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Praxistest: Sony Ericsson W380i

 

Praxistest: Sony Ericsson W380i

Datum:
27. 05. 2008
Redakteur:
Stefan Schomberg
 

Sony Ericssons W380i ist ein Einsteiger-Musikhandy, das mit seiner Gestensteuerung ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisliga mitbringt. Dafür scheint die sonstige Ausstattung eher dürftig. Ob der Einführungspreis von 199 Euro gerechtfertigt ist, zeigt unser Test.

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Lieferumfang / Verarbeitung

Außer Gebrauchsanleitung, Kurzanleitung, Merkzettel zur Gestensteuerung, Daten-CD, Kabelheadset sowie Daten- und Ladekabel findet man nur noch den 512 Megabyte fassenden M2-Stick im Lieferumfang. Das ist zwar mehr spartanisch als opulent, erscheint dem Preis aber angemessen.

Praxistest: Sony Ericsson W380i
Praxistest: Sony Ericsson W380i

Wäre das W380i dünner, so würde es mit seinen 92x49 Millimetern problemlos in die für Bankkarten vorgesehenen Steckplätze einer Brieftasche passen. Doch 16 Millimeter Tiefe schieben dem einen Riegel vor. Dabei wäre die Bezeichnung "daumendick", mit der früher ein Schokoladenhersteller sein Produkt bewarb, bei Sony Ericssons neuem Walkman-Handy selbst zugeklappt deutlich übertrieben. Obwohl der Folder nur 100 Gramm wiegt, liegt er aufgrund seiner kompakten Bauweise schwerer in der Hand, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Auch die Materialien tragen ihren Teil zu dieser Vermutung bei, denn überall breitet sich billiger Kunststoff aus, der eigentlich nicht viel wiegen dürfte. Dessen rauhe Oberfläche sorgt immerhin dafür, dass Fettfinger der Vergangenheit angehören.

Highlight des W380i ist das schmale Außendisplay, das ausgeschaltet vollkommen unsichtbar bleibt. Auf der Oberseite machen lediglich drei blindenschriftartig genoppte Tasten für den Musikfunktionen auf sich aufmerksam. Sie sind als wärmeempfindliche Sensortasten ausgelegt und verlangen so kaum Druck. Die "blinde" Bedienung in der Hosentasche ist aber problematisch, da man die Taste auch schon drückt, sobald man sie erfühlt hat. Um unbeabsichtigtes Drücken zu verhindern, platziert Sony Ericsson am Klappscharnier des W380i einen mechanischen Schiebeschalter, der eine Tastensperre aktiviert.

Praxistest: Sony Ericsson W380i
Praxistest: Sony Ericsson W380i

Wenn man die Sensortasten drückt oder das Handy zuklappt, dann scheinen pötzlich Informationen zu Empfangsleistung und Akku sowie Uhrzeit durch den grauen Kunststoff. Sony Ericsson setzt hier auf die neue OLED-Technologie, die im Vergleich zu herkömmlichen LCDs bis zu 40 Prozent Energie einspart, da sie ohne Hintergrund-Beleuchtung auskommt. Die Inhalte lassen sich aber nicht bedsonders gut ablesen, da sie sehr unscharf durch den halbtransparenten Kunststoff hindurch scheinen. Das Hauptdisplay ist kaum der Rede wert. Auffälligstes Merkmal ist seine Größe, allerdings im negativen Sinne. 1,9 Zoll Bildschirmdiagonale und die geringe Auflösung von 176x220 Bildpunkten markieren das untere Ende der Fahnenstange. Die Tastatur verdient auch keine Lobgesänge. Die einzelnen Tasten heben sich kaum aus dem Gehäuse heraus, sind haptisch nicht unterscheidbar und weisen zweifelhafte Druckpunkte auf. So sucht man sich beim Nachrichtenschreiben von Taste zu Taste.

Ausstattung

Praxistest: Sony Ericsson W380i

Der Musikplayer des W380i enttäuscht auf ganzer Linie. Mit seinen basisorientierten Songinformationen wie Titel, Interpret und Albumname und vor allem dem geradezu winzigen Coverart kommt er mehr als schlicht daher. Die einzige Möglichkeit, etwas Pepp in die Sache zubringen, besteht im Wechsel der Hintergrundfarbe von Schwarz auf Weiß oder Orange, der unter dem hochtrabend klingenden Menüpunkt "Skins" bewerkstelligt werden darf. Unter "Meine Musik" gelangt man zur Musikbibliothek, in der sich auch eigene Wiedergabelisten anlegen lassen. Sortiermöglichkeiten sind kaum vorhanden, Songs lassen sich lediglich nach Interpret oder Album ordnen. Auch der Equalizer enttäuscht. Zwar hat man die Wahl zwischen fünf vorgefertigten Klangeinstellungen, darunter das herstellereigene Glanzstück "Mega Bass" - selbst Hand anlegen darf man allerdings nicht. Alles in Allem ist das ein aufs Wesentliche reduziertes Ausstattungspaket, das nur die Grundfunktionen eines MP3-Players bietet. Die Klangqualität kann sich aber glücklicherweise sehen lassen. Auch das komfortable UKW-Radio hebt die Laune wieder leicht nach oben. Es funktioniert aber nur, wenn die Kopfhörer eingestöpselt sind. Da Sony Ericsson leider nach wie vor auf einen klobigen Fastport-Stecker setzt, passt das Handy dann nicht mehr in jede Hosentasche. Der Anschluß wurde ungünstig auf der linken Seite platziert, sodass das W380i etwa einen Zentimeter breiter wird. Dank A2DP-Bluetooth kann man zwar auf lästige Kabel und Ausbeulungen verzichten, das Radio muss dann aber ausgeschaltet bleiben.

Praxistest: Sony Ericsson W380i

Vor dem Musikhören muss natürlich erstmal die private Musiksammlung auf das Handy geschaufelt werden. Als Software stellt Sony Ericsson den "Sony Ericsson Media Manager" zur Verfügung, der sich auf der beigelegten Daten-CD befindet. Neben Musik versteht sich das Programm auch auf den Transfer von Bildern, die Verwaltung von RSS-Feeds oder das Konvertieren von Audio-CDs. Die Musikdateien werden per Drag&Drop kopiert. Einfach Ordner oder einzelne Lieder anwählen und in das Fenster des Handys ziehen, schon glüht das Datenkabel. Leider nicht aufgrund der hohen Übertragungsgeschwindigkeit, sondern anscheinend, weil die Daten durch das Nadelör Media Manager gequetscht werden müssen. Um die beiliegende 512 Megabyte-Speicherkarte mit Musik zu befüllen, benötigten wir geschlagene 30 Minuten. Für eine zwei Gigabyte-Karte muss man also über zwei Stunden Wartezeit einplanen! Im direkten Datenübertragungsmodus geht das fast zehn mal schneller, am USB-Port liegts also nicht. Auch die Tatsache, dass das Handy vor und nach der Aktivierung dieses Modus jeweils neu startet, zeigt die mangelnde Nutzerfreundlichkeit von Soft- und Hardware in puncto Datentransfer.

Ein Blick auf die technischen Daten der Handykamera reichen als Beweis dafür, dass Sony Ericsson die Fotoqualitäten beim W380i sicherlich nicht in den Mittelpunkt gestellt hat. Sie löst gerade einmal 1,3 Megapixel (1280x1024) auf, Blitz und Autofokus fehlen. Damit ist die kleine Handycam etwa so weit von den aktuellen Spitzenmodellen entfernt, wie ein Trabbi von einem DTM-Rennboliden. Die Einstellungsmöglichkeiten orientieren sich ebenfalls an der unterdurchschnittlichen Optik und haben mit Nachtmodus, einer auf VGA-Auflösung reduzierten Bilderfolge und den zwei wählbaren Effekten allenfalls Alibi-Charakter. Dennoch können sich die Ergebnisse für die geringe Auflösung sehen lassen und bieten erstaunlich satte Farben. Von Bildschärfe oder gar Detailreichtum zu sprechen, wäre allerdings übertrieben.

Praxistest: Sony Ericsson W380i

Einzig WAP-Seiten lassen sich vernünftig mit dem Klapphandy ansteuern, da es nur den GPRS-Beschleuniger EDGE unterstützt. Komfort sollte man aber auch dort nicht erwarten. Neben Cookies und Cache hilft nur noch eine Favoritenverwaltung beim Navigieren. Dafür werden auch RSS-Feeds unterstützt und für den sporadischen Emailverkehr mit POP3- und IMAP-Postfächern ist der Plastikbomber ebenfalls gewappnet. Ein W380i-Nutzer wird sich aber vermutlich eher auf offline-Nachrichten beschränken und trifft damit eine gute Wahl. Neben MMS dürfen auch SMS mit einigen Smilies und kleinen Animationen versehen werden, die allerdings nur auf anderen Geräten von Sony Ericsson richtig dargestellt werden. Praktisch: Bei der Suche nach der Empfängernummer werden zuletzt angeschriebene Kontakte immer an erster Stelle aufgeführt, ohne das ganze Telefonbuch durchsuchen zu müssen. Die Kontaktverwaltung bietet mit über 20 Informationsfeldern ausreichende Detailtiefe. Dazu zählen etwa Anruferbild, Adresse oder zusätzliche Rufnummern. Auch der Kalender reicht noch für den Alltagsgebrauch, zumal die Einbindung von Geburtstagen gut gelöst wurde. Speichert man sie in der Kontaktverwaltung, so erfolgt automatisch die Frage, ob sie auch in den Kalender übernommen werden sollen. Für die Synchronisation der PIM-Daten ist die beiliegende Sony Ericsson PC Suite verantwortlich, fehlerfrei werden Kontaktdaten oder Termine abgeglichen. Das W380i unterstützt auch die Synchronisation mit einem externen Server, hier sei der Einfachheit halber auf den kostenlosen Dienst ZYB hingewiesen.

Praxistest: Sony Ericsson W380i
Praxistest: Sony Ericsson W380i

Mit satten 670 Punkten im JBenchmark2.0 deklassiert das günstige W380i sogar Nokias Computer 2.0, das N95 8GB. Mit welchen Tricks Sony Ericsson diese hohe Java-Leistung "erschummelt", wissen wir nicht. Lästige Verzögerungen während des normalen Betriebs sind jedenfalls nicht zu verzeichnen, selbst wenn Musik dudelt und nebenher im WAP-Portal gesurft wird, reagiert das W380i flüssig. Wer daraus folgert, das Klapphandy sei eine echte Spielekonsole, der freut sich zu früh. Magere fünf bis acht Frames ruckeln nämlich über den Bildschirm, sobald die Darstellung dreidimensional wird - echtes Actionfeeling will so nicht aufkommen. Der Nutzer drei Spiele zur Zerstreuung vorinstalliert, in denen er wahlweise bei "Extreme Air Snowboarding" ein Snowboard anschnallen, Tetris-like bei "QuadraPop" Klötzchen stapeln oder in "Sims2" das Alltagsleben einer virtuellen Person arrangieren darf. Zur weiteren Unterhaltung stehen "MusicDJ" und "Music Mate 2" bereit, die zur Erstellung kleiner Eigenkompositionen dienen. Mit Timer, Stoppuhr, Rechner und Code-Memo-Funktion zum Speichern persönlicher Passwörter erschöpft sich das Angebot dann auch recht schnell.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Praxistest: Sony Ericsson W380i
Praxistest: Sony Ericsson W380i

An dem Einsteigerhandy ist nichts ungewöhnlich, nichts hebt es aus der Masse heraus. Bis auf die Gestensteuerung, bei der die Kamera als Bewegungssensor dient. Dieses kleine Gimmick soll die Handhabung erleichtern, doch seien wir mal ehrlich: von einer Gestensteuerung erwartet man doch mehr, als den Wecker in den Snooze-Modus zu versetzen und einen Anruf stumm zu schalten, oder? Mehr geht nicht, cool ist es aber trotzdem. Einfach im Abstand von wenigen Zentimetern über das Handy streichen und schon verstummen Wecker und Rufton. Auch der Rest weiß zu gefallen, solange man die Ansprüche nicht zu hoch schraubt. Die fünf animierten Themes, die man auf dem W380i findet, ändern lediglich das Erscheinungsbild, die Menüstrukturen bleiben unverändert. Sowohl Animationen als auch Farbgebung dieser Themes erwecken passend zum Retrodesign des Musikhandys den Eindruck, als seien die 70er Jahre zurückgekehrt. Sieben Situationsprofile dürfen den eigenen Vorstellungen angepasst werden. Mit wenigen Ausnahmen ein Sony Ericsson-Problem: auch beim W380i ist der Flugzeugmodus nur durch einen Neustart des Gerätes zu erreichen. Diese umständliche Aktivierung des Flightmode ist veraltet und völlig unpraktikabel.

Praxistest: Sony Ericsson W380i

Die Gesprächsqualität kann sich zwar sehen lassen, allerdings leidet die Antenne unter dem günstigen Einführungspreis. Kaum ein in der letzten Zeit getestetes Handy zeigte derartig große Empfangsdefizite. Beim W380i kämpft man nicht nur mit einer sich ständig hektisch verändernden Empfangs-Anzeige, sondern auch mit Gesprächsaussetzern. Sie zogen sich bisweilen über einige Sekunden hin, in denen Kommunikation unmöglich war. Unverständlich, wie Sony Ericsson diese Basiseigenschaft bei dem ohnehin spärlich ausgestatteten Einsteigerhandy derart sträflich vernachlässigen konnte. Der 920 mAh starke Akku macht das zumindest teilweise wieder wett. Mit dem W380i kommt man bei wenig Nutzung etwa eine Woche ohne Steckdose aus. Das ist eine gute Laufzeit, auch wenn die Herstellerangabe von 270 Stunden deutlich unterschritten wird. Bei intensivem Musikhören reichen die Stromreserven für etwa drei Tage.

Fazit

Machen wir es kurz: das W380i ist kein schlechtes Handy. Allerdings leistet es für 199 Euro UVP abgesehen von der Gestensteuerung zu wenig fürs liebe Geld. Den Musikplayer übertreffen die meisten Mittelklassehandys sowohl in Bezug auf Optionsvielfalt als auch bei der optischen Präsentation. Kamera und Kalenderfunktionen reichen allenfalls für Gelegenheitseinsätze. Somit bleiben unterm Strich eine einfache Handhabung, ein strammer Akku und ein recht ansprechendes und kompaktes Design. Die unterirdische Empfangsleistung macht aber alle guten Ansätze des W380i wieder zunichte. Wer darauf verzichten kann, den Wecker mit einer Handbewegung stumm zu stellen, der sollte nach leistungsstärkeren und günstigeren Geräten Ausschau halten. Denkbar wäre etwa das Sony Ericsson W880i, das sehr gut in unseren Tests abschnitt und derzeit als Prepaidhandy für knapp unter 200 Euro über die Ladentheke geht.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

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