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Praxistest:Samsung SGH-F700v Qbowl

 

Praxistest:Samsung SGH-F700v Qbowl

Datum:
15. 04. 2008
Redakteur:
Frederick Paul
 

Das iPhone killen? Mit dem exklusiv bei Vodafone erhältlichen F700v Qbowl erreicht der koreanische Hersteller Samsung bereits eine unübersehbare Nähe zu Apples Wunderhandy. Wie viele Kegel das Qbowl beim Bowling weghaut, klären wir im folgenden Test.

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Lieferumfang / Verarbeitung

Samsungs F700 Qbowl wird derzeit in Deutschland exklusiv bei Vodafone vertrieben. Neben den 399 Euro für das Gerät muss man wie auch bei T-Mobiles iPhone einen ziemlich teuren Vertrag abschließen, allerdings kann man zwischen drei Stufen auswählen, die von einer kompletten Internet-Flatrate (Superflat) bis hin zur günstigeren Alternative mit Datenbegrenzung reichen.

Bei der Ausstattung lässt sich Samsung nicht lumpen. Im Karton liegen ein Ladeadapter, ein Datenkabel, ein Headset, gleich zwei microSD-Adapter (für USB und SD) und eine microSD-Karte mit stattlichen vier Gigabyte. Ziemlich viel von dem mitgelieferten Zubehör kann man also wirklich gebrauchen, auch den zweiten Akkudeckel, der den Wechsel von mattschwarzem Plastik zur Klavierlackoptik ermöglicht. Informationen und Programme sind auf ein Handbuch, Kurzanleitungen und eine CD-ROM begrenzt.

Praxistest:Samsung SGH-F700v Qbowl
Praxistest:Samsung SGH-F700v Qbowl

Das Qbowl lehnt sich deutlich an die iPhone-Optik an. Hochwertige Materialien, abgerundete Ecken, eine flache Barrenform und ein einsamer Knopf unter dem großen Touchscreen als einziges sichtbares Bedienelement signalisieren deutlich die gewollte Nähe zu Apples Wunderhandy. Dennoch hat das Qbowl seine Eigenheiten. Im Gegensatz zum iPhone wurde das Gerät wie ein herkömmliches Schiebehandy aus zwei Teilen konstruiert - Tastatur und Display. Die Besonderheit dabei ist, dass sich die Tastatur auf's komplette Alphabet versteht und sich beide Teile in Form und Proportion ähneln. Quasi zwei Backsteine in Brötchenform hat Samsung hier aufeinander konstruiert. Die vollständige Tastatur kann man mühelos unter dem Touchscreen hervorziehen. Die in unaufdringlichem Blau gehaltenen Tasten sitzen wackelfest an ihrem Platz und bieten ein gutes physisches Feedback. Auch Anschlüsse und Sondertasten an den Seiten bieten kaum Grund zur Klage, lediglich der Schiebeschalter für die Tastensperre ist schwer zu bewegen.

Das Display strotzt vor Helligkeit und Kontrast. 240x432 Pixel sind auf eine Diagonale von 3,2 Zoll verteilt, das Format bewegt sich damit schon auf das für Handys äußerst ungewöhnliche 16:9 zu. Viel verwirrender ist allerdings die Tatsache, dass man nicht erkennt, ob das Qbowl angeschaltet ist, sobald es sich im Standby befindet. Erst ein Druck auf die einzige Menütaste erweckt den Querslider wieder zum Leben.

Ausstattung

Praxistest:Samsung SGH-F700v Qbowl
Praxistest:Samsung SGH-F700v Qbowl

Die Kamera des Qbowl liefert mit drei Megapixeln, Autofokus, Digitalzoom und einem überaus kräftigen LED-Blitzlicht genug Ausstattung, um Fotos in ordentlicher Qualität abzuliefern. Ein automatischer Weißabgleich hilft bei der der Farbgebung. Die Ergebnisse sind für kleinere Abzüge duchaus geeignet, sobald man im richtigen Moment den Auslöser gerückt hat - es dauert eine Weile, bis die Fotos im Speicher abgelegt sind. Im Nachhinein kann man sie direkt auf dem Handy bearbeiten. Ob Warp-Effekte oder andere visuelle Spielereien, Fans der experimentellen Fotobearbeitung kammen auf dem F700 voll auf ihre Kosten. In den drei Stufen "Fein", "Normal" und "Sparmodus" kann man die Videoqualität einstellen, allerdings filmt das Handy nur mit einer Maximalauflösung von 320x240 Pixeln.

Der Musikplayer des Qbowl hätte einen Innovationspreis verdient. Gemäß der von der Kreuzform geprägten Bedien-Philosophie, die sicherlich keine religiöse Anspielung darstellt, steuert man den Player mit zwei rechtwinklig überkreuzenden Achsen. Die Horizontale stellt den Songfortschritt dar, über den vertikalen Wert wird die Lautstärke angesteuert. Der vorherige oder nächste Song wird nach einem kurzen, schnellen Streich in die entsprechende Richtung gestartet. Weitere Bedienelemente sind über kleine seitliche Pfeil-Icons oder das Hauptmenü zu erreichen. Am Ende verpufft die innovative Kraft dieser neuen Oberfläche aber aufgrund handfester Hindernisse. Vom Musikplayer aus gelangt man nur über den Umweg des Hauptmenüs zur Medienbibliothek. Neben dieser Intransparenz der Bedienführung stört zusätzlich die verwirrende Reaktionsweise des Touchscreens beim Scrollen. Längere Scrolls sind mit dem Qbowl kaum möglich, und weil eine andere Bedienmethode fehlt, müssen die Sehnen und Gelenke des Nutzers die Versäumnisse der Entwickler ausbaden. Vielleicht war das Qbowl zur Zeit seiner Veröffentlichung einfach noch nicht fertig?

Weitaus angenehmer, weil unkomplizierter ist Fernsehen auf dem Slider. Das Vodafone Live!-Portal bietet eine große Auswahl an Sendern, die im Vertrag bereits enthalten sind. Das Fersehbild läuft im Querformat nach kurzer Pufferung flüssig und ist eine echte Alternative zu Sudoku&Co. Das ruckelfreie Streaming von Videos wäre ohne die schnelle Internetverbindung via HSDPA mit 3,6 Mbit/sek nicht denkbar. Diese rasante Downloadgeschwindigkeit käme auch dem mobilen Internet zugute, zumal das Display eine weitaus größere Darstellung als auf den meisten anderen Handys bietet. Doch der langsame Access-Browser macht alle Vorteile wieder zunichte. Für komplexere Seiten muss man in jedem Fall mit mehr als einer Minute Wartezeit rechnen, bis man in der Lage ist, den gewünschten Link anzuklicken. Zum Glück schlummert der Opera Mini-Browser ebenfalls in den Tiefen des Betriebssystems. Er ist teilweise bis zu acht Mal schneller und punktet mit einem für die mobile Umgebung angepassten, vereinfachten Handling.

Als Triband-Handy kann das Qbowl darüber hinaus in den meisten GSM-Netzen mitfunken. Was dem iPhone-Konkurrenten abgeht, ist leider WLAN. Doch trotz zwei heruntergezogenen Mundwinkeln und bedenklich feuchten Augen, soll der Test hier nicht abgebrochen werden. Im Nahbereich steht Bluetooth 2.0 inklusive EDR (Enhanced Data Rate = erweiterter Datenrate) mit wenigen Fingertipps auf dem Display bereit. Bevor Qbowl und PC mit dem USB-Kabel verbunden werden, sollte Bluetooth allerdings ausgeschaltet werden - ansonsten beschränkt sich die Funktionalität lediglich auf PictBridge, das Übertragungsprotokoll für Fotos. Einmal mit dem PC verbunden, lassen sich dank mitgelieferter PC Suite Bilder bearbeiten, Klingeltöne basteln - und natürlich Kalender und Kontakte synchronisieren. Letzteres klappt allerdings nur mit Outlook. Ein Outlook/Exchange-Plugin sorgt dafür, dass die Daten im richtigen Outlook-Ordner landen, den man im Menü des Synchronisationsprogramms selbst auswählen darf. Dann werden Kontakte, Termine, Aufgaben und Notizen über eine SyncML-Schnittstelle reibungslos mit dem Desktop-PC Synchronisiert.

In der Kontaktliste scrollt man wie in anderen Listen auch - ein schneller vertikaler Streich "rollt" den Displayinhalt nach oben oder nach unten, packt man die Bildlaufleiste am rechten Rand mit dem Daumen, kann die Liste auch langsam herunter gescrollt werden. Ein Suchfeld am oberen Rand hilft beim schnellen Auffinden eines Kontaktes. Der Kalender ist ebenfalls an die Touchscreen-Bedienung angepasst. Aber hier gilt: Eyecandy mit einigen beeindruckenden Funktionen, nur die Funktionalität bleibt oftmals auf der Strecke. Vor allem an Übersichtlichkeit und bei der Eingabe hapert es. 300 Termine Speicherlimit reichen nicht immer aus, um das ganze Jahr abzudecken. Für jene, die ihr Handy als Organizer nutzen wollen, ist das Qbowl nicht zu empfehlen. Und was sich schon beim Browser angekündigt hat, wird nun zur Gewissheit: im Qbowl tickt ein Prozessor, der mit den Anwendungen restlos überfordert ist. Berücksichtigt man die Performance, die für die Echtzeitberechnungen und die Touchscreen-Bedienung drauf geht, bleibt am Ende nicht genug Leistung übrig, um überhaupt noch mit diversen Einsteigerhandys mithalten zu können. Kein Wunder also, dass der Multimedia-Slider für Gamer ganz und gar ungeeignet ist.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Wer sich trotz der Widrigkeiten weiter als Qbowl-Fan bezeichnet, muss dann noch über so einige Ungereimtheiten in der Bedienung hinwegsehen. Das Hauptmenü dagegen und die logische Verteilung der Anwendungen und Einstellungen auf Unterordner sind aber einfach gehalten und dank dem "Croix", dem kreuzförmigen Bedienelement landet man als heavy User von Player, Internet und Messaging jeweils schnell im richtigen Ordner. Wer Richtung Posteingang kommt, für den empfiehlt sich ein Vodafone-Account, im Test waren Verbindungen zu gängigen Freemail-Anbietern nicht möglich, außerdem sorgte eine Download-Begrenzung von nur 500 Kb für ungläubige Gesichter und weitere Minuspunkte. Immerhin sorgt die Bestätigungsvibration und die neuartige Menüführung für etwas Abwechslung, dank Telefonprofilen kann man das F700 auch schnell mal stumm schalten.

Die Sprachqualität ist durchgehend gut und schleust kaum Nebengeräusche mit durch den Äther. Praktisches Gimmick ist, dass man sich beim Telefonieren auch Memos notieren kann, wenn man die Tastatur heraus zieht. Auch die Verbindungsqualität hinterlässt ein positives Bild. Es dauert nur einen Tick zu lange, bis sich das Qbowl nach verlorener Verbindung wieder ins Netz eingewählt hat. Der 1000 mAh Akku ist für ein HSDPA-Handy nicht die allerbeste Wahl, was sich auch in der Laufzeit zeigt: bei normaler, mit etwas Internet und Bluetooth garnierter Nutzung hält das Qbowl 2-3 Tage durch.

Fazit

Das Qbowl ist ein mutiger Versuch Samsungs, dem vor ergonomischem Charme nur so strotzenden iPhone etwas entgegenzusetzen. Leider ist er gescheitert. Beide Geräte markieren die Schnittstelle zwischen PC und Telefon, doch während das iPhone nur noch wenige Zentimeter vom Tunneldurchbruch entfernt scheint, wird man beim Qbowl das Gefühl nicht los, dass Samsung an der falschen Stelle bohrt. Nicht nur der Prozessor erinnert stark an Commodores C64, auch die nüchterne Menü-Optik und die unausgewogene Bedienung passen gut in diese Zeit. Den selbst gesteckten Anspruch der Internet-Maschine kann das HSDPA-Handy mit seiner engen Bindung an Vodafone und Schwächen bei Browser und Messaging ebenfalls nicht erfüllen. Die Empfehlung muss daher lauten: nur für Fans.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

Kommentare

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tina - 18. 07. 2008 - 13:29 Uhr
Unregistriert

das handy scheint echt richtig gut zu sein :-)

 

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