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Praxistest: Motorola RAZR2 V8

 

Praxistest: Motorola RAZR2 V8

Datum:
07. 02. 2008
Redakteur:
Frederick Paul
 

Das Motorola RAZR2 V8 ist da. Das hat uns zwar nicht vom Hocker gerissen, dennoch bleibt die Neugier, ob das neue Gerät aus der RAZR-Serie nicht nur messerscharf dünn ist, sondern auch in Sachen Funktionalität alle bisherigen Rasierklingen in den Schatten stellen kann.

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Lieferumfang / Verarbeitung

Wenn man das Motorola RAZR2 V8 sein Eigen nennen darf, muss man es zunächst aus seiner anspruchsvoll gestalteten Verpackung befreien. Schön, dass unter dem ultraflachen Klapphandy gleich das Zubehör bereit liegt. Neben den heutzutage üblichen Gimmicks wie Stereoheadset, Ladegerät, Handbuch, Kurzanleitung, USB-Datenkabel und Software-CD-Rom hat Motorola sogar eine samtweiche Handysocke rein gepackt.

Praxistest: Motorola RAZR2 V8
Praxistest: Motorola RAZR2 V8

Beim RAZR2 V8 sind nahezu alle Karosseriemaße sensationell: 11,9 Millimeter Tiefe lassen das Klapphandy im Profil fast verschwinden. Sagenhaft ist auch die Breite von 53 Millimetern - die Liste der möglichen Zweckentfremdungen, ob Tablett oder Windschutz, bekommt damit dramatischen Zuwachs; sogar Sony Ericssons breitgewalztes Walkmanhandy W910i kann da nicht mehr mithalten. Das Gehäusedesign macht ebenfalls einiges her. Motorola setzt bereits seit längerem auf glänzende Boliden mit verchromten Flächen und auch am V8, dessen Namen passend an den Motor einer Corvette erinnert, ist viel Chrom zu sehen. Vor allem das Scharnier könnte in dieser Form locker an den Haifischzähnen eines amerikanischen Straßenkreuzers auftauchen. Glanz, glänzender, Motorola. Die optischen Effekte versetzen den Betrachter manchmal in einen Zustand psychedelischer Verzückung: das Logo erscheint je nach Lichteinfall mal grün, gelb blau und rot; ausgehend vom NavKey, den verchromten seitlichen Extratasten und dem Logo auf der Vorderseite erreichen konzentrische Linien das Auge. Das gesamte Gehäuse glänzt und spiegelt um die Wette und vermittelt zusammen mit der flachen Bauweise ein ungemein eleganten und stylischen Eindruck. Keine Frage, Motorolas neues Klapphandy ist ein Blickfang, der in der Fashion- und Lifestyle-Liga ganz weit vorne mitspielt. Die Verarbeitung der Rasierklinge ist genauso hochwertig wie Design und Materialwahl: ein fast fugenloses und absolut knarzfreies Gehäuse und die durche Gummiklappen geschützten Anschlüsse lassen das Gefühl aufkommen, dass das V8 Stürze, plötzliche Regenfälle und andere Naturkatastrophen schadlos übersteht.

Ein Blick auf die Zifferntastatur zeigt, dass Motorolas Designern mal wieder nichts einfiel: planare Ausführung, metallener Glanz und die Linienführung um die großen Tasten herum sind altbekannt und schlichtweg fantasielos. Wollten die Entwickler vielleicht ein Seniorenhandy entwerfen? Denn mit seinen groß bemessenen Tasten dürfte das V8 bei manch älterem Zeitgenossen gut ankommen. Einen Vorteil hat diese Anordnung immerhin: egal ob SMS-Schreiben oder Navigieren durch die Menüs - die Bedienung des Klapphandys ist top. Zu guter Letzt noch ein paar Worte zu den Displays. Das Hauptdisplay ist mit seinen 2,2 Zoll relativ klein ausgefallen und auch nicht ausreichend geschützt, wohingegen das transflektive Außendisplay von einer robusten Hartplastikplatte bedeckt wird. Hier findet man auch drei Sensortasten für den bequemen Zugriff auf die Musikfunktionen. Insgesamt hinterlässt Motorolas Klapper also ein zwiespältiges Bild. Zwar punktet das RAZR2 V8 Motorola-typisch bei Materialwahl, Design und Verabeitung, wer jedoch auf Überraschungen gehofft hatte, wird enttäuscht. Lentztendlich haben die Designer des RAZR2 V8 kaum mehr getan, als das uralte RAZR V3 dem aktuellen Stand der Technik anzupassen.

Ausstattung

2 Megapixel gibt das RAZR2 V8 her, mangels LED-Leuchte sind nur Tagesaufnahmen möglich. Die Kamera befindet sich auf der Vorderseite über dem Außendisplay. Sieht gut aus, doch bei aufgeklappter Oberseite schleicht sich mitunter der Knöchel eines angewinkelten Zeigefingers vor die Linse. Aber mehr als Schnappschüsse sind mit dem Style-Handy ohnehin nicht drin - auch wenn die Fotoqualität für eine Handyoptik noch recht ansehnlich ist. Auf den 1600x1200 Bildpunkten zeigen sich ordentliche Übergänge und kleine Details wirken nicht verschwommen, sondern werden zuverlässig auf den Fotochip abgebildet. Die Farben sind bei günstigem Lichteinfall etwas kraftvoller im Vergleich mit den 2-Megapixel-Fotokameras der anderen Hersteller. Videos kann man mit dem Handy kaum drehen: schlappe 176x144 Bildpunkte liefern allenfalls amüsante Ergebnisse.

Praxistest: Motorola RAZR2 V8

Multimedia ohne Speicher ist wie eine Kutsche ohne Räder: 420 MB sind zwar schon mal genug, um mehrere Musikalben auf dem Handy unterzukriegen, erweitern lässt sich das Kontingent jedoch nicht, da dem RAZR2 V8 ein Speicherkarten-Slot fehlt. Mit der Schnelltaste links neben dem Steuerkreuz wird der Musikplayer gestartet. Beim ersten Start landet man praktischerweise erst mal in der Musikbibliothek, in der Songs nach Künstler, Genres, Alben und anderen Kategorien wie häufige oder kürzlich gespielte Titel geordnet sind. Bei der Wahl des Dateiformates hat der Nutzer die Qual der Wahl, von MP3 über AAC bis hin zu DRM-geschützten WMAs spielt das V8 alle verbreiteten Standards brav ab. Die Bedienung des Players ist ordentlich, auch die Möglichkeit, Bluetooth-Stereo-Headsets anzuschließen, wollen wir an dieser Stelle lobend erwähnen. Halten wir hier etwa den perfekten Musikbegleiter in der Hand? Doch Stop! Ein Musikhandy ohne Equalizer, wo gibts den so was? Im RAZR2 V8 wurde der Equalizer doch tatsächlich einfach vergessen. Ob es am Zeitdruck oder anderen Schwierigkeiten lag: mit Absicht kann das jedenfalls nicht passiert sein. Als wenn das nicht genug wäre, spielen sich über das mitgelieferte Stereo-Headset grausige Effekte ab. Wähnt man sich bei den Handys der anderen Hersteller plötzlich in der akustischen Umgebung eines Badezimmers oder dem größten Weinfass der Welt, ist die Umsetzung von Motorola denkbar naiv: der Raumklang soll einfach dadurch erzeugt werden, dass die Tonspur in der Mitte leiser gedreht und das äußere Stereosignal verstärkt wird. Ergebnis: der Gesang, der in 99% aller Musikproduktionen mittig gemischt wird, ist kaum mehr zu hören. Hat da wer Lust auf Karaoke? Auch der Bassboost klingt ziemlich daneben. Wer seine Musik ohne Klangveränderung mag, den wird das vielleicht nicht so sehr stören, alle anderen sollten die Finger von dem Handy lassen.

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Der Opera Mini Browser in Version 8.50 versteckt sich unter dem Menüpunkt "Tools" neben Kalender und Email im dortigen "Web-Zugriff". Gute HTML-Performance ist man von dem ja schon gewöhnt. Auch wenn das ohne UMTS etwas länger dauert, werden die Seiten anstandslos aufgebaut. Darstellungsfehler haben wir nicht beobachtet. Per Option wechselt man von der originalgetreuen Darstellung einer Webseite in den Vollbildmodus oder zu einer an die geringen Ausmaße des Bildschirms angepassten Anzeige. Liegt der Fokus auf einem Link, wird der auf Wunsch einem Kontakt zugewiesen oder bei Bedarf in die Bookmarks verschoben. Vergebens sucht man hingegen Komfortfunktionen wie eine querformatige Anzeige, einen virtuellen Mauszeiger, Bild-in-Bild-Steuerungsfenster oder einen Feedreader. Zur kleineren Informationsabfrage reicht die Mini-Internetlösung dennoch aus.

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Im Gegensatz zu den verworrenen Nachrichten-Menüs älterer Motorola-Handys sind die Einstellungen für Emails auf dem RAZR2 V8 ganz einfach zu finden. Zwar fehlt eine voreingestellte Ausfüllhilfe mit den Daten der Big Five unter den Freemailprovidern, dennoch erklärt sich das meiste von selbst und statt Chaos erwarten den Nutzer geordnete Unterkategorien in den Konteneinstellungen. Hier kann er wahlweise die Originalantwort einfügen, ein Signal bei neuer Post aktivieren oder eine Signatur definieren. Das V8 kann auch auf IMAP-Konten zugreifen, dabei werden nur die Kopfinformationen der Nachrichten abgerufen - die Emails selbst verbleiben auf dem Server. Ähnliches gilt für POP3-Zugänge: hier ruft das Handy zunächst nur die ersten 5 Kilobyte einer Nachricht ab, der Rest kann dann später bei Bedarf nachgeladen werden. Auf dem Display finden leider nur drei Emails samt Datum, Absender und Betreffzeile Platz - besonders übersichtlich ist das nicht. Doch Hilfe naht: alle Einträge können mit wenig Aufwand in vom Nutzer selbst erstellten Ordnern abgelegt werden.

Die Kontaktverwaltung nimmt jede Menge Daten in sich auf, ohne dabei an Übersicht zu verlieren. Datentypen sind im horizontalen Reiterformat à la Sony Ericsson nebeneinander gestellt; Adresse, Anruferbild, Kontaktkategorie und Notizen bekommen jeweils eigene Anzeigeseiten, die Symbian-ähnlich seitlich mit der linken und rechten Richtungstaste aufgerufen werden. Der Mehrwert besteht darin, dass die Anzeige nicht durch zuviele Informationen überladen wird: nur Name, Bild, Telefonnummer und Kategorie werden unter dem ersten Reiter angezeigt. Auch beim Kalender geht Motorola mit ein paar erstaunlich vernünftigen Ideen einen großen Schritt in Richtung Alltagstauglichkeit: sich überschneidende Termine werden nun in der Wochenansicht nebeneinander als blaue Linien angezeigt. Es lassen sich zwar nicht mehr als zwei Termine gleichzeitig eintragen, aber wer in diese Verlegenheit kommt, hat ohnehin ein ziemlich großes Problem mit seiner Zeitplanung.

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Der MicroUSB-Port avanciert - nicht nur bei Motorola - zum neuen Standard der Nahfeldconnectivity. Drahtlos steht beim RAZR2 eine langsame Bluetooth-Schnittstelle helfend zur Seite. Während die Kopie einer MP3 via Blaufunk eher behäbig von statten geht, bringt USB2.0 vor allem bei größeren Dateien immense Geschwindigkeitsvorteile: Nach wenigen Sekunden ist der Transfer von einer Durchschnitts-MP3 beendet. Alternativ dient der Slider auch als Modem, mit EDGE dürfte sich der Internet-Spaß allerdings in Grenzen halten. Für alle Aktionen sind die Motorola Phone Tools unverzichtbare Schaltzentrale auf dem PC, von der aus jegliche Aktivitäten von der PIM-Synchonisation bis zur Modem-Anbindung gesteuert werden. Wenn man einmal vom völlig dysfunktionalen Design absieht, hat das Softwarepaket zahllose Helferlein zu bieten: als Beispiel sei die Synchronization Suite genannt, mit der sich Kalender- und Kontaktdaten direkt auf dem PC bearbeiten und mit einem Klick aufs Handy übertragen lassen.

Mit 666 Leistungspunkten in Kishontis JBenchmark, dem designierten Test zur Beurteilung der Leistung von Mobilelefonen, liefert das V8 eine teuflisch gute Performance ab, liegt aber noch über 100 Punkte unter der Leistung des Überfliegers ROKR Z6. 3D-Grafiken werden mit nahezu flüssigen 15 Bildern pro Sekunde gerendert, das dürfte selbst anspruchsvolle Gamer zufrieden stellen. Im Spielemenü des RAZR2 V8 findet man außerdem online-gestützte Helferlein zum Speichern von Textnachrichten (Motorola Text) und Kontaktdaten (Backup). Dazu muss zunächst ein kostenpflichtiger Account erstellt werden. Oft bieten aber die Netzprovider diesen Service ebenfalls - und meistens kostenlos an. Der exzellente Dateimanager mit Explorer-Funktionalität tummelt sich hingegen im "Tool"-Ordner: ob Aktionen wie Kopieren, Einfügen, Verschieben oder die Wahl der Anzeige, vieles erinnert hier an ein ausgewachsenes Betriebssystem. Natürlich ist das V8 auch mit Alltagshelferlein ausgestattet. Zu drei verschiedenen Weckzeiten, jeweils auf den Wochentag genau abgestimmt, klingelt der Wecker. In Kombination mit der Weltzeituhr hilft er über den Jetlag hinweg, der simple Taschenrechner taugt dann noch zur Addition der Hotelrechnung. Ein Timer und ein Notizbuch mit der Möglichkeit, den Kurztexten das Attribut "wichtig" zuzuweisen, runden die kleine Sammlung nützlicher Tools schließlich ab.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Von der hervorragenden Umsetzung der Kontaktverwaltung über ein angenehm intuitives Einstellungsmenü bis hin zur Vereinfachung des Hauptmenüs vermittelt das RAZR2 V8 ein ganz neues Bediengefühl. Ob SMS-Tippen, einen Eintrag in den Kalender vornehmen, nach einer Kontaktinformation suchen, dank einer extrem schnellen und logisch aufgebauten Betriebsoberfläche geht kaum Zeit fürs Nachdenken drauf, auch nicht, wenn der Musikplayer im Hintergrund läuft. An vielen Stellen wird sichtbar, wie angenehm es sein kann, wenn ein Mobilfunkriese beginnt, sich zu bewegen: So eine einfache und intuitive Menüführung war man von Motorola lange nicht gewohnt. Zur optischen Anpassung der Darstellungen sind drei Themes vorinstalliert. Während Schaltflächen und Farben unveränderbar in Stein gemeißelt wurden, können Hintergrund, Bildschirmschoner, Ein- und Ausschaltanimationen sowie alle Tonsignale innerhalb der Themes personalisiert werden. Alle Einträge des Hauptmenüs können neu sortiert werden, selbst Unterordner sind schnell angelegt, benannt oder verschoben. Die Sprachsteuerung des V8 wird mit einer eigenen Zusatztaste rechts oben gestartet.

Praxistest: Motorola RAZR2 V8

Die Sprachqualität bewegt sich beim RAZR-Nachfolger auf einem wenig schmeichelhaften Niveau: Dumpf und mit wenig klaren Höhen klingt der Gesprächspartners aus dem Telefonlautsprecher. Auch bei der Empfangsleistung schwächelt die Rasierklinge: in schlechter abgedeckten Regionen verliert sie schnell die Verbindung, die Einwahl oder der Übergang in ein anderes Netz lassen noch dazu etwas auf sich warten. Irritiert hat uns auch, dass zwei Empfangsbalken Adieu sagen, sobald die Antenneneinheit im Display-Deckel mit den Händen umschlossen wird - das vermittelt kaum das Gefühl, jederzeit und überall erreichbar zu sein. Auch der Akku macht schnell schlapp: mit dem V8 in der Tasche sollte man sich gut überlegen, welche Features wirklich benötigt werden. Ausgiebiger Musikgenuss rächt sich ebenso wie Bluetooth-Sessions mit Überlänge oder Marathon-Telefonate. Da schrumpft die Lebensdauer des mit 770 mAh ohnehin sehr knapp bemessenen Energiespeichers auf ca. zwei Tage. Gut, dass die USB-Verbindung gleichzeitig als Stromquelle dient. Ein vermisstes Ladegerät ist dann kein Grund zur Sorge.

Fazit

So ein schickes dünnes Klapphandy! Wenn auch die dunkle Seetang-Lackierung Geschmacksache bleibt und der Registrierkassen-Look der Tastatur nicht unbedingt einen Design-Preis verdient - vor allem in puncto Bedienung sollte man an Lob nicht sparen, die ist flüssig, spricht angenehm schnell an und hilft mit ihren vereinfachten Menüs, Zeit zu sparen. Der Nachfolger der legendären RAZR-Serie wartet also tatsächlich mit einigen Neuerungen auf. Nicht zu vergessen die Sensortasten am Außendisplay, über die man bequem auf den Musikplayer zugreifen kann. Und so ungefähr auf halbem Weg zwischen Lifestyle und Musik setzt der Folder mit der unkomplizierten DRM-Integration noch eins drauf. Dann bleibt die V8-Maschine aber plötzlich im Schlamm stecken: nicht erweiterbarer Speicher, miese Sprachqualität und ein schwacher Akku sind zwar kein Totalschaden, lassen viele aber zu Modellen der Konkurrenz greifen. So kann das RAZR2 V8 mit seinem unsterblichen Design vor allem jenen empfohlen werden, die Wert auf gutes Aussehen legen.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

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