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Praxistest: Sony Ericsson W760i

 

Praxistest: Sony Ericsson W760i

Datum:
22. 01. 2009
Redakteur:
Andreas Seeger
 

Das W760i ist das erste Walkman-Handy von Sony Ericsson mit GPS. Ob der Slider damit entscheidende Punkte holen kann? Wir haben das Handy ausführlich getestet.

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Design / Verarbeitung

Als Walkman-Handy liegen dem W760i selbstverständlich hochwertige Kopfhörer bei. Einen 3,5-Millimeter Klinkenanschluss findet man aber nicht am Handy, sondern nur am Headset-Adapter. Der wirkt edel - zumindest an einem Ende, am anderen Ende graust es einem wieder vor dem riesigen Fastport-Stecker. Im Vergleich mit den Mini- oder MicroUSB-Anschlüssen der Konkurrenz nimmt Sony Ericssons Variante hier mindestens den siebenfachen Platz in Anspruch.

Praxistest: Sony Ericsson W760i
Praxistest: Sony Ericsson W760i

Mit einer Tiefe von 15 Millimetern ist das W760i außerordentlich dick geworden. Deutlich wird das, wenn man das U900 Soul (13 Millimeter) von Samsung oder das KF750 Secret von LG (12 Millimeter) daneben legt. Der Walkman-Slider wirkt sehr klobig und beult die Hemdtasche aus. Materialien veredeln das W760i kaum. Im Gegenteil: Sony Ericsson spart gnadenlos und verwendet nur Kunststoff für das Gehäuse. Ob sich der Hersteller damit gegen die Edelmetall-Handys von LG und Samsung behaupten wird, darf bezweifelt werden. Auch wenn das Billig-Gehäuse von glänzendem Metallic-Lack überzogen wurde, wird man das Gefühl nicht los, ein Handy vom Wühltisch in der Hand zu halten. Wer's bunter mag, kann sich nach der "Fancy Red"-Variante umsehen oder - etwas mehr Budget vorausgesetzt - auf die schrille MTV-Edition zurück greifen. Doch egal, wie dick man das Musik-Handy anmalt: edler wird es dadurch nicht. Immerhin muss man sich keine Sorgen über Fingerabdrücke machen.

Praxistest: Sony Ericsson W760i
Praxistest: Sony Ericsson W760i

Das Display löst auf einer Diagonale von 2,2 Zoll 240x320 Pixel auf und stellt maximal 262.000 Farben dar. Das ist nicht mehr als gutes Mittelmaß. Vor allem Nokia-Displays sind meistens größer und stellen 16 Millionen Farben dar. Kontrast und Leuchtstärke des W760i-Displays sind aber sehr gut. Schriftarten, Icons und die mit Flash animierten Menüs wirken gestochen scharf und angenehm lebendig. Im Gegenlicht verschleiern nur wenig Reflexionen die Darstellung, da das Display halb entspiegelt wurde. Mit einem lauten Klack offenbart der Slider den großzügig bemessenen Ziffernblock. Menschen mit größeren Fingern dürften hier eigentlich kaum Platznot haben. An der obersten Reihe mit Zifferntasten geht es aber für alle Daumen eng zu. Noch umständlicher ist das Tippen, weil die oberen Tasten im Gegensatz zu den unteren Tasten extrem leichte Druckpunkte haben. Auch die Materialwahl ist nicht optimal. Das leicht aufgerauhte Plastik fühlt sich billig an und gibt an unterschiedlichen Stellen nach.

Ausstattung

Praxistest: Sony Ericsson W760i
Praxistest: Sony Ericsson W760i

Mit der 1 Gigabyte großen M2-Karte gibt's schon mal genug Platz für die mobile Unterhaltung. In der Musikbibliothek geht die Übersicht auch bei mehreren 100 Songs nicht verloren. Neben den üblichen Einteilungen in Interpret oder Genre bindet die Benutzeroberfläche auch Podcasts und Hörbücher ein. Podcasts lassen sich allerdings nur auf dem PC verwalten und aktualisieren. Musikstücke werden mittels SenseMe analysiert und Stimmungen und Geschwindigkeiten zugeordnet. Danach entscheidet der Nutzer mit einem Auswahlkreis über der Stimmungslandschaft, ob er traurige oder doch lieber positive Musik hören möchte. Die wichtigsten Funktionen zur Steuerung des Players sind in den Steuerring unter dem Display integriert. Auch die Verwendung von Shake Control ist möglich. Bei gedrückter Walkmantaste verändert sich die Lautstärke durch den vertikalen Neigungswinkel. Streckt man seine Hand langsam nach vorne, wird die Musik leiser, kommt das W760i in die Senkrechte, dreht es voll auf. Das funktioniert auch bei gesperrten Tasten. Der Sound des W760i ist auch mit den Fingern spürbar bei der Bedienung der Steuertasten, da sich die Stereolautsprecher direkt neben dem Steuerkreuz unter den Ruftasten befinden. Die bringen das W760i zwar zum Rocken, bzw. Wackeln und Vibrieren, doch die Maximallautstärke übertönt vergleichbare Geräte nicht. Die Soundqualität - ob über Lautsprecher oder Kopfhörer - ist aber brillant und liefert beeindruckend transparente Höhen. Wer noch am Sound tüfteln möchte, kann mit dem Equalizer noch einiges aus dem Ton rausholen. Das Radio empfängt RDS-Infos wie Sendernamen und Alternativfrequenzen (AF) zum Sender über die Headset-Antenne. Radio oder Player laufen auch in Hintergrund weiter.

Praxistest: Sony Ericsson W760i
Praxistest: Sony Ericsson W760i

Beim Fotografieren wird sehr schnell deutlich, dass die W760i-Kamera allenfalls für einfachste Schnappschüsse taugt. Sie knipst zwar mit einer Auflösung von 3,2 Megapixeln, verfügt aber weder über Blitzlicht, noch über Autofokus. Viel spannender als die Qualität der W760i-Fotos ist die Möglichkeit, sich später auf der Karte anzuschauen, wo sie geknipst wurden. Dazu werden die Fotos mit GPS-Positionsdaten versehen. Schnappschüsse gelingen so allerdings nicht, man muss solange warten, bis der GPS-Fix erfolgt. In der Regel dauert das 1-2 Minuten, ein entsprechendes Satelliten-Symbol in der Kameravorschau signalisiert dem Nutzer, ob das Handy die eigene Position erfolgreich bestimmt hat. In der Bildergalerie genügt dann ein Klick auf den Menüpunkt "Auf Karte zeigen" und der Entstehungsort des Fotos wird in auf den Meter genau angezeigt.

Praxistest: Sony Ericsson W760i
Praxistest: Sony Ericsson W760i

Beim Browsen im Internet schöpft das W760i die volle HSDPA-Bandbreite aus. Das originalgetreue Rendern von Seiten bereitet dem Browser aber Schwierigkeiten. Textfelder rutschen ineinander, manche Webseiten werden gar nicht angezeigt. Wenn der Email-Assistent die Server-Einstellungen des Anbieters automatisch findet, ist lediglich Kontoname und Passwort erforderlich. Über das POP3- oder IMAP4-Protokoll werden die Mails und Ordner abgerufen. Wie viele Kilobyte pro Mail auf dem W760i landen sollen und in welchem Intervall der Posteingang aktuell gehalten wird, legt man in den Optionen fest. Leider passen nur vier Mails samt Betreffzeile gleichzeitig auf den Bildschirm. Das war schon beim W910i zu wenig und ist es auch hier. Wer eine Erinnerungshilfe für Geburtstage und wichtige Terminen braucht, für den ist der Kalender völlig ausreichend. Ziemlich simpel gestaltet sich die Monatsansicht. Das Wochenende wird blau und rot angezeigt, Urlaubstage sind ebenfalls rot eingefärbt. Tage, an denen Termine stattfinden, erscheinen in Fettschrift. Die Applikation weist auf sich überschneidende Termine hin. Ist dies so beabsichtigt, werden die Termine in der Wochenansicht übersichtlich nebeneinander angezeigt.

Telefonieren kann man mit dem W760i als Quadband-Handy weltweit. Für breitbandige Datenverbindungen ist HSDPA mit 3,6 Megabit pro Sekunde vorgesehen. Auch wenn der Browser nichts taugt, so bringt das Handy wenigstens einen Laptop überall ins Netz. Je nach Provider ist der Download bis zu 450 Kilobyte in der Sekunde schnell. Einzig WLAN vermisst man, was aber für die mittlere Preisklasse nicht ungewöhnlich ist. Im nahen Umfeld verlässt sich Sony Ericsson auf USB und Bluetooth. So schnell haben wir die USB-Verbindung zu einem Handy selten empfunden; innerhalb von 10 Sekunden wanderte ein komplettes Album im Massenspeichermodus auf die Speicherkarte. Ein weiterer Modi dient zum Anschluss an die PC Suite, der MTP-Modus zur DRM-Synchronisierung. Sony Ericssons PC Suite ist sehr nutzerfreundlich. Mit einfachen "So geht's"-Erklärungen, dezenten Popups und klarer Symbolsprache wird dem Nutzer behutsam Sinn und Zweck erklärt. Ob Synchronisation mit Outlook, Backup, Update-Funktionen oder Einsicht in den Inhalt des Handyspeichers, alles lässt sich in der einfach gestalteten Benutzeroberfläche ohne Probleme bewerkstelligen. Über eine SyncML-Schnittstelle gleicht das W760i auch mit externen Servern PIM-Daten ab.

Praxistest: Sony Ericsson W760i
Praxistest: Sony Ericsson W760i

Im JBenchmark lasst das W760i die Muskeln spielen. 816 Punkte sind ein gutes Ergebnis für ein Modell in dieser Preisklasse. Noch mehr fällt ins Gewicht, dass sich der Grafikchip auch bei höchsten Anforderungen nicht ins Stottern bringen lässt. High Quality 3D-Rendering schafft der Slider mit bis zu 15 Bildern pro Sekunde so schnell wie kaum ein anderes vorher getestetes Gerät. Das W960 entpuppt sich damit als waschechtes Gamer-Handy. Unter dem Menüpunkt "Anwendungen" findet man aber nicht nur Spiele, sondern auch die Navi-Software Wayfinder. Schon nach wenigen Augenblicken ist die Nutzung über eine SMS freigeschaltet. Drei Monate lang freut sich der Nutzer über die freie Nutzung, bis er dann zur Kasse gebeten wird. Die Vollversion kostet 70 Euro. Da das Programm die Kartendaten wie Google Maps über das Mobilfunknetz bezieht, sollte man allerdings aufpassen. Wer seinen Datentarif nicht strapazieren möchte, wechselt von der 3D- in die reine Navigationsansicht, bei der die Karte ausgeblendet wird und lediglich die bildschirmfüllenden Richtungsanweisungen zu sehen sind. Als GPS-Zusatzanwendung findet sich auf dem Slider auch ein Fitness-Programm, das Route, Geschwindigkeit und zurückgelegte Wegstrecke aufzeichnet und zum Beispiel in Energieverbrauch umrechnet.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Die Hardware hat genügend Ressourcen, um alle Menüs inklusive Multitasking flüssig darzustellen. Mit der Extrataste für den Player und den Richtungstasten gelangt der Nutzer zu den wichtigsten Funktionen, mit der Nach-Unten-Taste zum Beispiel zu den Kontakten. Die Tastenbelegung wird in den Einstellungen zum Display geändert. Dort kann man auch ein Hintergrundbild oder das Aussehen des Hauptmenüs festlegen. Mit Einzelsymbolen oder rotierenden Icons kommt aber nach unserer Ansicht eher Verwirrung auf, das 3x4 Raster bietet da mehr Übersicht. Für Abwechslung sorgen auch die 5 bunten Themes, die auf dem W760i vorinstalliert sind. Sie entpuppen sich allesamt als echte Hingucker, weil sie eine schreiend bunte Optik bieten und flüssig animiert sind.

Praxistest: Sony Ericsson W760i
Praxistest: Sony Ericsson W760i

Ganz im Gegensatz zu den Lautsprechern wird der Nutzer am Ohr mit tiefen Frequenzen verwöhnt. Der Gesprächspartner wirkt dadurch präsenter. Nur die Höhen fehlen leider, daher klingt das W760i beim Telefonieren immer etwas dumpf. Bei höchster Lautstärke ist das Signal dann zwar sehr laut, aber nicht unbedingt verständlicher. Die Empfangsanzeige reagiert ausgesprochen nervös und schwankt ständig. Sie verändert sich so oft, dass man fast erstaunt ist, keine Aussetzer oder ähnliches zu vernehmen. Größere Städte oder andere Orte mit ausreichend Netzabdeckung sind für das W760i die beste Voraussetzung. Den Einsatz von HSDPA, GPS, Video- und Musikplayer mus das Handy mit einem 930-mAh-Akku meistern, kein Wunder, dass das nicht für eine Woche reicht. Bei normaler Nutzung dürfte sich ein Durchschnittswert von bis zu vier Tagen einpendeln, bei intensiver Nutzung, vor allem mit GPS, muss der Slider täglich oder schon nach einigen Stunden wieder ans Stromnetz.

Fazit

Das W760i punktet vor allem bei den Musikfunktionen. Druckvoller Sound und Extras wie SensMe zeigen, dass Sony Ericsson hier immer noch ganz vorne mitspielt. Gamer kommen dank Grafik-Turbo auf ihre Kosten, Fitness-Freunde freuen sich über den Sports Tracker. Trotzdem schafft es das W760i nicht in in die Top-Liga. Dafür sieht das Plastik-Gehäuse einfach zu billig aus und auch die Kamera kann nicht überzeugen. Sie verfügt nicht einmal über ein Blitzlicht und taugt kaum für gute Fotos. Immerhin kann man sich den Entstehungsort der Bilder später in Google Maps anzeigen lassen. Neben Geotagging ermöglicht GPS auch die Navigation, aber dabei muss man aufpassen. Denn das Kartenmaterial - ob Google Maps oder Wayfinder Navigator - kommt nur über das Mobilfunknetz auf das Handy. Nutzer ohne entsprechenden Datentarif sollten also die Finger davon lassen. Am Ende bleibt ein Lifestyle-Handy ohne Highlights, das vor allem mit einem günstigen Preis überzeugt.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

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