 3D-Optik nicht auf den Schirm zaubern kann. Das Spiel zeichnet eine abstrakte, kalte und moderne Welt, wie man sie sich in der technisierten Zukunft gut vorstellen kann.

Screenshot: Urban Attack
Screenshot: Urban Attack

Das Gameplay lässt sich am ehesten mit Shootern wie Time Crisis vergleichen: Wie auf Schienen bewegt sich Yuri selbstständig durch die Level, sie müssen lediglich blitzschnell die auftauchenden Gegner ausschalten. Dazu ist der Bildschirm in neun Quadrate aufgeteilt, wobei jedes Quadrat einer Zifferntaste zugeordnet ist: Taucht links oben ein Feind auf, drückt man also die 1, erscheint er rechts in der Mitte hämmern sie auf die 6 und so weiter. Für ausreichend Munition ist gesorgt, sie müssen lediglich mit der 0 manuell nachladen. Zum Glück haben die Entwickler aber auf Abwechslung geachtet und einige Elemente eingebaut, die das Verknoten der Finger unterbrechen: Zunächst darf Yuri auf verschiedene Waffen zurückgreifen und so seinen Gegnern auch mit einer Gatling-Gun oder einem Scharfschützengewehr zu Leibe rücken. Besonders letzteres gefällt durch einen echten Zoommodus. Sniper-Missionen, in denen man mit den feindlichen Scharfschützen Katz und Maus spielt, tauchen immer wieder zwischendurch auf und entspannen das hektische Spielgeschehen etwas. In einigen Levels dürfen sie auch selbst die Kontrolle über Yuri übernehmen: Wie in einem klassischen Rollenspiel müssen sie ihr Alter Ego dabei schrittweise durch ein Labyrinth schleusen oder in einem außer Kontrolle geratenen Zug die Weichen richtig stellen, um keinen Crash zu verursachen.

Immer wieder werden sie auch dazu aufgefordert, kleine Minispiele zu bewältigen um beispielsweise Schlösser zu knacken. Hier werden mit Kombinationsrätseln die grauen Zellen oft ganz schön gefordert.
Zusätzlich gilt es am Ende jedes Levels meist einen Bossgegner zu besiegen, wobei viele ohne taktisches Vorgehen kaum zu knacken sind. Generell ist der Schwierigkeitsgrad bei Urban Attack ziemlich gesalzen: Nach den ersten paar Levels zieht das Spiel dermaßen an, dass ihnen bald die Daumen glühen. Unfair wird der Titel aber nie: Auch wenn es keine Medipacks oder Munition in den einzelnen Levels gibt, sind ihre Ressourcen doch sehr großzügig ausgefallen. Faire Rücksetzpunkte lassen auch bei einem plötzlichen Ableben keinen Frust aufkommen.

Technisch ist der Shooter leider etwas durchwachsen: Auf der einen Seite sorgt die stilvolle Grafik für ein wohliges Grinsen, und auch die Steuerung funktioniert einwandfrei und sehr intuitiv. Leider haben die Entwickler aber beim Sound ziemlich gespart: Die Musik ist zwar stimmungsvoll und passend gewählt, wirkt in manchen Passagen aber eher störend. Wesentlich dramatischer ist aber das komplette Fehlen von Soundeffekten. Keine Schussgeräusche, kein Nachladen, keine akustische Rückmeldung der Gegner bei Treffern. Einfach nichts. Das führt leider immer wieder dazu, dass man sekundenlang auf einen Gegner schießt bis man merkt, dass das Magazin längst aufgebraucht ist. Zudem hat Yuris Interface zwar in der rechten, oberen Ecke eine Statusanzeige für seinen Kampfanzug, leider bemerkt man so gut wie nie, wenn man selbst getroffen wird: Plötzlich erscheint einfach der „Game Over“-Bildschirm, und das Spiel startet am letzten Checkpoint. Sicherlich sind die Einsparungen ein Tribut an die stattliche Downloadgröße des Spiels, die auch ohne Soundeffekte bereits mehr als einen MB beträgt. Dennoch hat Vivendi Games Mobile hier am falschen Ende gespart, wie wir finden.

Fazit

Urban Attack ragt aus der Masse hervor: Das war schon vor dem Release klar, als die ersten Screenshots im Netz auftauchten. Das fertige Spiel weiß ebenso zu begeistern und schafft mit Hilfe der ungewöhnlichen Präsentation, der spannenden Story und der nahezu perfekten Steuerung ein intensives Spielerlebnis, das den Ankündigungen im Vorfeld in nichts nachsteht: Kein Action-Fan sollte diesen Titel verpassen. Für einen Nachfolger wünschen wir uns aber ein paar Soundeffekte, die das Spielerlebnis komplettieren würden.

Kommentare

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Lukas - 22. 04. 2010 - 21:24 Uhr
Unregistriert

Vielen Dank, wirklich eine Super, ausführliche Beschreibung mit sogar screenshots!! Top! Super Site!! Danke!

 
NetzSchwinger - 30. 06. 2008 - 22:17 Uhr
Unregistriert

Also, ich bin (eigentlich) auch begeistert von dem Spiel! Ich hab' am Computer nie viel gespielt schon gar keine EgoShooter (auch wenn das wohl kein klassischer EgoShooter ist, streift er für mich doch ein wenig diese Kategorie). Allerdings bin ich inzwischen ziemlich gefrustet, weil ich über einen der (oben so genannten) "Bossgegener" einfach nicht hinwegkome & das Spiel inzwischen ungefär 20 Mal neu gestartet habe, in der Hoffnung irgendwann mal ausreichend unbeschädigt zu diesem Level zu kommen, nur um dann wieder am gleichen Gegener zu scheitern. Oben in der Rezension heißt es zwar, dass diese Bossgegner´"kaum ohne Taktik" zu besiegen sind, allerdings fällt es mir schwer, hier auch nur Möglichkeiten für eine irgendwie geartete Taktik zu erkennen... Fazit: Eigentlich sehr cooles Spiel - vor allem optisch! Da aber (zumindest "Anfänger" wie ich) anscheinend keinerlei Chance haben, es durchzuspielen, leidet der Gesamtfaktor ziemlich...

 

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