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Praxistest: Nokia 6120 Classic

 

Praxistest: Nokia 6120 Classic

Datum:
05. 11. 2007
Redakteur:
Stefan Schomberg
 

Das N95 ist als Allrounder-Flaggschiff prominent auf dem Markt platziert, aber es geht natürlich auch eine Nummer kleiner und somit günstiger. Dass günstig nicht gleichzeitig billig bedeuten muss, zeigt Nokia mit dem 6120 classic.

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Lieferumfang / Verarbeitung

Praxistest: Nokia 6120 Classic
Praxistest: Nokia 6120 Classic

Beim Auspacken des classic erkennt man auf den ersten Blick, dass es sich beim 6120 nicht um ein Nseries-Handy handelt, denn dafür liegen nicht genügend Beilagen im Karton. Dennoch entspricht der Lieferumfang dem UVP des Herstellers - bei 279 Euro kann man kaum am Fehlen einer Speicherkarte herummäkeln. Neben den üblichen Kabeln (Stereo-Headset, Netzstecker, USB-Kabel) liegen noch diverse kleine Softwarehappen bei, die die Nutzung des Klassikers erleichtern sollen. Dazu gehört neben einer Bildverwaltungssoftware von Adobe und einigen Programmen zum Bearbeiten von Videos und Sounds erstmals auch ein iSync-Plugin für Macintosh-Nutzer.

Das Design ist zwar nicht gerade als revolutionär zu bezeichnen, wirkt aber in dem vorliegenden weißen Gehäuse einem S60-Gerät angemessen und mit seiner klaren Linienführung eher zeitlos elegant als übertrieben modern. In Kombination mit Chromelementen und seiner Hochglanzverdelung orientiert sich das 6120 an früheren Barrenhandys der Finnen und trägt zu Recht den classic-Zusatz im Namen. In der Verarbeitung schlägt sich der günstige Kaufpreis nicht nieder, lediglich die 5er Taste war extrem locker verbaut und das eine oder andere Spaltmaß nicht ganz geradlinig. Dennoch ist das für Nokiaverhältnisse ein Schritt nach vorne, bedenkt man die in der letzten Zeit gehäuft aufgetretenen Qualitätsprobleme der finnischen Handys.

Praxistest: Nokia 6120 Classic

Ebenfalls gut gelungen: das 2 Zoll große Display. Mit üppigen 240x320 Bildpunkten und 16,7 Mio. Farben werden Inhalte aus jedem Blickwinkel gestochen scharf wiedergegeben, die transreflexive Auslegung sichert auch in hellen Umgebungen gute Ablesbarkeit. Die Tastatur des 6120 leistet sich keine groben Schnitzer, auch wenn die einzelnen Tasten zu gedrängt angeordnet sind und so den Schreibfluss mitunter ausbremsen. Doch nicht nur die Ziffern-, sondern vor allem die Menü- und Löschen-Tasten leiden darunter, da letztere einfach zu eng zwischen Chromrahmen und den Hauptnavigationspanel gepresst wurden. Das geht zu Lasten der Zielgenauigkeit. So braucht es etwas Übung, den Druckpunkt der Menü- und Löschentaste mit dem Daumen zu erreichen. Abgesehen von diesem ergonomischen Schnitzer kann man aber - nicht zuletzt auch dank der großzügig bemessenen Bestätigungstaste in der Mitte des Navkeys - ausreichend schnell in den Menüs hin- und herspringen.

Ausstattung

Praxistest: Nokia 6120 Classic
Praxistest: Nokia 6120 Classic

Das 6120 versucht erst gar nicht, mit besonderen Designelementen zu blenden, es besticht vielmehr mit einer umfangreichen technischen Ausstattung, die der Zusatz classic nicht unbedingt erwarten lässt. So ist eine Kamera mit an Bord, die dank einer Auflösung von 2 Megapixeln und LED-Blitz ansehnliche Bilder verspricht. Das Versprechen wird aber nur in Ansätzen eingehalten, starkes Pixelrauschen und blasse Farben mindern den Fotospaß. Dennoch ist die Kamera für Schnappschüsse mehr als ausreichend, zumal die Auslöseverzögerung erfreulich kurz ausgefallen ist und auch das Abspeichern des Fotos nicht viel Zeit in Anspruch nimmt. Hinzu kommt, dass zahlreiche Features wie etwa ein Panoramamodus ihren Weg in den Klassiker gefunden haben. Der funktioniert nicht etwa wie bei der Konkurrenz, indem man manuell drei Bilder zusammenknipst, sondern durch einen langsamen Schwenk des Handys. Die Software errechnet dann – eine ruhige Hand vorausgesetzt - Panoramen mit Blickwinkeln, die sogar über 180 Grad liegen können.
Auch für Hobbyblogger ist das 6120 gewappnet. Vor dem Hochladen der Bilder in einen Blogg können diese sogar im Handy zurechtgeschnitten und die Bildgröße angepasst werden. Natürlich kann man mit dem 6120 auch bewegte Bilder aufzeichnen, doch der Videomodus fällt eher ausreichend als gut aus. Trotz einer Auflösung von 320x240 Pixel und hoher Bildwiederholraten taugen die Filmchen höchstens für den MMS-Versand.

Es wurde bereits angesprochen: trotz eines mageren internen Speichers (35 MB) liegt dem 6120 classic keine Speicherkarte bei. Dabei kann mit microSD-Karten auf satte 2 Gigabyte aufgerüstet werden - auf eigene Kosten versteht sich. Wer Speicher zukauft, kann das Handy problemlos als MP3-Player verwenden, der integrierte Musikspieler hat seine Hausaufgaben gemacht. Mit MP3, M4A, eAAC+ und WMA ist die Liste der abspielbaren Musikdateiformate ausreichend lang, für Komfort während des Hörens ist ebenfalls gesorgt: Coverarts werden anstandslos dargestellt. Ein besonders dickes Lob verdient aber die Klangqualität. Dabei spielt es keine Rolle, ob man via Stereo-Bluetooth, kabelgebundenen Kopfhörern oder den Außenlautsprecher Musik hört. Dank diverser Einstellungsmöglichkeiten und eines Equalizers lassen sich von gut wahrnehmbarem Raum- bis zu dunklem Bassklang diverse Klangprofile erzeugen. Zusätzlich zum guten Player ist wie bei S60-Geräten üblich auch ein Radio verbaut, allerdings verzichtet das leider auf RDS-Unterstützung. Spielereien wie Visual-Radio sind hingegen mit dabei, dürften aber wegen der allgemein niedrigen Verbreitung nicht viel Nutzung finden.

Praxistest: Nokia 6120 Classic

Ein weiteres Ausstattungshighlight des 6120 classic ist natürlich HSDPA. Dank des UMTS-Nachbrenners lassen sich Internetseiten zügig darstellen, der auf KHTML-/Safari-Quellen basierende Browser bietet eine große Auswahl an Hilfstools, um die Navigation im weltweiten Datennetz zu erleichtern und leistet sich selten Darstellungsfehler. Auch mit der Größe von inhaltsschweren und mobil nicht angepassten Seiten hat der Klassiker keine Probleme und öffnet sie nach entsprechender Wartezeit anstandslos. Dank WAP-Push-SMS entfällt meist das lästige suchen nach Einstellungsdaten, wenn man seine Emails abrufen bzw. das Emailkonto einrichten will. Dem Konzept des "Unified Messaging" folgend, werden Entwürfe, gesendete und noch im Ausgang verharrende Mitteilungen unabhängig vom Nachrichtentyp untereinander angezeigt. Allerdings glänzt diese Listenansicht nicht mit Übersichtlichkeit. Wer den Schwerpunkt auf mobile Nachrichten legt, sollte lieber zu Handys der Eseries greifen, selbst das kleine E65 bietet in diesem Bereich deutlich mehr. Dafür bedient das 6120 classic in Form eines kleinen aber feinen Details auch gehobene Ansprüche: Ein Bluetooth SAP-Profil lässt die Herzen vieler Autofahrer höher schlagen. Andere Geräte im Nahbereich werden wie gewohnt mit dem mitgelieferten USB-Datenkabel oder der angesprochenen Bluetooth-Schnittstelle mit dem Klassiker verbunden. Das klappt dank der umfangreichen Nokia PC-Suite auf Windows-Rechnern problemlos. Im Gegensatz konnten wir das 6120 trotz extra beiliegender Software für den Mac nicht zur Synchronisation mit einem Apfel-Rechner bewegen.

Praxistest: Nokia 6120 Classic

Bei den PIM-Funktionen setzt sich das gute Bild fort - bei einem Smartphone mit S60-Oberfläche war das aber auch zu erwarten. Mit dem umfangreichen Kalender eignet sich das 6120 durchaus als mobiler Organizer, leistet sich allerdings dabei kleinere Schwächen. So werden sich überschneidende Termine zwar farblich hervorgehoben, allerdings weist das Barrenhandy nicht explizit darauf hin. Weiteres und durchaus größeres Manko: Ganztägige Termine verschwinden aus der Anzeige, sobald die Navigation die 15 Uhr-Marke überschreitet. Dennoch bietet das Classic gute Bedienbarkeit bei einem ebenfalls guten Optionsumfang. Das gilt ebenfalls für die Adressverwaltung, die den Nutzer mit ihrer Flut an speicherbaren Informationen geradezu erschlägt. Sage und schreibe 44 verschiedene Felder können jedem einzelenen Kontakt zugewiesen werden. Wer die alle ausfüllt, ist selbst Schuld.

Zusätzlich zum weiten Feld der PIM-Funktionen gebietet das 6120 über eine große Auswahl an Zusatzprogrammen und geizt auch nicht bei der 2D-Performance. Die schlägt sogar den großen Bruder N95, bleibt aber im 3D Bereich mangels Beschleuniger zurück. Zu den nützlichen Hilfsprogrammen gehören neben der Weltzeituhr ein Wecker mit mehreren Weckzeiten oder ein Taschen- bzw. ein Umrechner. Ebenfalls standardmäßig installiert: Software zur Verarbeitung von GPS-Daten, die sich mit externen GPS-Empfängern via Bluetooth koppeln kann. Ganz ohne Navigationssystem wird das 6120 zu einem Lokalisator, der unter anderem mit Landmarks und POIs umgehen und GPS-Infos interpretieren kann. Auch VoiP-Telefonie und chatten ist theoretisch möglich, mangels WLAN und einer Standardsoftware, die keine Verbindung mit bekannten Größen wie dem Instant Messenger oder ICQ herstellen kann, ist das in der Praxis kaum nutzbar.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Praxistest: Nokia 6120 Classic
Praxistest: Nokia 6120 Classic

Die S60-Oberfläche sorgt auch bei der Bedienbarkeit für einige Pluspunkte. Die Aufteilung der Informationen gelingt sehr gut: Statusanzeigen, Schnellzugriffe und die aktiven Standby-Elemente sind so intuitiv nutzbar, dass sie schon nach kurzer Zeit nicht mehr vermisst werden wollen. Etwas schwieriger wird es allerdings, wenn man tiefer in die teils extrem verschachtelten Menüs eintaucht. Dann stellt sich nämlich mit zunehmender Nutzung des Öfteren die Frage nach dem Sinn der Anordnung einiger Menüpunkte. Zum Glück lassen sich aber alle Menüs ganz den eigenen Vorlieben anpassen. Das dürfte zumindest S60-Neulingen stark entgegenkommen.

Beim finnischen Barrenhandy klingen nicht nur MP3s aus dem Player verdammt gut, auch die Sprachqualität überzeugt auf hohem Niveau. Aussetzer oder Störgeräusche sind nicht zu verzeichnen, der Geräuschfilter schafft es dennoch, ein realitätsnahes Klangbild des Gegenübers zu zeichnen. Ebenso gute Ergebnisse können wir der Empfangsqualität ausstellen. Gegenüber der Standhaftigkeit der Empfangsbalken auf dem Display wirkt die Bewegung eines Faultiers wie die Enterprise bei Warp 9 und genauso schnell baut das Classic eine wider Erwarten doch einmal gekappte Verbindung zum Provider wieder auf. Der Akku scheint den Erfordernissen des Handyalltages angepasst, bleibt aber hinter den Versprechungen des Herstellers zurück. Dennoch hält er mit einer guten Woche bei wenig Nutzung und drei Tagen bei Bluetooth-Dauerbetrieb und anderen stromfressenden Aktiva gut durch und rundet das gute Gesamtbild ab.

Fazit

Nach den ersten Tagen mit dem schicken, etwas unscheinbaren Barren stellt sich nach und nach der "Will-ich-haben-Effekt" ein. Nicht, weil sich das 6120 classic vom Funktionsumfang aus der Masse der S60-Handys herausheben würde, sondern weil es gut aussieht, gut funktioniert und einen nie im Stich lässt. Das mit ordentlich Prozessorpower ausgestattete S60-System lädt dazu ein, neue Software auszuprobieren, MP3-Player, Kamera und Browser entsprechen funktional weitestgehend dem aktuellen Standard ohne darüber hinaus zu reichen. Eignen tut sich dieses Gerät dank starker Connectivity und unscheinbaren Ausmaßen auch für den Business-Bereich. Man hat mit ihm zwar mangels QWERTZ-Tastatur und Eseries-Posteingängen nicht gerade eine Mail-Maschine vor sich, dafür verbindet sich das kleine Handy mit SAP-Profil und HSDPA-Funk auch mit anderem Spielzeug der "großen Jungs", die täglich zwischen Hotel, Flughafen, Meetingraum und Mietwagen pendeln. Und nebenbei bemerkt: für 230 Euro ohne Vertrag ist das 6120 ein echtes Schnäppchen unter den Smartphones.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

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