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Praxistest: Samsung SGH-i550

 

Praxistest: Samsung SGH-i550

Datum:
19. 03. 2008
Redakteur:
Stefan Schomberg
 

Samsung hat bisher kaum S60-Smartphones heraus gebracht. Das SGH-i550 bringt nicht nur ein S60-Betriebssystem, sondern auch HSDPA und eine GPS-Antenne mit. Wie sich das Barrenhandy auf der Datenautobahn und auf echtem Asphalt macht, zeigt der folgende Test.

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Lieferumfang / Verarbeitung

Praxistest: Samsung SGH-i550
Praxistest: Samsung SGH-i550

Dem i550 wurde praktisch alles mit auf den Weg gegeben, was man von einem Handy dieser Preisklasse erwartet. Kopfhörer, Ladekabel, Datenkabel, Kurzanleitung, CD-Rom mit PC-Software und eine microSD mit einem Gigabyte Kapazität liegen neben dem Handy im Karton. Dank des ebenfalls mitgelieferten SD-Adapters passt die kleine Speicherkarte auch in die Slots moderner PCs. Vermisst haben wir eigentlich nur ein ausführliches Handbuch, das bietet Samsung nur als PDF zum Download. An irgendeiner Ecke wird eben immer gespart.

Das i550 ist ein außerordentlich kompaktes Mobiltelefon. Die breite, flache Bauweise macht das GPS-Handy zum praktischen Begleiter in der Hosentasche, die Hemdtasche wird dagegen von den 110 Gramm Gewicht bedrohlich in die Tiefe gezogen. Dem bauchigen Barrenhandy, das mit bester Verarbeitung und gut geschützten Anschlüssen fast schon als Outdoor-Begleiter durchgeht, hat Samsung ein riesiges 2,6 Zoll Qualitäts-Display mit robuster Beschichtung spendiert. Zum Tippen geben schmale, aber gut erfühlbare Zifferntasten knackiges Feedback. Auch die haptische Hauptattraktion des Geräts, der Trackball, sitzt gut im Gehäuse - nur bei den eng aneinander liegenden Extratasten rund um die blau schimmernde Kugel haben die Koreaner die Maße etwas knapp kalkuliert.

Der Trackball spricht gut an und funktioniert souverän, sobald er kalibriert wurde. Dennoch, eine richtungsoffene Mauszeiger-Navigation ist nicht möglich. Er kennt nur vier Richtungen - mehr gibt das S60-System einfach nicht her. Zudem entpuppt sich längeres Scrollen, etwa in Listen und auf Webseiten, als zeitraubendes Daumenmuskeltraining.

Ausstattung

Praxistest: Samsung SGH-i550

Das i550 unterstützt die schnelle Ortung via A-GPS. Das A steht für Assisted, also für die unterstützende Kombination der Daten von Mobilfunkmasten mit den Signalen aus dem Orbit. Trotzdem vergingen bis zur ersten Ortung satte 4 1/2 Minuten. Auch später können mitunter bis zu zwei Minuten vergehen, bis das i550 sich wieder ins Sattellitenetz einklinkte. Schnell ist anders. Eine KFZ-Halterung fürs GPS-Handy wäre schick gewesen, doch dafür ist das SGH i550 wohl noch zu sehr Handy und zu wenig Navi, obwohl das Navigationsprogramm Mobile Navigator aus dem Hause Navigon installiert ist. Es umfasst Kartenmaterial für Deutschland, Österreich und die Schweiz, allerdings nur als 14-tägige Testversion, für die weitere Nutzung werden 70 Euro fällig. Über den Preis für Navigons Software kann man natürlich nochmal nachdenken, wer sich dafür entscheidet, bekommt jede Menge fürs Geld. Features wie die Anzeige von Straßenschildern, eine intuitive Bedienung und alternative Ausweichstrecken garantieren beste Routenführung, die kontrastreiche Anzeige des i550 trägt dazu bei, dass man seinen Blick beim Autofahren nicht allzu lange von der Straße wenden muss. Wehrmutstropfen: die Stimme aus dem Handy ist ziemlich leise, ein Anschluss ans Auto-Hifi dürfte dem aber abhelfen. Im Auto lässt sich das i550 dank SAP-Profil auch problemlos in die Freisprecheinrichtung integrieren.

Praxistest: Samsung SGH-i550
Praxistest: Samsung SGH-i550

Mit drei Megapixeln stößt Samsung ins Horn der Qualitätsfotografie. Doch so richtig überzeugen kann die Linse des i550 nicht. Immerhin hilft ein Autofokus dabei, dass die Bilder richtig scharf werden. Dennoch braucht man eine ruhige Hand und angehaltenen Atem, damit die Bilder nicht verwackeln. Ein Bildstabilisator ist nämlich nicht an Bord. In dunkler Umgebung hilft eine LED-Leuchte, die aber nicht besonders viel hergibt. Für Einsteiger und Gelegenheitsknipser kann man die Kamera wegen der intuitiven Benutzeroberfläche trotzdem empfehlen, auch kleinere Abzüge von besonders gelungenen Schnappschüssen dürften auf Fotopapier noch gut zur Geltung kommen. Videos nimmt das i550 zwar nicht in voller VGA-Auflösung auf, dafür sind die Filmchen in 352x288er Auflösung flüssig, selbst wenn schnellere Kameraschwenks dazwischen kommen.

Praxistest: Samsung SGH-i550

Auf der mitgelieferten Speicherkarte bleiben neben dem Navi-Programm noch etwa 600 Megabyte für Songs und Alben übrig. Den internen Speicher von 150 MB sollte man für Programme und persönliche Daten reservieren. Wer sein SGH-i550 gut gefüllt hat, um sich auch unterwegs beschallen zu lassen, kann sich über einen astreinen 3,5 Millimeter-Kopfhöreranschluss auf der Oberseite des Handys freuen, an den handelsübliche Kopfhörer angeschlossen werden können. Die mitgelieferten Exemplare sind ohnehin nur eingeschränkt zu empfehlen. Der Sound aus dem Monolautsprecher überzeugt ebenfalls nicht, dafür bietet der Musik-Player, der auf der S60-Plattform basiert, jede Menge Möglichkeiten, Songs zu filtern oder Wiedergabelisten zu erstellen. Mit den meisten Formaten kommt der Player zurecht, nur DRM-geschützte Dateien werden abgelehnt. Auf echten Komfort muss man zwar verzichten, zum Beispiel sucht man einen Equalizer vergebens und das UKW-Radio kennt kein RDS, aber dafür ist die Wiedergabe via Bluetooth über ein A2DP-Stereoheadset möglich.

Praxistest: Samsung SGH-i550

HSDPA macht aus dem unscheinbaren Barrenhandy ein Tor ins mobile Internet, was sich natürlich auch auf die Ladezeiten des KHTML-Browsers niederschlägt. Der entspricht allen Anforderungen zunächst ohne Probleme, doch in manchen Situationen beendet sich das Programm ohne Vorwarnung. Das nächste Software-Update sollte den Bug behoben haben, doch da der Fehler nicht ständig, sondern nur sporadisch auftritt, kann man sich die meiste Zeit bequem im Netz bewegen. Zum Beispiel mit der komfortablen Seitenübersicht, die man mit der Floating Toolbar starten kann. Auch die bereits besuchten Seiten bleiben man dank horizontal animierter Thumbnail-Darstellung immer im Blick. Für RSS-Feeds und eine weitreichende Lesezeichenverwaltung muss man keine Extrasoftware installieren, beides beherrscht der Browser souverän. Wer seinen Email-Account immer im Blick haben will, greift einfach auf den integrierten Client zurück, der - einmal konfiguriert - das elektronische Postfach automatisch abfragt.

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Mit Kalender, Notizbuch und komplettem Aufgabenmanager hat man seine Alltagsorganisation immer im Griff. Kontakte lassen sich mit allerlei Informationen ablegen und später über die PC-Software entweder mit Lotus oder Outlook synchronisieren. Wer beides nicht benutzt, kann seine persönlichen Daten mittlerweile fast genauso einfach übers Internet speichern und synchron halten. Für die Verwaltung des Handys mit Hilfe des PCs bietet sich Samsungs PC-Studio an. Dateien zieht man sich schnell über den USB2.0-Port aufs Handy, selbstredend flitzen die Einsen und Nullen auch über Bluetooth zum PC - oder auf ein anderes Handy. Als Modem mit dem HSDPA-Turbo ist man auch mit dem Laptop zwar überall schnell online, doch Vorsicht ist allemal geboten - schon zahlreiche Surfer sind durch vierstellige Handyrechnungen arm geworden.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Praxistest: Samsung SGH-i550
Praxistest: Samsung SGH-i550

Auf der Menüoberfläche erfährt man S60 mal ganz anders. Frisch designte Icons verwöhnen die Augen des Nutzers. Die Oberfläche des Active Standby wird, wie für S60 üblich, in den Einstellungen zur Personalisierung festgelegt. Nicht nur Hintergrundbilder, Menüskins und Farben werden hier verwaltet, auch die Programme in der Schnellstartleiste können individuell fest gelegt werden. Einfaches, aber geniales Gimmick: direkt vom Active Standby aus, der auch aktuelle Termine und Aufgaben anzeigt, kann man übers Google-Suchfeld direkt das Internet-Orakel befragen. Der Browser öffnet sich daraufhin und zeigt das Ergebnis an. Prädikat: praktisch! Genauso praktisch ist, dass nach längerem Gedrückthalten der Anruftaste der Taskmanager erscheint. So bleiben die geöffneten Programme immer im Blick. Drückt man länger die "0"-Taste, fragt eine nette Stimme nach einem Befehl oder Namen. Mit der ausgereiften Sprachsteuerungssoftware kann man auch Anwendungen starten oder seine Kontakte anrufen.

Die Gesprächsqualität kann sich sehen lassen. Eine Sprachoptimierung sorgt für gute Verständlichkeit, bei lautester Einstellung auch in geräuschintensiver Umgebung. Einmal mit dem Netz verbunden, bleibt das Signal ohne Aussetzer, in verbindungsschwachen Regionen geht der Zeiger jedoch schnell mal auf Null und schon nach wenigen Momenten in tieferen Gemäuern war dann keine GSM-Verbindung mehr möglich. Eine ungefähr 20-sekündige Weile hat es dann gedauert, bis das i550 wieder im Netz war. Ein Lithium-Ionen Akku mit 1200 mAh muss wegen dem hohen Technikgehalt mit einer Ladung Strom jede Menge Antennen versorgen. Bei häufigem Surfen im Dualmodus, wie die gleichzeitige Verwendung von GSM und UMTS heißt, schmilzt der Stromvorrat schnell dahin. Wenn Bluetooth dazukommt, muss das Gerät schon nach ein bis zwei Tagen an die Steckdose. als HSDPA-Modem über Bluetooth oder im GPS Dauereinsatz auch schon mal nach wenigen Stunden. Bei moderater Nutzung, kurz gefassten Gesprächen und der Verwendung des USB-Kabels sind drei bis fünf Tage drin.

Fazit

Wer hat da an Nokias Honigtöpfen genascht? Verglichen mit S60-Handys aus Finnland bringt das i550 nicht nur ein Betriebssystem auf der gleichen Plattform, sondern auch ähnliche Funktionalität mit. Der Vergleich hinkt allerdings etwas, denn WLAN und ist mit dem Samsung-Handy nicht zu haben. Dafür kann man sich auf die tradionellen Stärken der Koreaner verlassen: das i550 steckt in einem kompakten, außerordentlich robust verarbeiteten Gehäuse. Leider verspielt der Hersteller viele Vorteile mit der hakeligen Bedienung des Trackballs. Doch mit dem großem Display und der für Samsung völlig untypischen Offenheit für Alternativanwendungen steckt trotzdem eine Menge Potential im grundsoliden Barrenhandy. Empfehlenswert ist es vor allem für GPS-Fans, die Wert auf eine gute Verarbeitung legen und daher keine Lust auf Nokias wackelige Nseries haben.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

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