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Praxistest: Sony Ericsson W910i

 

Praxistest: Sony Ericsson W910i

Datum:
19. 11. 2007
Redakteur:
Andreas Seeger
 

Schiebehandys von Sony Ericsson sind eine Rarität. Doch nach langer Abstinenz zeigen die Halbschweden Erbarmen und werfen mit dem W910i einen neuen Slider in die Walkman-Arena, der neben der Gestensteuerung Shake Control auch die ultraschnelle HSDPA-Funkklaviatur (3,6 Mbit/s) beherrscht. Wir haben den edlen Musikanten ganz langsam aufgeschoben und ausgiebig unter die Lupe genommen.

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Lieferumfang / Verarbeitung

Der japanisch-schwedische Mischkonzern mit Sitz in London hat sich anscheinend nicht nur Gedanken über die Handyform, sondern auch über den Lieferumfang des neuen Musikhandys gemacht. Denn neben der typischen Walkman-Ausstattung, die von hochwertigen Stereokopfhörern bis hin zum Ladegerät reicht, findet der freudig überraschte W910i-Käufer einen M2-Kartenleser im Karton. Das ist nicht nur innovativ, sondern auch ungeheuer praktisch, kann doch jetzt die beiliegende 1GB fassende M2-Speicherkarte direkt an den PC gestöpselt und befüllt werden.

Praxistest: Sony Ericsson W910i
Praxistest: Sony Ericsson W910i

Das Schiebehandy ist nahezu perfekt verarbeitet: keine ungleichen Spaltmaße, kein Klappern des Akkudeckels, die Oberseite schnappt straff und präzise auf - wenn dabei auch hörbar billiges Plastik aufeinender schleift. Billig? Leider, denn das in trendigem Signalrot oder edlem Schwarz erhältliche Musik-Handy geizt mit hochwertigen Materialien, sodass der Begriff „Plastikbomber“ passend erscheint. Oder noch besser „Plastiksegelflieger“, denn mit seinen dünnen, extrem breiten Abmessungen ist ein Vergleich zu den grazilen Himmelsstürmern naheliegender. Einen nicht zu verachtenden Vorteil hat die Materialwahl dennoch. Die typische Fettfingeranfälligkeit anderer Handys lässt das W910i komplett vermissen.

Besonders auffällig ist natürlich das Display: mit einer Bildschirmdiagonale von satten 6,4cm kann nicht mal das Cyber-shot-Flaggschiff K850i mithalten. Zwar werden auf der Riesenfläche „nur“ 240x320 Bildpunkte mit 262.144 Farben dargestellt, doch das tut weder der Bildschärfe noch der Farbintensität einen Abbruch. Noch dazu regelt ein Sensor die Displayhelligkeit und hilft so beim Strom sparen. So weit, so gut, doch der Blick unterhalb des Displays lässt bei Sony Ericsson-Veteranen die Kinnlade auf die Tischkante fallen: der Hersteller verzichtet erstmals auf Zurück- und Löschen-Tasten und beschränkt sich wie die restliche Handywelt auf eine Rufannahme- und Beenden-Taste. Ein mutiger Schritt, der leider nicht konsequent zu Ende gedacht wurde, denn sonst hätte man bemerkt, dass diese Tasten viel zu klein konzipiert sind. Auch bei der Anordnung von Walkman- und Profilwahl-Taste scheinen die Produktdesigner gedanklich schon bei anderen Projekten gewesen zu sein. Kopfseitig angeordnet, lassen sie sich nämlich im aufgeschobenen Zustand alles andere als einfach erreichen. Die Zifferntasten sind dagegen ergonomisch in drei Tastenblöcke unterteilt, schmeicheln den Händen aber kaum, dafür sind die Druckpunkte zu unpräzise und das Material einfach zu billig.

Ausstattung

Praxistest: Sony Ericsson W910i
Praxistest: Sony Ericsson W910i

In Anbetracht der heutigen Multimedia-Ansprüche kommt auch ein Walkman-Handy wie das W910i nicht um eine Kamera herum. Fehlende Extras wie ein Blitzlicht oder Autofokus machen allerdings schnell deutlich, dass diese Optik nur pro Forma eingebaut wurde. Kein Wunder also, dass die Bildergebnisse zu wünschen übrig lassen: starke Ausfransungen an Motivkanten, extremes Pixelrauschen und unscharfe Details im Nahbereich prädestinieren das W910i für nicht mehr als den Schnappschuss zwischendurch - und das mangels Blitzlicht auch nur bei guten Lichtverhältnissen. Im Videomodus macht der Musikslider eine bessere Figur: die Auflösung von 320X240 Pixel ist gehobener Standard und mehr, als die meisten anderen Sony Ericsson-Handys bieten. Überzeugender als das Knipsen von Bildern ist aber deren spätere Betrachtung in der völlig überarbeiteten Mediengalerie, die mit gelungener Inszenierung und einer an PSP oder PS3 erinnernden Bedienstruktur aufwartet. Der Lagesensor wurde dabei geschickt eingebunden: er sorgt etwa in der Galerie dafür, dass das Bild automatisch vom Hoch- ins Querformat wechselt, sobald man das Handy dreht. Spaß macht auch die neue Tag-Zuordnung: Jedes Bild kann mit einem bzw. mehreren Tags belegt werden und wird daraufhin im entsprechenden Ordner angezeigt. Wer nicht weiß, mit welchen Schlagworten er seine Bilder „taggen“ soll, kann sich an den Symbolen von Sony Ericsson orientieren: unschwer lassen sich die Familie, Freunde, oder eine Geburtstagsfeier identifizieren, dementsprechend benennen und mit Schnappschüssen füllen. Natürlich können die Fotos direkt auf dem Handy bearbeitet und anschließend an Freunde verschickt bzw. in einen Blog hochgeladen werden. Aber nicht nur im eigenen Blog, sondern auch auf dem Handydisplay lassen sich Bilder in einer ansprechenden Diashow präsentieren. Je nach gewählter Stimmung (von "Traurig" bis "Energie") erscheinen die Fotos etweder von melancholischen Klavierakkorden oder hippen Techno-Beats untermalt und werden dabei gedreht gesplittet, überblendet oder mosaikartig aufgebaut - das geht fast schon als Kurzfilm durch.

Praxistest: Sony Ericsson W910i

Die abspielbaren Musikdateien (MP3s, AACs und WMAs ohne DRM-Schutz) präsentiert das W910i ebenfalls in schicker XMB-Optik - inklusive Coverarts, die bereits in den Wiedergabelisten angezeigt werden. Zur neuen Optik haben sich auch neue Anzeigeoptionen gesellt, die die ohnehin schon üppigen Einstellungsmöglichkeiten der Walkman-Vorgänger nun mit eigenen Ordnern für Podcasts und einer Sortierfunktion nach Genre und Erscheinungsjahr endgültig vervollständigen. Der eigentliche Musikplayer bleibt hingegen nahezu unangetastet. Ähnliches gilt auch für den Klang: der ist gewohnt glasklar, auch bei hohem Lautstärkepegel verzerrungsfrei und kann per Equalizer an den eigenen Geschmack angepasst werden. Die Ünterstützung des Bluetooth-Profils A2DP ermöglicht darüber hinaus den Anschluss drahtloser Stereo-Kopfhörer. Walkman-typisch gesellen sich beim W910i einige zusätzliche Helfer wie etwa TrackID hinzu, das Musik aus dem integrierten UKW-Radio oder Disko-Lautsprecher einfängt und recht zielsicher identifiziert. Die Shake-Funktion findet man in ähnlicher Form bereits auf dem W580i: bei gedrückter Walkman-Taste führt eine kräftige seitliche Schüttelbewegung zum nächsten bzw. vorherigen Song. Das sieht beim flachen W910i nicht nur seltsam aus, sondern klappt wegen der Ungenauigkeit des dafür zuständigen Sensors auch nicht immer auf Anhieb und fällt damit in die Rubrik „für Technik-Freaks“.

Praxistest: Sony Ericsson W910i
Praxistest: Sony Ericsson W910i

Sag mir was du hörst und ich sage dir wer du bist! Besser als Shake Control schneidet der „SensMe“ getaufte Zufallsgenerator ab, der Musik nach der aktuellen Stimmung auswählt. Die Möglichkeit, Musik von „traurig“ bis „Party“ nach Tempo und Musikstil statt nach Künstler oder Album zu hören, feiert auf dem W910i ihre Weltpremiere. Die grafische Umsetzung ist nicht besonders anspruchsvoll, erfüllt aber ihren Zweck: Alle Songs sind als Punkte in einer Matrix sichtbar und an einer horizontalen und vertikalen Achse ausgerichtet – je nach ihrer Bewertung hinsichtlich Stimmung und Tempo. Der Nutzer kann nun einen Kreis um eine selbst gewählte Gruppe von Songs zu ziehen, die der aktuellen Laune entsprechen und so eine Playlist erstellen oder auch einzelne Songs auswählen. Doch bevor man das nutzen kann, muss der ebenfalls völlig überarbeitete Media Manager eine "Gefühlsanalyse" der eigenen Musiksammlung am PC durchführen. Das gelingt zwar treffsicher, dauert aber ziemlich lang: für fünf Gigabyte genehmigte sich unser schneller 2GHz-Rechner gute 1,5 Stunden. Schade auch, dass man die Matrix auf dem PC überhaupt nicht zu Gesicht bekommt und demensprechend auch nicht beeinflussen kann. Wer meint, sein Lieblingssong gehöre weniger in die Trauer- sondern vielmehr in die Partyecke der Matrix, der hat leider Pech gehabt. Trösten kann man sich mit den zahlreichen Zusatzfunktionen des Media Managers. Mit ihm lassen sich nun nicht mehr nur einfach Dateien à la Disc2Phone vom oder auf das Handy portieren, sondern auch wirklich verwalten, erweitern und verändern. Dank Reiteransicht geht dabei auch der Überblick nicht verloren, sodass man schnell und einfach Coverarts hinzufügen, Playlists basteln oder Podcasts verwalten kann.

Praxistest: Sony Ericsson W910i

Ein Musikhandy ist nicht primär dazu gedacht, in den Weiten des WWW zu surfen - auch das W910i nicht. Das zeigt schon die Tatsache, dass eine Extrataste zum mehr oder weniger gewollten Wechsel ins Netz fehlt. Dennoch versprechen das große Display und das Kürzel HSDPA viel Internetspaß. Leider wird der schon nach kurzer Zeit etwas getrübt. Die erhoffte HSDPA-Geschwindigkeit ist kaum spürbar - im Gegenteil, mit quälender Langsamkeit werden die Seiten aufs Display gestottert. Dass das Problem aber nicht in der Antenne sondern im überforderten Prozessor schlummert, zeigt eine andere Beobachtung: geladene Internetseiten scrollen ruckelig langsam vom Seitenanfang zum –ende durch. Mit anderen HSDPA-Handys und auch anderen Browsern wie Microsofts mobilem Internet Explorer oder Opera ist man komfortabler im Netz unterwegs.

In puncto Messaging gibt weniger der Ausstattungsumfang als vielmehr die fehlende Übersicht Grund zu Kritik. Zunächst zu den Pluspunkten: alle Nachrichtenformen von SMS über MMS bis hin zu E-Mails (inklusive IMAP IDLE-Push) werden unterstützt, einzig die fehlende Möglichkeit, HTML-Mails zu betrachten sorgt bei Nerds für Stirnrunzeln, dem hippen MP3-Freak dürfte das dagegen ziemlich egal sein. Schwerer wiegt dagegen die Verschwendung des videoleinwandgroßen Displays, das im Posteingang nur sage und schreibe vier Nachrichten gleichzeitig untereinander auflisten kann - im Hochformat, versteht sich. Bei den PIM-Funktionen kann man sich hingegen kaum über mangelnde Übersicht beschweren, hier serviert Sony Ericsson die gewohnte Hausmannskost des Lifestyle-Nutzers mit Feldern für Postanschriften bzw. Anruferbilder oder speziellen Ruftönen.

Praxistest: Sony Ericsson W910i

Dank Quadband-GSM ist man mit dem W910i weltweit erreichbar, für den Datenverkehr stehen HSDPA und EDGE bereit. Erstgenanntes ermöglicht theoretische Downloadraten von bis zu 3,6 Mbit/s, effektiv sind es aber meist etwa 250 kB/s. Das reicht aber noch, um das W910i als Modemersatz an den heimischen Rechner anzudocken und normal im Netz zu surfen. Bei Spielen liefert der Lifestyle-Musikant eine gute Vorstellung ab: im mitgelieferten "V-Rally 3D" jagt man pfeilschnell über grafisch anspruchsvolle gestaltete Pisten - der Schwenk ins Querformat lässt dabei fast schon PSP-Gefühle aufkommen. Noch einen Tick besser gefällt "Marble Madness 3D", das man innovativ über den Lagesensor steuert. Der Versuch, nur durch die Bewegung des Handys eine Kugel durch ein dreidimensionales Labyrinth zu steuern, bringt allerdings wegen des hohen Schwierigkeitsfaktors Faszination und Frust gleichermaßen mit sich. Trotz so viel Spaß haben die Halbschweden auch die ernsteren Dinge des Lebens nicht vergessen. Wecker, Kalender, Notizzettel und Diktierfunktion helfen über die Widrigkeiten des Alltags hinweg.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Praxistest: Sony Ericsson W910i
Praxistest: Sony Ericsson W910i

Immer noch bietet Sony Ericsson unumstritten die ansprechendste Präsentation, wenn es um die Menüführung- und Darstellung geht. Nirgends wird so viel gezoomt, gefadet und im Hintergrund animiert, ohne dadurch zu verspielt oder überladen zu wirken. Lediglich die tieferen Untermenüs sind nicht ganz so cineastisch inszeniert, bieten aber mit ihrer reiterbasierten Darstellung gute Übersicht. Da macht auch das neue W910i keine Ausnahme und setzt mit der neugestalteten Medienbibliothek sogar noch eins drauf. Doch das scheinen die Halbschweden diesmal etwas übertrieben zu haben. Zumindest die Hardware des schiebbaren Walkmansliders kann nicht immer mit den Ansprüchen der Software mithalten. Die Bilddrehung per Lagesensor benötigt einen kurzen Augenblick, bis sie ausgeführt wird, das Heranzoomen der Bilder in der Bibliothek ist nicht ganz ruckelfrei und selbst eine Albumliste braucht etwas Zeit, um nach dem Anklicken vollständig angezeigt zu werden. Bei so starken Defiziten steht zu befürchten, dass auch ein Firmware-Update keine befriedigende Abhilfe schaffen kann.

Versöhnt wird der Nutzer allerdings bei der zweitwichtigsten Funktion eines Musikhandys, und zwar der Gesprächs- und Empfangsqualität. Trotz seiner baulich bedingten Platzknappheit tönen Gesprächspartner realitätsnah durch den Äther, Gesprächsaussetzer sind dem W910i fremd. Sollte doch einmal der seltene Fall eintreten, dass der mobile Musikspieler das Netz verloren hat, baut er die Verbindung überdurchschnittlich schnell wieder auf. Glücklicherweise spart Sony Ericsson auch nicht am Akku. Zwar wird der Straßenmusikant von diversen anderen Handys in puncto Akkuleistung übertroffen, doch mit Blick auf die flache Bauform hätte man schlimmeres vermutet. So hält der Musikslider bei normaler regelmäßiger Nutzung locker vier Tage durch, nur bei übermäßiger Beanspruchung sinkt dieser Wert auf etwa zwei Tage ab.

Fazit

Den iPod kann man wegschmeißen. Mit einer ausgereiften Musikverwaltung in PSP-Optik, neuen Features wie SensMe und dem bewährten Walkman-Player lässt das W910i die meisten Standalone-MP3-Player ziemlich alt aussehen. Hinzu kommt, dass dem Nutzer über die Musik hinaus einiges geboten wird: flinke HSDPA-Connectivity, ein riesiges Display und solide Telefonfunktionen werden von einem strammen Akku am Leben gehalten. Obendrein steckt das Ganze in einem schlanken und extrem leichten Gehäuse. Bei aller Lobhudelei darf man aber nicht vergessen, dass der deutliche Plastik-Charakter des W910i seinem Innern in keiner Weise gerecht wird und das Betriebssystem mitunter nur schleichend auf Eingaben reagiert. Vermisst haben wir auch einen direkten 3,5mm Klinkenanschluss – den baut Konkurrent Nokia mittlerweile standardmäßig in seine Musikhandys ein. Aber das kann uns nicht davon abhalten, Sony Ericssons neuen Walkman-Slider eine Kaufempfehlung auf die Verpackung zu stempeln.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

Kommentare

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marn - 12. 12. 2010 - 09:30 Uhr
Unregistriert

ich hab das handy aber weiß nicht wie man musik umbenennt... bitte um antwort

 
vici - 20. 09. 2009 - 17:47 Uhr
Unregistriert

sieht gut aus

 

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