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Praxistest: Sony Ericsson K770i

 

Praxistest: Sony Ericsson K770i

Datum:
02. 04. 2008
Redakteur:
Stefan Schomberg
 

Für Geld kann man fast alles kaufen, man denke nur an Nokias "Computer 2.0" N95 8GB. Aber es geht auch ein paar Nummern kleiner. Bestes Beispiel dafür ist Sony Ericssons K770i. Das Kamerahandy verspricht, nicht billig, sondern günstig zu sein. Ob das stimmt?

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Lieferumfang / Verarbeitung

Beim Lieferumfang gibt's keine negativen Überraschungen. Dort ist mit Handy, Akku, Lade- und Datenkabel, Kabelheadset, Daten-CD und Bedienungsanleitung eine angemessene Ausstattung vorhanden. Die 256 Megabyte starke M2-Speicherkarte ist zwar etwas klein geraten, reicht für den Start aber aus.

Praxistest: Sony Ericsson K770i
Praxistest: Sony Ericsson K770i

Mit Abmessungen von 105x47x14 Millimetern und gerade einmal 95 Gramm Gewicht kommt das Barrenhandy sehr kompakt daher und liegt gut in der Hand. Das Gehäuse wird von matt glänzendem Kunststoff dominiert, der einen wertigen Eindruck hinterlässt und keine Verarbeitungsmängel aufweist. Die langgezogene Kameraabdeckung auf der Rückseite besteht hingegen aus echtem Aluminium. Auf den ersten Blick fällt die Zifferntastatur auf dem K770i ins Auge. Die Tasten sind in vier langen, schmalen Balken angeordnet. Das sieht nicht nur stimmig aus, sondern hat auch einen praktischen Nutzen: durch die breite Auslegung der einzelnen Tasten trifft man stets die Richtige. NavKey, umliegende Tasten und Ziffernblock brillieren darüber hinaus mit knackigen Druckpunkten und kurzem Tastenhub und sind dadurch präzise bedienbar.

Beim Display hat Sony Ericsson gespart. Die Auflösung entspricht mit 240x320 Bildpunkten zwar dem Standard, allerdings breiten die sich auf einer Diagonale von gerade einmal 1,9 Zoll aus. Dafür bewegen sich Farbintensität, Helligkeit und Bildschärfe auf der Höhe der Zeit. Als Entschädigung fürs kleine Display spendiert Sony Ericsson dem K770i-Nutzer ein paar coole Lichterspiele. Ein dünnes Doppel-LED-Band auf der Rückseite, das beim Öffnen des Kameraschutzes kurz erwartungsfroh blau aufglimmt und die im Sekundentakt ebenfalls blau blinkende Kameraauslösetaste treiben den Stylefaktoreiter ordentlich nach oben. Hinzu kommt eine zweifarbige Tastaturbeleuchtung: im Kamerabetrieb werden die Zusatzfunktionen der Zifferntasten Blau in Szene gesetzt, was nicht nur schick aussieht, sondern auch bei der Bedienung unterstützt. Zu guter Letzt findet man neben dem Tefonielautsprecher eine winzige LED, die vor dem nahenden Exitus des Akkus warnt.

Ausstattung

Praxistest: Sony Ericsson K770i
Praxistest: Sony Ericsson K770i

Als Cyber-shotler mit 3,2-Megapixel-Kamera und Autofokus verspricht das K770i gute Fotoqualität. Ein heller Xenon-Blitz hat jedoch nicht in das Barrenhandy gepasst, ein günstiges LED-Fotolicht muss ausreichen. Das kommt zwar beim Videodreh kaum über die Lichtentfaltung eines Streichholzes hinaus, schlägt sich beim Fotoshooting in absoluter Dunkelheit aber recht souverän. Videos sind aber ohnehin kein Thema für K770i-Nutzer: an der typischen Sony Ericsson-Krankheit leidend, machen die niedrig aufgelösten Streifen bei 176x144 Bildpunkten wenig Spaß. Also doch lieber Fotos knipsen. Dabei dient die "Funzel" nämlich nur zur besseren Orientierung, um dann aber beim Auslösen für etwa zwei Sekunden von Kerze auf Flutlicht aufzublenden. Zumindest auf etwa zwei Meter Entfernung sind die Ergebnisse gut, verlieren aber trotz einer ruhigen Hand etwas an Schärfe. Bei guten Lichtverhältnissen zeigen die Fotos zwar kaum Ausfransungen, jedoch leichtes Bildrauschen. Die Bildschärfe ist 3,2 Megapixeln angemessen. Die Kamera ist bereits nach drei Sekunden schussbereit und eignet sich dadurch hervorragend als Schnappschuss-Exekutor.

Praxistest: Sony Ericsson K770i

Das K770i ist kein Musikhandy. Indizien dafür sind etwa die fehlende Direktzugriffstaste für den Musikplayer und die spärlichen Auswahlmöglichkeiten in der Musikbibliothek. Immerhin lassen sich eigene Wiedergabelisten erstellen. Der eigentliche Player zeigt ebenfalls, dass das Handy nicht gerade als Ersatz für den MP3-Player taugt. Coverarts werden nicht angezeigt, Einstellungsmöglichkeiten sind kaum vorhanden. Größer ist die Auswahl an abspielbaren Formaten. Mit MP3, AAC, AAC+, WMA und sogar WAV-Dateien braucht sich das K770i vor dem Musikalltag nicht zu verstecken, auch bei DRM-geschütztem Material muckt das kleine Barrenhandy nicht auf. Der einzige echte Vorteil des K770i gegenüber den meisten handelsüblichen MP3-Playern ist aber das Radio. Das kommt zwar in äußerst schlichter Optik daher, bietet aber mit RDS und automatischem Suchlauf hohen Bedienkomfort. Auch die Klangqualität kann sich sehen lassen. Musik klingt auch ohne Megabass-Option mit den Originalkopfhörern extrem tiefenlastig und voll, tendiert aber bei maximaler Lautstärke dazu, etwas breiig zu werden.

Praxistest: Sony Ericsson K770i
Praxistest: Sony Ericsson K770i

Wer mit dem K770i ins Internet gehen möchte, wird vermutlich überrascht sein, denn das klappt mit dem UMTS-Handy ganz passabel. In der Standardeinstellung ist der Smart-Fit-Algorithmus aktiviert, der dazu führt, dass der Access Netfront-Browser die Seiteninhalte untereinander quetscht. Schaltet man auf die Normalansicht um, dann stellt der Browser selbst überschwengliche HTML-Seiten wie AreaMobile.de fast vollständig fehlerfrei dar. Freilich nimmt das 75 Sekunden in Anspruch. Für etwas Komfort sorgen eine Zoomfunktion und die Möglichkeit, ins Querformat zu wechseln. Einmal angesteuerte Seiten werden im Verlauf gespeichert, ebenso ist es möglich, Favoriten anzulegen. RSS-Feeds werden automatisch erkannt und lassen sich problemlos abonnieren. Das K770i taugt auch zum Email-Check, allerdings ist das Einrichten eines Kontos alles andere als komfortabel. Die Providerdaten müssen aus dem Internet zusammengesucht und manuell eingeben werden. Hat man diese Hürde einmal überwunden, dann lassen sich POP3- und IMAP-Postfächer problemlos nutzen. Nach dem Empfang der ersten Ladung elektronischer Post macht sich allerdings schnell Unübersichtlichkeit breit. In der Standardansicht (mit Betreffzeile und Absender) passen nur vier Mails gleichzeitig aufs Display, schaltet man die Details aus, sind es immerhin schon sieben. Neben Emails dürfen natürlich SMS, MMS und auch Sprachnachrichten verschickt werden, deren Funktionsweise aber wohl kaum einen Anwender vor Probleme stellt und jegliche Erklärung erübrigt.

Praxistest: Sony Ericsson K770i
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Neue Kontakte dürfen mit Informationen wie Geschäftsnummer, Emailadresse oder Bild versehen werden. Dank der reiterbasierten Ansicht verliert man dabei kaum die Orientierung. Trägt man beim K770i einen Geburtstag zu einem Kontakt ein, wird automatisch gefragt, ob dieser Geburtstag in den Kalender übernommen werden und wann die entsprechende Erinnerung dazu erfolgen soll. Der Kalender bietet darüber hinaus weitere Möglichkeiten, den Alltag zu planen. Alle Einträge werden als Termine verbucht, problematisch ist allerdings die fehlende Übersicht, denn in der Monatsansicht werden sie nur durch ein marginal fetteres Datum gekennzeichnet, das man schnell übersieht. Besser macht sich da die Wochenansicht, in der alle Termine übersichtlich als Balkendiagramm angezeigt werden. Dabei schafft es der kleine Knipser sogar, zwei gleichzeitig gelegte Termine grafisch wiederzugeben. Abschließend erwähnenswert erscheint uns die Option, das K770i bei anstehenden Terminen oder Aufgaben automatisch einzuschalten.

Praxistest: Sony Ericsson K770i

Die mit dem K770i geknipsten Fotos können dank USB2.0-Unterstützung schnell auf den Computer übertragen werden: fünf Bilder in höchster Auflösung (insgesamt 3,2 Megabyte) wechseln in acht Sekunden den Speicherort. Musik-, Foto- und Filmdateien lassen sich aber nicht nur auf den PC kopieren, sondern auch bearbeiten. Sony Ericsson liefert dafür Disc2Phone, Apple Quicktime und Adobe Photoshop Album SE auf CD mit. Bluetooth bietet sich als weiterer Übertragungsweg an, darauf sollte man aber eher zurück greifen, wennn man das Handy synchronisiert. Kontakte, Termine oder etwa Lesezeichen lassen sich mittels der mitgelieferten PC Suite problemlos mit Outlook abgleichen.

Dank guter Leistungswerte des Prozessors eignet sich das K770i auch für ein Spiel zwischendurch. Doch neben den zwei vorinstallierten Games findet man auch einige praktische Anwendungen in den Tiefen des Speichers. Dazu gehören etwa ein Timer, eine Stoppuhr mit Zwischenzeiten oder ein Taschenrechner mit den Grundfunktionen. Zusätzlich kann man mit der Ansteuerung der Blitz-LED die Taschenlampe ersetzen oder gar automatisch SOS-Lichtsignale aussenden. Weniger praktisch als vielmehr partytauglich: die 'Facewarp'-Software, mit deren Hilfe sich Gesichter karikativ verzerren lassen. Musikfreunde komponieren eigene Songs mit dem 'MusicDJ'.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Praxistest: Sony Ericsson K770i
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Das Handbuch darf man getrost im Lieferkarton belassen, dessen Hilfe ist dank der einfachen und logischen Menüführung unnötig, zumal zu vielen Punkten auch mehr oder weniger nützliche Infotexte eingeblendet werden können. Hilfreich bei der Bedienung ist auch die Möglichkeit, die Bewegungsrichtungen NavKeys mit Funktionen zu verknüpfen. Schade, dass Sony Ericsson zwar sieben anpassbare Profile integriert, jedoch den wichtigen Flugzeugmodus ignoriert. Den erreicht man nur, wenn man das Handy aus- und wieder einschaltet. Ziemlich unpraktisch. Die vier mitgelieferten Themes beschränken sich darauf, andere Farbschemata und Hintergrundbilder zu verwenden. Die Menüstruktur bleibt aber ihrem 3x4-Raster verhaftet. Abwechlungsreich ist das nicht.

Da haben wir es wieder: ein günstiges Handy bietet mitunter bessere Sprachqualität als deutlich teurere Technikprotze. Dennoch wird der Gesprächsqualität eher das Attribut "befriedigend" gerecht, denn leider schleicht sich ein vernehmbares Grundrauschen in die Gehörwege, das sich proportional zu Lautstärke entwickelt. Die könnte übrigens einen Tick lauter ausfallen, reicht aber in normaler Umgebung aus. Verbindungsaussetzer konnten wir nicht verzeichnen, dennoch fiel die Empfangsleistung im von uns getesteten E-Plus-Netz eher mäßig aus. Mehr als zufrieden darf man mit dem Akku sein. Mit satten 930 mAh stellt er beinahe Nokias Dickschiff N95 in den Schatten, bietet dabei aber ungleich weniger stromfressende Funktionen und ein Display, dessen Größe neben dem finnischen Computer 2.0 an eine Briefmarke erinnert. Kein Wunder also, dass der Akku Standbyzeiten von etwa 3 Tagen bei intensiver und 7-8 Tagen bei geringer Nutzung bietet. Das kann sich sehen lassen.

Fazit

Es muss nicht immer Kaviar sein, auch Schwarzbrot schmeckt bisweilen. Wobei am K770i beileibe nicht alles billig ist. Die Frage ist immer, welche Ansprüche man hat. Echte Highlights hat das Handy nicht zu bieten. Doch der preisbewussten Zielgruppe serviert Sony Ericsson ein kompaktes und solide verarbeitetes Barrenhandy mit einem strammen Akku und einer guten Kamera. Die Fotos sind zwar nicht perfekt, können sich für ein Handy aber sehen lassen und sind dem Kaufpreis auf jeden Fall angemessen. Das Display ist ziemlich klein ausgefallen, aber wer das auf die Mängelliste setzt, wird sofort von der Preiskeule erschlagen. Wer mehr will, muss eben mehr als 200 Euro ausgeben.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

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