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Praxistest: HTC Touch Diamond

 

Praxistest: HTC Touch Diamond

Datum:
07. 01. 2009
Redakteur:
Andreas Seeger
 

Das Touch Diamond von HTC ist mit HSDPA, WLAN, GPS und vor allem dem VGA-Touchscreen überragend ausgestattet. o2 und T-Mobile verkaufen das Gerät als Xda Diamond und Mda Compact IV. Wir haben das Supersmartphone in der Xda-Variante getestet.

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Design / Verarbeitung

Praxistest: HTC Touch Diamond
Praxistest: HTC Touch Diamond

Auf den ersten Blick wirkt alles sehr edel an dem ultrakompakten Smartphone, dessen Hardware im Moment das maximal Mögliche in der Mobilfunkbranche markiert. Zusammengehalten wird das Touch Diamond von einem schwarzen Rahmen aus rostfreiem Stahl. Gerade mal 11,33 Millimeter ist es hoch und damit um das Drittel eines Millimeters flacher als das iPhone. Der Bildschirm besteht aus getemperten Glas unter einer speziellen Plastik-Oberfläche, in welche die Sensoren für die Bedienung mit dem Daumen oder einem Stylus eingelassen sind. Dadurch ist er extrem bruchfest. Nur die Rückseite besteht aus schnödem Plastik. Hier unterscheiden sich die Diamond-Varianten: wo das Original von HTC mit glänzendem Klavierlack in Diamant-Struktur überzogen ist, findet man beim Xda Diamond nur matten, glanzlosen Kunststoff. In Verbindung mit den ergonomisch abgerundeteten Kanten sorgt der aber dafür, das das Smartphone überaus griffig in der Hand liegt.

Sehr erfreulich ist außerdem, dass das Highend-Smartphone von HTC nur 110 Gramm auf die Waage bringt. Zum Vergleich: das iPhone wiegt 135 Gramm. Allerdings ist das Diamond nicht so sauber verarbeitet wie das Apple-Handy. Schnell drängt sich der Verdacht auf, dass an den Übergängen zwischen Rahmen und Rückschale eventuell Staub oder Feuchtigkeit eindringen können. Die vier Bedienknöpfe sind auf einer Wippe angebracht, die beim Drücken ins Gehäuse gepresst wird. Auch dort entsteht der Eindruck, dass Feuchtigkeit hinein kommen könnte. Hinzu kommt, dass der miniUSB-Anschluss völlig ungeschützt offen liegt, da HTC auf eine Kunststoffklappe verzichtet. Immerhin ist es die einzige Gehäuseöffnung, da der Anschluss die Kopfhörer sowie PC- und Ladekabel schluckt.

Praxistest: HTC Touch Diamond
Praxistest: HTC Touch Diamond

Der VGA-Touchscreen ist fraglos ein großes Highlight des Diamond. Bei 480x640 Pixeln wirkt die Darstellung so scharf, dass die Buchstaben wie bei einer gedruckten Zeitschrift aussehen. Maximal 65.536 Farben werden angezeigt, eine transflektive Beschichtung garantiert auch bei hellem Außenlicht gute Ablesbarkeit. Ob beim Schreiben, Surfen oder YouTube schauen, die Anzeige des Diamond ist in jeder Situation herausragend. Unter dem Touchscreen findet man einen Navkey, der von vier Tasten flankiert wird. Den sollte man aber nicht für die Navigation durch die Menüs nutzen - Druckflächen und Druckpunkte sind so schwammig, dass man immer erst nach dem zweiten Versuch eine Taste trifft. Mit der Eingabe über den Touchscreen ist man in jedem Fall besser beraten. Die virtuelle Tastatur, die beim Schreiben eingeblendet wird, ist aber etwas unpraktisch, denn sie füllt fast den gesamten Bildschirm aus und verdeckt das zu bearbeitende Textfeld. So wird bei der Einrichtung eines Email-Postfaches das Passwortfeld komplett überdeckt. Dafür gibt es drei verschiedene Bildschirmtastaturen, so dass man bei den Varianten mit den großen Knöpfen auch auf den Stylus verzichten kann.

Ausstattung

Praxistest: HTC Touch Diamond
Praxistest: HTC Touch Diamond

Bei der Kamera hat HTC gespart. 3,2 Megapixel sind zwar mittlerweile gehobener Handy-Standard, es fehlt aber an Features, die die Optik unterstützen. So ist die Diamond-Kamera mangels Blitzlicht bei schlechten Lichtverhältnissen unbrauchbar. Immerhin wird sie von einem Autofokus unterstützt, der sich sehr schnell auf sein Ziel scharf stellt. Die Bildqualität wird niemanden zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Bei unseren Aufnahmen legte sich oft ein leichter Schleier über das Foto, die Farben wirken dementsprechend blass. Viel spannender als die Qualität der Bilder ist die Bedienung der Kamera über den Touchscreen und die Darstellung der Bilder in der Galerie. Der Menüpunkt "Fotos und Videos" ist ein Erlebnis für sich. Die Fotos werden schräg eingeblendet, als ob sie am Kaffeetisch herumgereicht werden. Streicht man mit dem Finger darüber, dann flattert das nächste Bild herein, tippt man darauf, wird es als Vollbild angezeigt. Ein Dreh am Navigationsrad zoomt das Bild stufenlos heran, ein Fingerstreich über das Display startet eine kleine Animation, in der das nächste Foto seitlich ins Display wechselt. Alles bewegt sich flüssig und butterweich, Verzögerungen und Ruckler traten bei uns nicht auf. HTC hat hier ganze Arbeit geleistet.

Praxistest: HTC Touch Diamond
Praxistest: HTC Touch Diamond

Vier Gigabyte Speicher bieten viel Platz für Musik und Videos. Schade ist aber, dass HTC auf einen Slot für microSD-Karten verzichtet. Am einfachsten kopiert man seine Dateien mit dem Windows Media Player 11, dank des schnellen USB2.0-Ports ist ein Song in wenigen Sekunden im Smartphone gelandet. Und wenn man danach den Menüpunkt Musik antippt, dann freut man sich über eine moderne 3D-Optik, die stark an Apples Cover Flow erinnert. Es beginnt schon mit dem Ausgangsbildschirm. In einer hübschen 3D-Perspektive wird das aktuelle Albumcover großflächig dargestellt, daneben findet man drei fingerfreundliche Buttons zum Pausieren oder Skippen der Tracks. HTC spendiert dem Smartphone sogar einen 10-Band Equalizer, bei dem man entweder auf eines der 20 Klangprofile zurück greift, oder frei an den Frequenzbändern herum spielt. Er funktionert nur bei angeschlossenem Headset. Und da sind wie bei der größten Schwäche des schicken Diamond-Musikplayers angelangt. Die Lautstärke der Kopfhörer ist im Vergleich zu anderen Handys viel zu leise, und da sie über den miniUSB-Port eingestöpselt werden, kann man leider auch keine anderen anschließen. Der Klang ist trotz Equalizer immer zu dünn und höhenlastig. Alternativ kann man das Radio einschalten oder seine Lieblings-Sendungen als Podcast anhören. Der vorinstallierte Client schluckt auch problemlos Video-Podcasts. Für Videofreunde gibt es aber noch etwas viel besseres: Youtube. Das der Browser kein Flash darstellen kann, installiert HTC beim Diamond - genauso wie Apple beim iPhone - einen speziellen Client, der die gesamte Youtube-Palette beherrscht und sich sogar noch viel einfacher bedienen lässt, als über einen Internet-Browser. Bei einer bestehenden HSDPA- oder WLAN-Verbindung flitzen die Filme flüssig und fast ohne Ladezeiten über den Bildschirm.

Praxistest: HTC Touch Diamond
Praxistest: HTC Touch Diamond

Der auf dem Diamond vorinstallierte Opera in der neuesten Version 9.5 ist einer der besten Browser für mobile Endgeräte, die man derzeit findet. Opera Mobile 9.5 unterstützt alle Web-2.0-Inhalte und rendert Internet-Seiten schneller als seine Vorgänger. Statt einer an den Bildschirm des Mobiltelefons angepassten Ansicht stellt der Browser alle Seiten in einer Übersicht dar. Der Nutzer sucht sich die Stelle, die ihn interessiert und zoomt mit einem Doppeltipp auf das Display in die Seite hinein. Alternativ kann er auch über eine Kreisbewegung auf dem Display oder auf dem Navkey stufenlos hinein- oder herauszoomen. In Verbindung mit HSDPA und dem auf 528 Megahertz getakteten Prozessor ist der Seitenaufbau sehr schnell, auch die Bewegung innerhalb der Seite wird nicht von Verzögerungen unterbrochen. Email-Accounts lassen sich je nach auch ohne manuelle Eingabe der Serverdaten schnell einrichten: Ein Assistent hilft, falls die Daten von einem bekannten Mail-Anbieter stammen. Windows Mobile-typisch kann der fertige Account dann in jeglicher Hinsicht an die eigenen Bedürfnisse agepasst werden. An Komfortfunktionen übertrifft der Client bei weitem die Standardansprüche des Durchschnittsnutzers - nicht zuletzt dank der Unterstützung von Pushmail und Signaturen, der Synchronisation mit Email-Adressbüchern im Web und erweiterten Sortier- und Bearbeitungsoptionen. Wozu noch den PC einschalten, wenn man ein Diamond in der Tasche hat?

Praxistest: HTC Touch Diamond
Praxistest: HTC Touch Diamond

Die Ansicht mit den Favoritenkontakten passt optisch gut zur übrigen System-Oberfläche. Kontakte werden ähnlich wie Albumcover oder Bilder mit einer hübschen 3D-Abbildung dargestellt. Hier kann der Nutzer beliebig viele Kontakte hinterlegen und bequem mit einem vertikalen Fingerstreich durchscrollen. Drückt er mit dem Finger auf die schmale Thumnail-Übersicht am rechten Rand, dann wird das jeweilige Bild, auf dem er sich gerade befindet, vergrößert mit Namen eingeblendet und lässt sich bequem anfrufen. Der Stylus kann also getrost in seiner magnetischen Verankerung bleiben. Die Oberfläche des Windows Mobile-Kalenders lehnt sich ans Desktop-basierte Outlook an und bietet den gewohnten Komfort. So hilft etwa eine Zeitleiste in der Agenda-Ansicht, den Überblick über den Tag zu behalten. Je nachdem, welcher Termin gerade ausgewählt ist, rollt sie in die Vormittags- oder Nachmittagsposition, um ihn optisch in den Tag einzugliedern. Sogar Geburtstage werden direkt vom Kontakteintrag in den Kalender übernommen. Durch die Monats- Wochen- und Tagesansicht wechselt man in der Kalenderanwendung mit dem linken Softkey.

Für den Datenversand kann der Nutzer HSDPA mit 7,2 Megabit pro Sekunde benutzen sowie HSUPA, EDGE und WLAN. WLAN lässt sich auch - und das ist neu - energieoptimiert betreiben. Alle Connectivity-Spielarten sind übersichtlich im Comm Manager aufgeführt. Es reicht bereits ein Fingertipp, um die jeweilige Verbindungsart ein- oder auszuschalten. Für erweiterte Verbindungs-Einstellungen muss man allerdings den Umweg über das Windows Mobile Menü gehen. Hier versteckt sich auch eine Liste der unterstützten Bluetooth-Profile. Und da staunt der Fachmann nicht schlecht: Das Diamond funkt mit dem modernen Standard 2.0+EDR und unterstützt alle Protokolle, die derzeit in Verbreitung sind. Neben A2DP für den Anschluss drahtloser Stereo-Kopfhörer kann der Nutzer auch auf das Sim Access Profile (SAP) bauen und so etwa mit der Kfz-Freisprechanlage auf die SIM-Karte des Telefons zugreifen. Sogar AVRCP, dass die Bluetooth-Kophörer zur Fernbedienung macht, wird unterstützt.

Auf dem o2 Xda Diamond ist der neueste Tomtom Navigator in Version 7 installiert. Doch gleich nach dem Programmstart stellt man ernüchtert fest, dass man die Karten extra kaufen muss. Immerhin kann man sich zum Ausprobieren einen Stadtplan der Heimatstadt kostenlos herunter laden. Wer mehr will, muss zahlen. Das Tomtom-Komplettpaket für Westeuropa kostet 80 Euro. Diese Investition lohnt sich, denn das Diamond taugt in jeder Hinsicht als vollwertiges Navi-Gerät. Die Empfangsleistung der GPS-Einheit ist ausgezeichnet. In der Regel vergeht nur eine Minute bis zum Satelliten-Fix. Die Routenführung ist präzise, der Handy-Lautsprecher ist dabei kräftig genug, um die Anweisung auch bei Straßenlärm noch zu verstehen.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Praxistest: HTC Touch Diamond
Praxistest: HTC Touch Diamond

Die meisten Anwendungen lassen sich einfach mit dem Daumen bedienen. Auf der Startseite, auf der man immer landet, wenn man die Home-Taste unten rechts drückt, blickt man direkt auf verpasste Anrufe, SMS, die Anzahl der neuen Emails und anstehende Termine. Eine schlichte Digitaluhr zeigt die Zeit an. Herzstück der neuen TouchFlo-Oberfläche ist die Menü-Leiste am unteren Rand des Displays, die zu den wichtigsten Bereichen führt: Kontakte, SMS/MMS, Email, Fotos und Videos, Musik, Internet, Wetter, System-Einstellungen sowie Programme. Wenn man sich mit gedrücktem Finger über die horizontale Menüleiste bewegt, dann wird das entsprechende Icon vergößert und man kann bequem durch alle Einträge scrollen. Wenn man tiefer in die System-Einstellungen eintaucht, etwa um ein Programm zu installieren oder Verbindungen manuell zu definieren, dann landet man unweigerlich wieder in Windows Mobile 6.1 Professional und muss den Stylus zücken. Trotzdem bietet das Diamond unter allen Windows Mobile-Smartphones eine der gelungensten Bedienoberflächen.

Am Ohr säuselt sich das Diamond mit einem angenehm ausgepegelten Klangbild regelrecht in den Gehörgang. Ein kurzes Vibrieren bestätigt den Verbindungsaufbau. Auch neben Baustellen oder auf der Tanzfläche ist der Gesprächspartner noch verständlich. Ist das Gespräch erst einmal aufgebaut und eine wichtige Information muss notiert werden, kann man einfach den Stylus aus der Seite angeln. Ein Sensor startet dann automatisch die Notizanwendung. Der Empfang ist sehr gut, auch in schwächer abgedeckten Regionen stellt das Smartphone noch Erreichbarkeit sicher. Vom Akku sollte man hingegen keine Wunder erwarten. Es ist wohl den kompakten Maßen geschuldet, dass HTC nur eine Komponente mit einer Kapazität von 900 mAh verbaut. Wer das Diamond täglich zum Browsen oder Musik hören nutzt, muss jeden Abend den Akku aufladen. Selbst bei geringer Nutzung kommt man nicht über drei Tage hinaus.

Fazit

Das Touch Diamond ist ein herausragendes Smartphone. Die Hardware markiert das im Moment maximal Mögliche in der Mobilfunkbranche. Vor allem der brillante VGA-Touchscreen sticht hervor, der die Darstellung von Inhalten auf dem Smartphone schon in PC-Nähe rückt. Die geballte Technik-Power wurde auf engstem Raum verpackt, das Diamond ist kaum größer als ein normales Handy und passt locker in jede Hosentasche. Die TouchFlo 3D-Oberfläche sorgt dabei für eine intuitive und fingerfreundliche Bedienung. Doch auch auf dem Diamond lässt sich nicht verbergen, dass unter der hübschen Oberfläche letztendlich Windows Mobile steckt. Daher reagiert das Handy mitunter verzögert auf Eingaben. Das ist neben dem viel zu schwachen Akku der größte Kritikpunkt. Kleinigkeiten wie ein fehlendes Blitzlicht oder der zu leise Musikplayer lassen sich dagegen verschmerzen. Unterm Strich bleibt eines der besten Smartphones, die das Jahr 2008 bisher hervorgebracht hat. Nicht besser als das iPhone 3G, aber dafür ohne Knebelvertrag.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

Kommentare

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Reinhard - 19. 01. 2009 - 04:28 Uhr
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ansich ok. HSDPA funktioniert beim O2 nicht mehr sobald man eine andere Simkarte benutzt wird, fand ehrlich gesagt das Scrollrad und Verarbeitung vom HTC TOuch Flow viel besser. Das Menü habe sofort mit dem von SPB Mobile shell ersetzt. Das Diamond Menü war einfach nur unbrauchbar. Das schlimmste ist aber das HTC sich ein Dreck um Kunden kümmert. Muss mir im 60.000Euro BMW X5 eine 50 EUro Freisprecher an die Sonnenblende klemmen da die HTC TELEFONE bei BMW total crashen und in einen DAUERRESET verfallen sobald Bleutotth aktiviert wird. Ok Fehler sind möglich nach zig anrufen und emails an HTC keine ich meine nicht mal eine Antowrt. Dafür bringen sie dann einen Hotfix für ein 30Euro Jabra Headset heraus. Aber hier wird null Service geboten. Die FSE im BMW habe ich vom Iphone bis zu ericsson (insgesamt 15 verschiden nicht BMW zertifizeirte Modelle mit und Ohe Windows, mit luetooth 2.0 etc) getestet alle liefen befiredigend bis gut NUR HTC ein TOTAL VERLUST. Hab jetzt 2 so Krücken hier die gerade mal auf EBAY landen. NIE mehr HTC

 

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