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Praxistest: Nokia N82

 

Praxistest: Nokia N82

Datum:
11. 04. 2008
Redakteur:
Stefan Schomberg
 

Wem Nokias Alleskönner N95 8GB zu teuer ist, der sollte mal einen Blick auf das N82 werfen. Es bietet eine ähnliche Ausstattung, präsentiert sich allerdings in Barrenform und kostet deutlich weniger. Ob das gut geht? Wir haben genauer hingeschaut.

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Lieferumfang / Verarbeitung

Über zu wenig Beilagen kann sich ein N82-Käufer nicht beschweren. Neben dem Handy liegen Ladegerät, Datenkabel, Daten-CD und diverse Papierzugaben wie Handbuch und Schnelleinstiegshilfe im Karton. Obendrauf gibt’s ein Videokabel, eine 2 Gigabyte fassende microSD-Karte und als kleines Gimmick einen SD-Adapter. So etwas nennt man vollständig.

Praxistest: Nokia N82
Praxistest: Nokia N82

Das N82 kann mit Abmessungen von 112x50x17 Millimetern und 114 Gramm Gewicht nicht gerade Modelmaße vorweisen, die schlichte Barrenform und die helle Farbgebung sorgen aber für einen durchaus kompakten Gesamteindruck. Tatsächlich liegt das Handy dank ergonomisch abgeschrägter Kanten überaus gut in der Hand. Auffälligstes Design-Merkmal sind neben dem glänzenden und stellenweise verchromten Kunststoff die reiskorn-großen Zifferntasten, die mit ihrer Formgebung eher Appetit auf asiatische Küche als aufs SMS-Tippen machen. Der 3,5-Millimeter-Klinkenport für die Kopfhörer wurde wie beim N81 neben dem Ein/Ausknopf auf der Stirnseite platziert. Die Rückseite wird von der Kamera dominiert. Eingelassen in eine rechteckige Metallausfräsung, sitzt das Blitzlicht direkt über der von einem mechanischen Entriegelungsmechanismus geschützten Linse, die erneut stattliche 5 Megapixel mit freundlicher Unterstützung des Optikprofis Carl Zeiss liefert.

Bei der Verarbeitung patzt Nokia stellenweise. Der NavKey ist derart ungenau eingarbeitet, dass die Hintergrundbeleuchtung nur unregelmäßig zum Vorschein kommt, der Akkudeckel sitzt auch nicht ganz exakt auf dem Gehäuse. Die Bedienung lässt ebenfalls einige Wünsche offen. Die winzigen, ameisengroßen Zifferntasten liegen vertikal so dicht zusammen, dass die Tippgeschwindigkeit rapide in den Keller sinkt. Im Gegensatz zum NavKey bieten sie allerdings gute Druckpunkte. Der NavKey ist zu schmal und taucht bei Benutzung dermaßen tief ein, dass man dabei des Öfteren eine der umgebenden Tasten drückt. Ungeschickt erscheint auch die Platzierung der schmalen Multimedia-Taste, die den Button für den rechten Softkey und die Löschen-Funktion unterteilt. Das Display überzeugt dagegen in allen Belangen wie Farbtiefe, Bildschärfe und Kontrast. Dabei kommt eine QVGA-Komponente zum Einsatz, die 240x320 Pixel auflöst und 16,7 Millionen Farben darstellt. Einzig in der Größe der Darstellung muss sich das N82 hinter dem N95 8GB verstecken - letzteres bietet 2,8 Zoll, während das N82 "nur" 2,4 Zoll in die Waagschale wirft. Aber das fällt wohl eher unter die Rubrik "Luxusprobleme".

Ausstattung

Praxistest: Nokia N82
Praxistest: Nokia N82

Die 5-Megapixelkamera von Carl Zeiss sortiert 2.592x1.944 Pixel gekonnt zu großen und detailreichen Kunstwerken, die sich bei guten Lichtverhältnissen nicht vor einer handelsüblichen Digicam verstecken müssen. Im Dunkeln erhellt ein kräftiger Xenon-Blitz die Szenerie. Das N82 bietet darüber hinaus eine überwältigende Einstellungsflut, die dem technikbegeisterten Hobbyfotografen Stunden der verzückenden Spielfreude beschert und einem technophoben Ausprobierer Angstschauer über den Rücken jagt. Dazu gehören Motivprogramme, Blitzeinstellungen, Selbstauslöser und vieles mehr, doch schon der Automatik-Modus liefert optimale Ergebnisse. Für bewegte Bilder ist man ebenfalls bestens gerüstet. Das N82 nimmt Videos mit 640x480 Bildpunkten auf und spielt sie anschließend dank des mitgelieferten Videokabels auf einem Fernseher mit flüssigen 30 Bildern pro Sekunde wieder ab. Bei der Nachbearbeitung von Bildern und Filmen schöpft Nokia ebenfalls aus dem Vollen und stellt dem Anwender mit Bilddrehung, Zuschneiden, Einfügen von Clip-Arts oder der Reduzierung des Rote-Augen-Effekts allerhand Optionen zur Verfügung.

Praxistest: Nokia N82

Der Fokus auf Multimedia zeigt sich auch beim Abspielen von Musik überdeutlich. Der Musikplayer ist übersichtlich aufgebaut und bietet viele Einstellungen, schon die zahlreichen automatischen Wiedergabelisten in der Musikbibliothek demonstrieren das eindrucksvoll. Selbstverständlich werden alle verbreiteten Formate abgespielt. Die mitgelieferten Kabelohrstöpsel liefern ein überraschend klares und basslastiges Klangbild, das dank Equalizer beliebig angepasst werden darf. Nur bei der Anzeige von Coverarts treten mangels nativem MTP-Protokoll bisweilen Probleme auf. Auch das Radio passt nicht zum guten Gesamtbild, es bietet nur eine trockene Bedienoberfläche und enthält dem Nutzer RDS vor.

Mit dem Quandband-Handy N82 ist man nahezu weltweit erreichbar, Daten werden dank HSDPA und WLAN rasend schnell übertragen. Für die Synchronisation oder Organisation von Kontaktdaten und Multimedia-Inhalten liefert Nokia die PC Suite auf CD mit. Zwar bleibt man als Synchronisationsgegenpart nach wie vor auf Microsofts Outlook beschränkt, doch das klappt dafür reibungslos. Darüber hinaus steht beim N82 eine SyncML-Schnittstelle bereit, die den Kontaktdatenabgleich mit Internetservern wie etwa ZYB.com ermöglicht. Weiteres Highlight: die Universal Plug'n'Play-Schnittstelle. Sie ermöglicht die einfache Übertragung von Mediendaten zwischen Handy und anderen multimedialen Endgeräten wie Fernseher oder Media-Center.

Praxistest: Nokia N82

Der Browser bietet zahlreiche Komfortfunktionen, zu denen auch die automatische Drehung des Displayinhalts bei einer entsprechenden Drehung des Handys gehört. Zusätzlich erleichtern Zoomfunktion, Floating Toolbar und eine Birdview die Navigation in den Weiten des WWW. Neben den klassischen Messagingfunktionen wie SMS oder MMS versteht sich das N82 auch auf Emails (POP3 und IMAP), die sich dank eines Assistenten bequem und problemlos einrichten lassen. Die Übersicht des Posteingangs leidet aber unter einer zu großen Schrift, nur vier Header werden gleichzeitig im Posteingang angezeigt. Bei den PIM-Funktionen wird man erneut von einer wahren Einstellungsflut überrascht, mehr als 30 unterschiedliche Details können einem einzigen Kontakt zugeordnet werden. Auch der Kalender ist geht als businesstauglich durch. So werden etwa Details zu einem Kalendereintrag in der Monatsansicht übersichtlich in einem zusammenfassenden Tooltip am oberen Rand des Displays dargestellt. Zusätzlich tauchen die aktuellen Tagestermine auch auf dem Startbildschirm auf - mit einem Blick aufs Handy ist man so über alle anstehenden Vorhaben informiert. Manager dürfen dank installiertem Adobe Reader LE und Quickoffice-Programmen entsprechende Dateien anschauen und werden zusätzlich von diversen kleinen Alltagshelfern wie Rechner und Wecker unterstützt.

Praxistest: Nokia N82
Praxistest: Nokia N82

Die starke Java-Leistung prädestiniert das N82 für Spiele aller Art, selbst anspruchsvolle 3D-Grafik läuft butterweich übers Display. Aber auch andere Anwendungen profitieren von der schnellen Hardware: die Navigationssoftware Nokia Maps lässt sich flüssig zoomen und verschieben, bei Bedarf in eine 3D-Ansicht umschalten und blendet zügig Details ein. Zahlreiche "Points of Interests" von der Pizzeria bis zur Tankstelle sind vorgespeichert und lassen sich vom Nutzer darüber hinaus selbst definieren. Bei der Satellitenortung verliert man ebenfalls keine Zeit, schließlich versteht sich das N82 auf A-GPS. Das A steht für Assisted, also für die unterstützende Kombination der Daten vom Mobilfunkmasten mit denen aus dem Orbit. Die beigefügte microSD-Karte enthält die Straßenkarten für den deutschsprachigen Bereich, über Nokias PC-Programm Map Loader kann der Nutzer Karten aus allen Ecken der Welt hinzufügen. Zwar sind alle Karten kostenlos, für die sprachgeführte Routenführung ist jedoch eine kostenpflichtige Lizenz erforderlich. Die Investion lohnt sich aber, denn die Navigation verläuft dann wie auf einem herkömmlichen Navigationsgerät und ist zielsicher und übersichtlich.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Praxistest: Nokia N82
Praxistest: Nokia N82

Das Klicken durch die verständlich animierten Menüs gefällt ebenso wie die nun erstmals ab Werk installierte automatische Drehung des Displayinhalts. Das neue Rotary-Menü, das sich mit einem Druck auf die Multimedia-Taste öffnet, ermöglicht schnellen Zugriff auf wichtige Telefoninhalte wie Bildergalerie, Maps oder Musik. Nokias Ansatz beruht auf einer sich drehenden Flächenansicht, deren Bestandteile jeweils eine Informationseinheit wie Fotos oder Musik bilden. Eine umfangreiche Sprachsteuerung rundet das Bild einer gelungenen Bedienung ab. Einzig die schiere Flut an Menü-Einträgen sorgt mitunter für Stirnrunzeln, doch glücklicherweise kann man die Icons und Einträge beliebig hin- und herschieben und ganz den eigenen Vorlieben anpassen.

Praxistest: Nokia N82

Unter dem starken Ausstattungspaket leidet allerdings die Sprachqualität. Zwar stimmen Lautstärke und Filterung von Nebengeräuschen, allerdings fehlt es an Höhen. Am Empfang liegts jedenfalls nicht, der kann sich sehen lassen, Gesprächsaussetzer kamen bei unserem Test im Netz von E-Plus ebenfalls nicht vor. Doch neben der Sprachqualität fällt auch die Akkulaufzeit negativ auf. Bei dem gebotenen Ausstattungspaket scheint die Technik an ihre Grenzen zu kommen, bei mäßiger Nutzung ist eine Laufzeit von etwa 1,5 Tagen einfach zu wenig. N82-Nutzer sollten ein Ladekabel praktisch immer griffbereit in der Tasche haben.

Fazit

Getreu dem Nokia-Motto "Alles oder Nichts" bringen die Finnen mit dem N82 ein Handy auf den Markt, das alle technischen Komponenten, die man derzeit findet, in einem einzigen Gerät vereint. Sozusagen ein günstiges N95 (8GB) in Barrenform. Aber die Kombination aus überbordender Ausstattung bei einem relativ niedrigen Preis wurde teuer erkauft. HSDPA, WLAN, (A-)GPS, UPnP und hochwertige 5 Megapixelkamera mit Xenon-Blitz katapultieren das N82 fraglos auf den Technik-Olymp. Hinzu tritt mit S60 ein bewährtes, funktionsreiches und beliebig erweiterbares Betriebssystem, dem ein schneller Prozessor die nötige Geschwindigkeit verleiht. Aber kann man die Götter, die auf dem Gipfel wohnen, mit einem wackeligen Akkudeckel, gewöhnungsbedürftigem Tastenfeld, schlechter Sprachqualität und relativ mauem Akku dauerhaft beeindrucken? Das N82 füllt die zumindest die Ausstattungs- und Preis-Lücke, die zwischen N81 und N95 8GB klafft und ist ein überaus empfehlenswertes Smartphone. Aber "Alles in einem Gerät" geht eben nicht. Noch nicht.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

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