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Praxistest: Sony Ericsson W980

 

Praxistest: Sony Ericsson W980

Datum:
11. 12. 2008
Redakteur:
Stefan Schomberg
 

Pünktlich zum dreijährigen Jubiläum seiner erfolgreichen Walkman-Reihe bringt Sony Ericsson das W980 auf den Markt. Anstelle von Innovationen erwarten den Käufer Retrodesign und imposante Lichterspiele. Reicht das, um die Walkman-Fahne hochzuhalten? Wir haben das W980 ausführlich getestet.

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Lieferumfang / Verarbeitung

Beim Lieferumfang gibt sich der Hersteller zurückhaltend. Mit Bedienungsanleitung und Schnelleinweisung, Daten- und Ladekabel sowie einem hochwertigen Kopfhöhrern erinnert die Ausstattung zwar nicht an eine Jubiläumsausgabe, lässt aber für den Einstieg auch nichts vermissen. Eine Speicherkarte sucht man vergeblich. Die wird aber auch nicht gebraucht, schließlich verfügt das Handy über einen internen Speicher von acht Gigabyte.

Praxistest: Sony Ericsson W980
Praxistest: Sony Ericsson W980

Das Design des W980 polarisiert. Viele wird der billige Kunststoff-Look abstoßen, andere werden den Retro-Charme lieben, den das Plastik-Handy in Verbindung mit dem kantigen Design versprüht. Nur auf Fronseite und Tastenfeld dominiert schwarzer Klavierlack, der Rest ist aus griffigem, mattschwarzem Kunststoff gefertigt. Im geschlossenen Zustand schaut man auf eine silbrig spiegelnde Oberfläche, unter der sich das kleine Außendisplay sowie drei Sensorfelder zum Steuern des Musikplayers verstecken. Sowohl Display als auch Bedienelemente werden erst erkennbar, wenn sie mittels Tastendruck zum Leben erwachen. Leider ist die spiegelnde Oberfläche alles andere als robust ausgefallen. Bereits nach wenigen Tagen ärgerten wir uns über deutlich sichtbare Kratzer. Darüber hinaus kann man das kleine Außendisplay bei Sonnenlicht nur sehr schlecht ablesen.

Praxistest: Sony Ericsson W980
Praxistest: Sony Ericsson W980

Leider wirkt auch das Hauptdisplay ziemlich "retro". Eine Diagonale von 2,2 Zoll und 240x320 Pixel Auflösung bei 262.144 Farben entsprechen zwar gerade noch den aktuellen Multimedia-Standards, doch für ein Top-Handy der Walkman-Reihe wünscht man sich etwas mehr. Immerhin kann sich die Qualität des Displays sehen lassen. Mit ihren kreisrunden Tasten erinnert die Tastatur zwar stark an die muffigen 1950er, lässt sich aber gut bedienen. Alle Tasten profitieren vom extrem kurzen Tastenhub, der in einem knackigen Druckpunkt endet.

Lichteffekte sind ein großes Highlight des Walkman-Handys. Beim Musikhören wird der Retro-Folder zur Leuchtbombe. Das transparente Plexiglas unter den Sensortasten erwacht zum Leben und flackert im Walkman-Orange zum Takt der Musik. Auch ein eingehender Anruf wird durch flackernde Lichtsignale signalisiert, dann allerdings in schlichtem Weiß.

Ausstattung

Praxistest: Sony Ericsson W980
Praxistest: Sony Ericsson W980

Ein Druck auf die Walkmantaste führt direkt in den Musikplayer. Der präsentiert sich optisch weder neu noch besonders ansehnlich, sondern eher aufgeräumt und informativ. Gesteuert wird er wie gewohnt über den NavKey oder die drei Tastenfelder, die unter der verspiegelten Front leuchten. Dabei fungiert das mittlere Tastenfeld als Mini-NavKey, mit dem sich alle Musikfunktionen ansteuern lassen. In der Medienbibliothek erwartet den Nutzer eine umfangreiche Sortierung etwa nach Titel, Alben oder Wiedergabelisten. Auf die SensMe-Funktion, die alle Songs in ein Stimmungsraster von traurig bis fröhlich einordnet, hat man ebenfalls Zugriff. Ein weiterer Pluspunkt ist der FM-Transmitter, mit dessen Hilfe auf einer frei wählbaren UKW-Frequenz Musik an Radios in der Nähe gesendet werden kann. Das macht besonders im Auto Sinn, ohne lästige Kabel oder stromfressenden Bluetooth-Betrieb erschallt die Musik des Handys über die Audioanlage des Fahrzeugs. Die ShakeMe-Funktion wird über die Walkman-Taste aktiviert: einfach draufdrücken, das Handy ruckartig nach links oder rechts bewegen und schon wird das vorherige oder das nächste Lied abgespielt. Zusätzlich kann man mit einer vertikalen Schüttelbewegung die Lautstärke verändern, wildes hin-und herwedeln führt zum Mischen der Titel. Neben MP3 wird auch das AAC-Format unterstützt. So können bis zu 8000 Titel in den 8-Gigabyte-Speicher gestopft werden. Auch kopiergeschüztze Dateien machen keine Probleme.

Praxistest: Sony Ericsson W980
Praxistest: Sony Ericsson W980

Beim Klang ist alles clear, denn im W980 nutzt der Hersteller die sogenannte ClearAudio-Technik. ClearBass und ClearStereo sollen für deutlich besseren Klang sorgen und ersetzen den bisherigen Begriff MegaBass. Der Sound ist brillant. Liebhaber tiefer Bässe kommen voll auf ihre Kosten, zusätzlich werden die Höhen noch mehr betont. Auch die mitgelieferten InEar-Kopfhörer begeistern. Bis kurz vor das Trommelfell geschoben, entfesselt das Kabelheadset auf Wunsch ein sowohl extrem klares als auch basslastiges Konzerterlebnis der Extraklasse, dem Übersteuern auch bei hoher Lautstärke nahezu fremd ist. Alternativ kann man Stereo-Bluetooth-Kopfhöhrer koppeln oder dank des zweiteiligen Kabelheadsets andere 3,5 Millimeter-Kopfhöhrer anzuschließen. Das Radio gefällt mit 20 Senderspeicherplätzen, RDS und sowohl gutem Empfang als auch gutem Sound. Eine versprochene eingebaute FM-Antenne fehlt.

Praxistest: Sony Ericsson W980
Praxistest: Sony Ericsson W980

Die Kamera des W980 löst zwar 3,2 Megapixel auf, bietet aber weder einen Blitz, noch Autofokus oder gar Bildstabilisator. Dementsprechend fallen auch die Ergebnisse aus. Farben und Kontraste werden überbetont, was zu einer wenig realistischen Wiedergabe führt. Selbst Schnappschüsse sind kaum drin, da das Handy für querformatige Bilder aufrecht und nicht wagerecht gehalten werden muss und so schnell der Zeigefinger vor der Linse landet. Die Fotos werden in der Mediengalerie nach der Entstehungszeit sortiert aufgelistet. Überflüssiger Weise tauchen auch alle Coverarts der Musiksammlung hier auf. Wenn man das Handy kippt, dann drehen sich auch die Bilder automatisch ins Querformat - allerdings nur mit Verzögerung.

Praxistest: Sony Ericsson W980
Praxistest: Sony Ericsson W980

Dank HSDPA mit 3,6 Megabit pro Sekunde erreicht das W980 akzeptable Geschwindigkeiten beim Surfen im Internet. In der Desktop-Ansicht kann man sich von der fehlerfreien Darstellung selbst großer HTML-Seiten überzeugen, eine 90-Grad-Drehung erfolgt allerdings trotz des verbauten Lagesensors nicht automatisch, sondern nur über das Browser-Menü. RSS-Feeds lassen sich schnell und einfach abonnieren. Mehr als eine Markieren-und-Kopieren-Funktion oder eine Lesezeichenverwaltung hat der Browser darüber hinaus nicht zu bieten. Dafür ist das W980 für POP3- und IMAP-Postfächer gewappnet. Einmal manuell eingerichtet, treten beim Abruf der Mailbox keine Probleme auf. Der Posteingang ist aber sehr unübersichtlich, da nur vier Mails gleichzeitig angezeigt werden.

Die Kontaktverwaltung reicht mit über 20 Informationsfeldern und einem übersichtlichen Reitermenü für den Alltag völlig aus. Der Kalender reicht allerdings gerade einmal für Geburtstage und einfache Aufgaben. Aber beim W980 steht ohnehin die Musik im Vordergrund. Der Transfer der Musiksammlung auf das W980 erledigt man am schnellsten über das USB-Datenkabel. Den Datentransfermodus sollte man aber ignorieren, da er jeweils einen Neustart des Handys erfordert. Bluetooth wird vom W980 ebenfalls unterstützt, allerdings sollte man damit vor allem seine Kontakte und KTermine synchronisieren. Als Software liefert Sony Ericsson dafür seine PC Suite auf CD mit. Das W890 unterstützt auch den Kontaktdatenabgleich mit einem externen Server.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Praxistest: Sony Ericsson W980
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Das Betriebssystem ist schnell, Multitasking ist kein Problem. Eine Spielekonsole ist das W980 deshalb aber nicht, denn bei anspruchsvollen 3D-Spielen ruckeln die Ihnhalte über das Display. Spaß macht die die vorinstallierte Raserei "Need for Speed" trotzdem, zusätzlich sind zwei weitere Spiele und von der Weltuhr über Wettervorhersage bis zum Schrittzähler überraschend viele Mini-Anwendungen mit an Board. Die Bedienung des W980 ist sehr intuitiv, so dass das Handbuch im Lieferkarton verbleiben kann. Die fünf animierten Themes ändern lediglich das Erscheinungsbild, die Menüstrukturen bleiben unverändert trocken. Sie hätten passend zum Retro-Charme ruhig etwas flippiger ausfallen dürfen. Sieben Situationsprofile können den eigenen Vorstellungen angepasst werden. Nach wie vor erreicht man den Flugzeugmodus nur mit einem Neustart des Handys.

Die Sprachqualität ist nicht kristallklar, hinterlässt aber einen ordentlichen Eindruck. So wirken die Stimmen der Gesprächspartner natürlich, auch wenn ihnen etwas Substanz und Lautstärke fehlt - mehr Tiefen wären auch nett gewesen. Das Grundrauschen ist kaum warnehmbar und stört daher kaum. Auch beim Empfang gibt sich das W980 keine Blöße. Die Akkuleistung ist nur Mittelmaß. Mit seiner Kapazität von 930 Milliamphere kommt das W980 selbst bei geringer Nutzung nicht über eine Woche Laufzeit hinaus. Nutzt man die verschiedenen Funktionen regelmäßig, dann pendelt sich der Ladezyklus etwa bei drei Tagen ein. Der Musikplayer schafft im Dauerbetrieb maximal 20 Stunden.

Fazit

Mit dem Design dürfte Sony Ericsson stark polarisieren: Viele wird der billige Plastik-Look abstoßen, andere werden genau den Retro-Charme lieben, den das Klapphandy in Verbindung mit dem kantigen Design versprüht. Doch ohne Zeifel bietet der neue Vertreter der Walkman-Serie klasse Musikfunktionen. Ein stylisches Außendisplay zur Musiksteuerung, ein guter Player mit vielen Funktionen, acht Gigabyte interner Speicher, FM-Transmitter und ein glockenklarer Klang mit Clear-Audio-Technologie machen aus der Retro-Klappe ein Musikhandy, an dem sich die Konkurrenz messen lassen muss. Auch die Telefonfunktionen gefallen mit guter Sprachqualität, lediglich der Akku könnte besser sein. Die Kamera ist keine Offenbarung, sie produziert trotz 3,2 Megapixeloptik allenfalls mittelprächtige Ergebnisse. Derzeit erhält man das W980 für etwa 410 Euro ohne Vertrag. Bessere Musikhandys sind dafür nicht zu bekommen.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

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