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Anarchy 2087

Handyspiele-Test

 

Anarchy 2087

Testdatum:
11. September 2007
Redakteur:
Mario Siewert
Hersteller:
Handy-Games
 

Mit Anarchy 2087 möchte Handy Games das Echtzeitstrategie-Genre auch auf dem Handy etablieren. Der vielversprechende Titel soll alles bieten, was vergleichbare PC-Spiele der 90er Jahre ebenfalls boten. Bleibt nur noch zu klären, ob das Spiel den hohen Erwartungshaltungen, die durch den Hersteller geschürt wurden, auch gerecht wird.

Bewertung:

84%
Leserwertung:Leser: 91%
Gameplay:
8/10
Grafik:
9/10
Sound:
8/10
Umfang:
9/10
Multiplayer:
0/10
 
 

Anarchy 2087 Screenshots

  • Screenshot: Anarchy 2087
    Screenshot: Anarchy 2087
  • Screenshot: Anarchy 2087
    Screenshot: Anarchy 2087
  • Screenshot: Anarchy 2087
    Screenshot: Anarchy 2087
 
Vorteile:
  • Basenbau
  • Resourcenmanagement
  • Echzeit-Kämpfe
  • Kultige Grafik
 
Nachteile:
  • Etwas hektische Steuerung
  • Wegfindung
  • KI-Fehler
 

Review

Ein Strategiespiel mit Basenbau, Resourcenmanagement und Echtzeit-Kämpfen in ferner Zukunft - diese Mischung, die Freunde von PC-Titeln wie Command & Conquer in Verzückung versetzt, soll nun erstmalig in Form von Anarchy 2087 auf dem Handy verfügbar sein. Zwar bietet das Spiel alle vom Hersteller angepriesenen Funktionen, aber ob die Umsetzung PC-Spieler vom Griff zum Handy überzeugen kann, bleibt fraglich, aber immer der Reihe nach:

Screenshot: Anarchy 2087

Wie es sich für ein gutes Echtzeitstrategiespiel gehört, stehen zwei Kampagnen und insgesamt vier Einzelmissionen zur Verfügung, die in Form eines Gefechtes gegen die künstliche Intelligenz gespielt werden können. Vor einem Einstieg in eine der Kampagnen empfiehlt sich jedoch der Start des Tutorials, in dem die wichtigsten Funktionen kurz erläutert werden: Gesteuert wird das Spiel natürlich über einen Cursor, der mittels des Joysticks bewegt wird und die Selektion von Einheiten ebenso erlaubt wie den Bau von Gebäuden an ausgewählten Orten oder das Scrollen auf der Landkarte. Um Einheiten Befehle zu erteilen, müssen diese erst angewählt werden. Um mehrere Einheiten anzuwählen, kann man entweder weitere Einheiten anklicken oder mit einem Doppelklick auf eine Einheit alle in der Nähe stehenden Einheiten markieren. Was prinzipiell recht durchdacht klingt, weil Marschbefehle, der Befehl zum Feuern und das Auswählen weiterer Einheiten über die selbe Taste durchgeführt werden (welche der drei Aktionen durchgeführt wird, hängt letztendlich nur davon ab, worauf der Cursor gerade zeigt), scheitert in der Realität leider daran, dass die Einheiten, die bei einem Doppelklick aktiviert werden, scheinbar willkürlich ausgewählt werden. Das Aktivieren einzelner Einheiten klappt zwar gut, aber da es im Eifer des Gefechtes eigentlich immer erforderlich ist, schnell ganze Truppenverbände zu bewegen, ist es schon ärgerlich, wenn die selbe Funktion je nach Situation unterschiedlich viele Einheiten auswählt.

Screenshot: Anarchy 2087

Ansonsten kann man den Entwicklern jedoch keinen Vorwurf machen, denn die restliche Steuerung wurde so umgesetzt, dass sie sich selbst Neulingen schnell erschließt: Durch einen Klick auf ein Gebäude öffnet sich ein Menü, in dem Funktionen wie das Reparieren, Verladen oder Abreißen des jeweiligen Gebäudes ebenso zur Verfügung stehen wie eventuell zur Verfügung stehende Bauoptionen. Auch der Bau neuer Gebäude geht schnell vonstatten, nach einem Klick auf einen passenden Bauplatz öffnet sich ein Menü, in dem sich das entsprechende Gebäude auswählen lässt.
Glücklicherweise beschränkt sich die Steuerung auf die vorgestellten, wesentlichen Funktionen, so dass die Einarbeitungszeit recht kurz ist. Alles andere wäre auch fatal, denn gleich von Beginn an geht es richtig zur Sache: In der Welt von Anarchy 2087 wurden weite Teile des Festlandes durch die globale Erwärmung überflutet. In den wenigen Inseln und Bergen herrschen Anarchie und Chaos, doch eine Truppe namens European Crisis Team (ECT) hat es sich zum Ziel gemacht, für Ordnung zu sorgen und die Macht an sich zu reißen. Andere Überlebende haben sich in einer Gruppe namens Free Survivors (FS) zusammengeschlossen und kämpfen für ihre Unabhängigkeit. Was ziemlich abgedroschen klingt überzeugt zum einen durch die Fortführung der Story in den Missionen und die Unterschiede zwischen den beiden Völkern: Während die Truppen der FS beispielsweise auf Windkraftanlagen zur Energiegewinnung setzen, kommen bei der ECT Solaranlagen zum Einsatz. Neben diesen rein optischen Unterschieden gibt es aber auch fundamentale Unterschiede bei den Gebäuden, beispielsweise können die Free Survivors ihre Gebäude in LKWs verladen und zu einem anderen Ort transportieren.

Screenshot: Anarchy 2087

Bei den Einheiten gibt es noch größere Unterschiede zwischen den beiden Parteien: Während die Free Survivors beispielsweise auf schnelle Raketenbuggys setzt, kommen bei der ECT schwere gepanzerte Fahrzeuge und Kampfroboter zum Einsatz.
Trotz der ganzen Unterschiede sind auch bei Anarchy 2087 die klassischen Strategien die erfolgreichen: Weder ein gegnerischer Truppenverband noch eine stark befestigte Basis können sich langfristig Horden der stärksten Einheiten gepaart mit leichter Infanterie zur Wehr setzen. Einzig die bereits angesprochenen Probleme in der Steuerung sorgen dafür, dass sich Kämpfe in die Länge ziehen und man trotz zahlenmäßiger Überlegenheit mitunter ein Gefecht verliert.
Ebenfalls ärgerlich sind Probleme, die bei der Wegfindung auftreten und generelle Fehler der künstlichen Intelligenz: Hier nahm Handy Games die Portierung des Genres vom PC wohl zu genau, denn ihre Einheiten verhalten sich teilweise genau so, wie sie von PC-Titeln des Genres gewöhnt sind und wählen teilweise sehr viel längere, unbeabsichtigte Wege, auf denen sich zudem manchmal noch gegnerische Einheiten aufhalten. Weiterhin passiert es vor allen Dingen gegnerischen Einheiten ab und zu, dass sie vergessen auf ihre Einheiten zu feuern.
Trotzdem gibt es auch positives beim Gameplay zu vermerken: Anders als man zunächst vermuten könnte, erfüllt die Minimap, die ihrem Namen alle Ehre macht und sich am oberen Bildschirmrand befindet, durchaus ihren Zweck und trägt nicht selten zum Gelingen einer Mission bei.

Screenshot: Anarchy 2087

Wie bereits erwähnt, trägt die Erzählung der Story dazu bei, dass Anarch 2087 trotz einiger Schönheitsfehler auch langfristig motiviert: Die einzelnen Missionen stehen stets im Zusammenhang zu der Kampagne und erzählen die Geschichte durch Dialoge der Akteure, die jedoch im eigentlichen Spiel nicht auftauchen. In der Kampagne der Free Survivors treffen sie zum Beispiel auf einen Warlord, der ihnen erst das Leben schwer macht, sich ihnen aber schlussendlich anschließt und ihnen zugleich einen Ort verrät, an dem sich Informationen zu geheimen Waffen befinden. In der nächsten Mission müssen sie dann genau diesen Ort infiltrieren. Neben dieser lobenswerten Präsentation der Kampagne können aber auch die einzelnen Missionen überzeugen, da es nicht immer um das Vernichten aller gegnerischen Einheiten geht: Bereits in einer der ersten Missionen müssen sie sich mit einem Trupp von Infanteristen durch feindliches Gebiet schlagen und gegnerischen Verbänden aus dem Weg gehen. Andere Missionen haben mitunter nur die Zerstörung bestimmter Gebäude zum Ziel.

Technisch macht Anarchy 2087 eine gute Figur, wobei die Screenshots für sich sprechen sollten: Sowohl Gebäude und Einheiten werden allesamt extrem detailliert dargestellt und versprühen den Charme von PC-Klassikern wie KKND. Auch die Umgebung kann sich sehen lassen und erinnert am ehesten noch an Spiele wie Command & Conquer: Der Tiberiumkonflikt oder Akte Europa.
Beim Sound wurde leider auf Effekte verzichtet, immerhin kommen aber im Menü und in den Missionen unterschiedliche Hintergrundmelodien zum Einsatz, die durchaus als akzeptabel bezeichnet werden können.

Fazit

Anarchy 2087 ist kein perfektes Spiel, aber ein gute Portierung des Echtzeitstrategie-Genres auf Mobiltelefone. Das Spiel bietet wirklich alle Facetten klassischer PC-Titel auf dem Handy und bietet zudem spannende Kämpfe, die jedoch vor allen Dingen aufgrund der Steuerung teilweise etwas zu hektisch sind. Dies allein könnte man den Entwicklern verzeihen, denn das sich das komplexe Gameplay auf dem Handy nur mit Abstrichen bei der Steuerung umsetzen lässt, sollte wohl jedem klar sein.
Unverzeihbar sind jedoch Fehler bei der Wegfindung und der KI, denn beides wäre vermeidbar gewesen und hätte Anarchy 2087 zu einem außergewöhnlichen Spiel gemacht. So bleibt es jedoch "nur" ein gutes Spiel, auf das Strategen definitiv einen Blick werfen müssen.

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