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Praxistest: Nokia N76

 

Praxistest: Nokia N76

Datum:
24. 10. 2007
Redakteur:
Andreas Seeger
 

Marktführer Nokia konnte bisher kaum mit Style- und Fashion-Handys glänzen. In dieser Liga tummelt sich vor allem die Konkurrenz mit LG Shine, Motorola KRZR oder Samsungs Ultra Edition II. Doch so langsam stürmt der Marktführer auch die letzte Bastion der freien Handywelt. Den Auftakt macht das N76 - ist das verspiegelt glänzende Klapphandy mehr als nur eine billige RAZR-Kopie?

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Lieferumfang / Verarbeitung

Die schimmernde Oberfläche bietet Haptik vom Feinsten: steigenden Metallpreisen zum Trotz haben die Finnen beim N76 in die oberen Reihen der Materialregale gegriffen. Ein geschwungener Bogen aus glänzendem Chrom zieht sich über Ober- und Unterseite und fasst Kamera und Musiktasten ein, der Rest des Klapphandys ist mit einem kratzfesten, glänzenden Metallic-Lack überzogen. Das damit verbundene Glanz- und Spiegeldesign wird vom Aussendisplay perfektioniert, das in inaktivem Zustand den kleinen Taschenspiegel komplett ersetzen kann - LGs Shine und Samsungs U700 lassen grüßen. Die damit verbundenen Nachteile werden beim N76 allerdings in extremer Ausprägung deutlich: selten waren Fingerabdrücke so stark sichtbar wie auf dem verspiegelten Außendisplay des N76, nach jedem verzweifelten Putzversuch traut man sich kaum mehr, die glänzende Schönheit anzufassen. Doch die hochwertigen glänzenden Materialien tragen wesentlich zum unverwüstlichen Eindruck bei, den das N76 hinterlässt. "Robust" ist die passende Bezeichnung für die Verarbeitung von Nokias Style-Handy: gleichmäßig gesetzte und kaum erkennbare Spaltmaße bezeugen hohe Gehäuseintegrität, miniUSB-Anschluss und microSD-Slot werden von fest sitzenden Klappen geschützt, der Akkudeckel klebt bombenfest am Gehäuse und lässt sich nur mit stärkstem Druck dazu bewegen, Akku und SIM-Karte freizugeben. Das Handy sollte Strandausflügen, versifften Hosentaschen oder Stürzen schadlos standhalten.

Praxistest: Nokia N76
Praxistest: Nokia N76

Doch Nokias neues Edel-Klapphandy macht nicht nur mit der Materialwahl auf sich aufmerksam, vor allem die eindrucksvollen Gehäusedimensionen dürften alle Blicke aufs N76 ziehen. Mit den imposanten Maßen von 106,5x52 mm ist das Multimedia-Smartphone in zugeklapptem Zustand etwa genauso groß wie Sony Ericssons neues P-Serien-Flagschiff P1i - aufgeklappt verbindet das Handy mit sage und schreibe 18,6 cm fast beide Ohren miteinander. Selbst Motorolas RAZR, bei dem sich die Finnen augenscheinlich das Design abgeschaut haben, wirkt daneben wie ein Zwergenhandy. Kein Wunder, dass Nokias neuester Gigant in der Schwergewichtsliga spielt: 115 Gramm sind kein Mühlenstein, ziehen eine Hemdtasche aber bereits bedrohlich in die Tiefe. Immerhin dürfte der Riese noch bequem darin verschwinden, da sich die Gehäusetiefe mit mageren 14 mm noch im aufbewahrungsfreundlichen Rahmen bewegt. Trotzdem: N76-Interessenten sollten sich darüber im Klaren sein, dass das ansprechende Lifestyle-Design in einem gewaltigen Gehäuse steckt. Da bleibt glücklicherweise viel Platz fürs Display: Nokia bietet bietet dem Nutzer eine Diagonale von mehr 6,1 cm (2,4 Zoll) - da kommen Bildschirmgefühle auf. Flankiert wird die Riesenfläche von erstklassigen Rahmendaten: ca. 16,7 Millionen Farben stellt sie bei einer Auflösung von 240x320 Pixeln dar, Helligkeits- und Kontrastwerte genügen höchsten Multimedia-Ansprüchen.

Auch die Tastatur profitiert von der Klappkonstruktion und dem Riesengehäuse. Man kann darüber streiten, ob die planare Metallic-Ausführung besser oder schlechter als das RAZR-Original gelungen ist. Zweifelsfrei steht dagegen fest, dass die Tasten des N76 hohen Bedienkomfort bieten - einzig der Power- und Profilbutton auf der Kopfseite wurde etwas unglücklich platziert, da die aufgeklappte Oberseite den Fingern im Wege steht: wer z.B. das Profil wechseln möchte, muss das Telefon zusammenfalten. Alle Tasten sind überaus großzügig bemessen und sollten auch gröbsten Holzfällerpranken noch filigrane Tippakrobatik erlauben. Darüber hinaus bietet der flexible, leicht angerauhte Kunststoff gute Haptik, die einzelnen Tasten lassen sich hervorragend voneinander unterscheiden und dementsprechend auch blind noch gut bedienen. Kurze und gleichmäßige Druckpunkte sorgen für flottes SMS-Tempo und schnelles Navigieren durch die S60-Menüs.

Die Beilagen, die Nokia in den Karton legt, können dagegen kaum mit den imposanten Maßen des N76 mithalten. Abgesehen von Standards wie Netzstecker oder USB2.0-Datenkabel findet der Käufer ein 3,5mm Klinken-Headset mit einer ziemlich coolen Fernbedienung und einer Umhängekonstruktion in Form von Schnüren - die leider dazu führen, dass man sich gnadenlos verheddert und ständig mit Kabelsalat zu kämpfen hat. Unter die Rubrik „gewollt und nicht gekonnt“ fällt auch die microSD-Karte mit ihren mageren 256MB – zu wenig für die Nseries und für jeden musikbegeisterten Käufer. Schmerzlich vermisst haben wir auch ein kleines Putztuch, das für jeden N76-Besitzer schnell zu einem unverzichtbaren Begleiter werden wird. Dass die Mitgift nicht besonders üppig ausgefallen ist, muss man sich auch in Finnland gedacht haben. Was also tun, um das schlechte Gewissen zu beruhigen? Nokia bietet fünf Songs der schottischen Britpop-Band Travis zum kostenlosen Download aus dem MSN Music Portal an. Das bringt dem Käufer immerhinin eine kleine Entschädigung für den schmalen Lieferumfang.

Ausstattung

Die Kamera des N76 knipst Fotos mit maximal 2 Megapixeln (1600x1200 Pixel) Auflösung, eine neben der Linse verbaute LED-Leuchte ermöglicht auch Nachtaufnahmen. Doch selbst das kräftige Blitzlicht kann im Dunkeln ein deutliches Bildrauschen nicht verhindern. Die mangelnde Lichtempfindlichkeit wird auch in heller Umgebung deutlich: Tagesaufnahmen wirken dunkler als in natura; hinzu gesellen sich blasse, verwaschene Farben und in den Randbereichen stark abfallende Kontraste. Keine Frage, wer Wert auf eine gute Handykamera legt, ist mit einem N76 eher schlecht beraten. Fairerweise sollte an dieser Stelle aber nicht unterschlagen werden, dass zahlreiche flache Handys mit einer schwachen Kamera zu kämpfen haben. Ein längerer Druck auf die Kamerataste aktiviert die Vorschau, die das Display im bequemeren Querformat anzeigt. Praktisch: der Nutzer muss das Handy beim Fotografieren nicht aufklappen, das Außendisplay bietet ebenfalls einen - wenn auch kleinen - Vorschaumodus, alle Bildeinstellungen lassen sich mit Hilfe der Musiktasten vornehmen. Aufgeklappt ist`s natürliche einfacher: am rechten Rand des Displays wird eine Symbolleiste eingeblendet; verweilt der Nutzer auf einem Symbol, dann gleitet die dazugehörige Beschreibung ins Display. Das sieht ansprechend aus und ermöglicht schnelles Einstellen von Motivprogrammen, Szenenmodi oder dem Selbstauslöser - Kameraprofis können wahlweise auch an den ISO- oder Farbtonwerten herumschrauben. Auch beim Thema Videos kann sich der Nutzer auf den von vielen Nseries gewohnten Standard verlassen: auf 320x240 Pixeln wird eine gute Bildqualität geboten.

Praxistest: Nokia N76
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Nicht nur die Tasten auf der Vorderseite und der 3,5 mm Klinkenanschlsuss machen deutlich, dass die Musikfunktionen den Ausstattungsschwerpunkt des N76 bilden. Das Handy schluckt alle verbreiteten Formate (AAC, MP3, WMA) und bietet zahlreiche Komfortfunktionen auf einer übersichtlichen Menüoberfläche an. Aus naheliegenden Gründen ist der Musikplayer des Klapphandys für die Musikwiedergabe im geschlossenen Zustand optimiert: die drei Tasten unter dem Außendisplay führen jeweils direkt in die Musikbibliothek oder starten das Radio bzw. den zuletzt wiedergebenen Track, sodass man ohne Aufklappen durch die einzelenen Alben blättern oder die eigenen bzw. die automatisierten Wiedergabelisten (meistgespielte, zuletzt gespielte und zuletzt hinzugefügte) ansteuert - erstellen kann man sie freilich nur, wenn man das N76 aufklappt. Auch andere kleine, aber umso feinere Features bekommt der Nutzer nur auf dem großen Hauptdisplay zu Gesicht. Da wären zum Beispiel Albumcover, die (falls vorhanden) großflächig abgebildet werden oder der frei veränderbare 5-Band-Equalizer. Nokia stellt sechs Klangprofile zur Auswahl, die den Sound spürbar verändern - vor allem auf "Bass-Booster" sei an dieser Stelle hingewiesen, das in Anlehnung an Sony Ericssons MegaBass tiefen, druckvollen Sound garantiert. Über den Mono-Lautsprecher, den man am Gehäusefuß findet, klingt Musik jedoch weder besonders laut, noch in besonderer Qualität - andere Handys bieten da deutlich mehr. Apropos druckvoller Sound: echte Musikliebhaber sollten die mitgelieferten Klinkenkopfhöhrer schnell durch ein hochwertigeres Modell ersetzen - zu dünn und blechern klingt die Mitgift von Nokia, die darüber hinaus auch schlecht in den Ohren sitzt. In diesem Zusammenhang ist unverständlich, warum Nokia sein Nseries-Musikhandy nicht mit einem A2D-Profil ausstattet - auf drahtlose Stereo-Headsets muss man leider verzichten.

Praxistest: Nokia N76

Für den Musiktransfer aufs Handy stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Drag&Drop via Explorer (ziemlich unübersichtlich), Nokias Musik Manager (wenig attraktive Menüoptik) und der Windows Media Player (überaus empfehlenswert). Man kann Microsoft lieben oder hassen, im Falle des N76 bietet der Redmonder Software-Monopolist unbestritten den höchsten Bedienkomfort und breitesten Funktionsumfang - so werden die Lizenzen DRM-geschützter Songs beim Transfer automatisch mit dem N76 abgeglichen. Das angeschlossene Handy wird auf der rechten seite des Media Players angezeigt, der Nutzer kann nun bequem seine Alben per Drag&Drop auf diese Seite ziehen und danach die Synchronisierung starten - fertig. Durch den USB2.0-Port rauschen die Songs mit hoher Geschwindigkeit aufs Handy, ganze Musikalben wechseln so in weniger als einer Minute über. Der am N76 zum Einsatz kommende miniUSB-Port bietet den Vorteil, dass man jedes handelsübliche Kabel benutzen kann, um das Handy mit einem PC zu verbinden. Auch die Bluetooth-Schnittstelle hört auf den modernen Zusatz 2.0 - trotzdem sollte man damit eher seine PIM-Daten synchronisieren statt Musikalben überspielen. Von der Musik einmal abgesehen findet man in der auf CD mitgelieferten Nseries PC Suite die ultimative Schaltzentrale zum Zugriff auf alle Daten des Telefons: mit ihr installiert man neue Programme auf dem Handy, betrachtet bequem am PC den Telefonbuchinhalt, kodiert Videos, überträgt Bilder oder nutzt das Telefon als Modem fürs Notebook.

Mit dem S60-typischen KHTML-Browser und dem großflächigen Display sind N76-Nutzer gut im Internet unterwegs. Die Darstellungsgeschwindigkeit ist trotz zeitintensiver Rendering-Mechanismen recht hoch und wird spürbar vom Daten-Highspeed UMTS beeinflusst. Dabei ist die Darstellung gut an den zwangsläufig kleinen Handybildschirm angepasst: Birdview und Visual History helfen etwa bei der Orientierung, wenn der mobile Surfausflug einmal extensiver ausfällt, Internetseiten können bei Bedarf auch im übersichtlicheren Querformat betrachtet werden. Die Floating Toolbar - die das N76 wie alle neuen Nseries-Handys bietet - steigert den Bedienkomfort nochmals. Sie erscheint, wenn man länger auf einen freien Bereich einer Website klickt. In einer Menüeinblendung werden fünf Optionen geboten: die Anwahl häufig besuchter Seiten, die Anzeige der Birdview (MiniMap), das Neuladen der Seite, die Suche nach Worten auf der Seite oder das direkte Abonnement von Webfeeds.

Praxistest: Nokia N76
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Kaum noch erwähnenswert, da bewährt und hundertfach getestet: die Text- und Multimediakommunikation via SMS, EMail und MMS. Die Eingabe von Texten auf der Zifferntastatur gestaltet sich kinderleicht, das lernfähige T9-System erkennt die meisten Worte ab Werk richtig, mit Hilfe der *-Taste öffnet man eine Symbolansicht und die #-Taste wechselt zwischen T9- bzw. Singletap-Wörterbuch sowie Klein- und Großschreibung. Schreibt man gerne längere SMS, lassen sich über 10 Kurzmitteilungen miteinander verketten. Funktionsreich wie immer präsentiert sich auch der EMail-Client, der mit POP/IMAP- und SMTP-Boxen klarkommt. Die Einrichtung ist dank Setup-Wizard kinderleicht und nicht mit längeren Tipporgien verbunden: er hat alle Einstellungen der goßen Mailprovider gespeichert, sodass viele Nutzer in der Regel nur ihre EMail-Adresse und das Passwort eingeben müssen. Auf Wunsch ruft das N76 EMails in regelmäßigen Abständen ab und lädt eine vorher zu definierende Menge von Informationen herunter. Bei gut gefüllten Posteingängen verliert man allerdings schnell die Übersicht, da lediglich 4 Nachrichten gleichzeitig aufgelistet werden. Eine kleinere und damit übersichtlichere Darstellung bleibt auch weiterhin E-Series Modellen wie dem E61i oder dem E65 vorbehalten.

Auch das Thema PIM ist kaum der Rede wert - nicht, weil das N76 hier wenig zu bieten hätte, sondern dank S60 hohen Business-Standard bietet. Alle Felder aufzuzählen, die ein S60-Smartphone einem Kontakt hinzufügen kann, wäre müßig - es sind gefühlte tausend und reale 46, darunter Internet-Adressen, Faxe, Postadressen und Telefonnummern von Assistenten und Autotelefonen. Wer sein Adressbuch - auf Kosten der Synchronisierbarkeit - gerne individueller gestaltet, kann die Titel der einzelnen Felder beliebig verändern. Der Aufbau der Adressbuchhauptansicht lässt sich dagegen - abgesehen von der Sortierung nach Vor- und Nachname - nicht vom Nutzer verändern und stellt eventuell vorhandene Anruferbilder am oberen Rand dar. Bei umfangreicheren Telefonbüchern sorgt eine komfortable Suchfunktion für das schnelle Wiederfinden eines Kontaktes. Der Kalender stellt Details zu einem Eintrag in einem zusammenfassenden Tooltip am oberen Rand der Ansicht dar. Kalendereinträge werden aus den Kategorien Besprechung, Aufgabe, Geburts- oder Jahrestag und Notiz rekrutiert. Wirklich sinnvoll davon ist in erster Linie die "Besprechung", der man Ortsbeschreibung, Start- und Endezeitpunkt sowie Wiederholungen und Erinnerungen mit auf den Weg geben kann. Die linienbasierte Wochenansicht leidet insbesondere darunter, dass man gerne einmal Aufgaben oder Jahrestage übersieht, da sie stets im Zeitraum zwischen 7 und 8 Uhr morgens platziert werden, man die Ansicht in der Regel aber auf einen späteren Zeitpunkt verschiebt. Abhilfe schafft die Tagesansicht, die alle Ereignisse in einer Liste zusammenfasst.

Telefonfunktionen / Ausdauer

S60 gehört zu den durchdachtesten Handyplattformen am Markt. Aber nichts ist perfekt und so verläuft man sich mitunter in den vielfach verschachtelten Untermenüs und stellt sich währenddessen Fragen, die wohl niemand beantworten kann: Warum versteckt sich das Anrufprotokoll unter "Programme"? Wieso finde ich den Adobe Reader im Ordner "Office"? Doch Hilfe ist nah - mit einem "Rechtsklick" auf ein Icon kann man die Menüpunkte zwischen den Ordnerebenen verschieben, neue Ordner anlegen und die Anordnung aller Punkte frei verändern. Darüber hinaus ist Symbian 9.1 wie schon die Vorgänger kompromisslos multitaskingfähig, sodass mehrere Programme parallel ablaufen können. Ein aktives Programm erkennt man im Menü anhand eines kleinen Kreises, den das System übers Icon legt. Ein längerer Druck auf die Menütaste den S60-typischen Taskmanager, mit dem man gezielt einzelne Programme beenden kann. Die Bediengeschwindigkeit ähnelt der anderer Nseries-Modelle - eine leichte Zähigkeit beim Öffnen mancher Programme ist auch beim N76 spürbar. Mit Hilfe von Themes lässt sich das Aussehen aller Menüs komplett verändern. Dabei kann der Nutzer dank einer detaillierten Theme-Auswahl nicht nur ein globales Thema aktivieren, sondern Außendisplay, Menüs, Hintergünde oder Klingelverhalten unabhängig voneinander personalisieren. Hier findet man auch neue Menüoberflächen, die entfernt an die peppige Optik von Sony Ericsson-Handys erinnern - auf animierte Icons muss man beim N76 allerdings verzichten.

Praxistest: Nokia N76

Der Blick auf das riesige Gehäuse lässt erahnen, dass das N76 seinen Besitzer in puncto Empfang nur selten im Stich lassen wird. Wir wurden nicht überrascht: die analog zu RAZR&Co. im imposanten Gerätefuß verbaute Antenne sorgt auch in der Tiefgarage und anderen dünn besiedelten Gebieten mit schwacher Netzabdeckung für ausreichenden Empfang. Die Sprachqualität kann nicht auf diesem Niveau mithalten - unser Gegenüber klang stets zu leise und gedämpft. Beim Freisprechen fiel uns ebenfalls eine niedrige Lautsprecherleistung unangenehm auf - nur in ruhiger Umgebung kann man Gespräche auf den Außenlautsprecher legen. Wenig verwunderlich, dass der schmale Akku dem N76 kein besonders langes Leben einaucht. 700mAh sind einfach zu wenig für ein Multimedia-Smartphone mit UMTS-Connectivity. Schon die offiziellen Angaben von Nokia legen nahe, dass das N76 das genaue Gegenteil eines Marathonhandys ist: 8,5 Tage sind, wenn man an die überaus optimistischen Werte denkt, die von den Herstellern kommen, ein recht bescheidenes Statement. In der Praxis kommt man mit dem Handy zwei Tage über die Runden - bei wohlgemerkt sporadischer Nutzung von Musikplayer und Kamera und nur einigen Telefonaten. Das ist nicht viel - wer also ein Handy mit langer Akkulaufzeit sucht, ist mit Nokias stylischem Klapphandy schlecht beraten. Vielmehr sollte ein N76-Besitzer das Ladegerät immer griffbereit zur Hand haben.

Fazit

Mit dem N76 beschreitet Nokia ganz neue Wege: endlich mal ein Nseries-Smartphone, das nicht im dickbauchigen Klotzdesign daherkommt, sondern mit zwar überdimensionierter, aber zweifellos stylischer Flachbauweise überzeugt. Der Mix aus hochwertigen Materialien und hervorragender Verarbeitung trägt ein übriges zur klasse Optik bei. Ist das N76 damit das bessere RAZR(2)? In der Tat bietet das Smartphone-Betriebssystem S60 Features, die zahlreiche Fashion-Handys vermissen lassen: softwareseitig beliebige Erweiterbarkeit, umfangreiche PIM- sowie Multimedia-Funktionen und last but not least: echtes Multitasking. Dass die Kamera nur mittelmäßige Fotos knipst und die Sprachqualität auch nicht jeden überzeugt, erscheint da fast schon verschmerzbar. Als echtes Handicap entpuppt sich dagegen die niedrige Akkulaufzeit des UMTS-Handys. Trotz der Schwächen steht fest: wer ein schickes Lifestyle-Handy sucht und gleichzeitig Wert auf umfassende Funktionalität legt, der wird kaum um das N76 herumkommen.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

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