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Praxistest: Samsung SGH-U700

 

Praxistest: Samsung SGH-U700

Datum:
29. 10. 2007
Redakteur:
Andreas Seeger
 

Nicht revolutionär schmal, sondern für seine Schmalheit revolutionär gut ausgestattet ist Samsungs SGH-U700. Samsung spendiert dem Flaggschiff der Ultra Edition II neben vielen Lifestyle-Funktionen den Internetbeschleuniger HSDPA. Warum das für diesen Slider eher nebensächlich ist, erfahren Sie im folgenden Praxistest.

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Design / Verarbeitung

Praxistest: Samsung SGH-U700
Praxistest: Samsung SGH-U700

Mit 12 mm Außenmaß ist das SGH-U700 ein extrem flacher Begleiter, den man schnell in der Hemd- oder Hosentasche vergisst, zumal das Gerät nur luftige 86 Gramm auf die Waage bringt. Doch Samsungs Ultra Edition-Flaggschiff ist nicht nur schlank, sondern auch schick: der Slider kommt in kühler Metallic-Optik daher, die den Highend-Charakter des Handys untermauert. Keine Frage, die Kombination aus verspiegeltem Display, silbern glänzender Lackierung und den Chromleisten an den Seiten macht eine Menge her. Hinzu treten ergonomisch abgerundete Gehäuselinien, die das Handy zu einem Schmuckstück mit wenigen Entsprechungen in der Handywelt machen. Auch beim Aufschieben geht der Eindruck nicht verloren: als Tastatur setzt Samsung auf eine mattglänzende Oberfläche, aus der RAZR-ähnliche Tastenbeschriftungen herausgeätzt wurden. Weiche und gleichmäßige Druckpunkte sorgen dafür, dass man mit dem Slider Nachrichten in Rekordzeit tippen kann. Uns überzeugte auch der straff gefederte Schiebemechanismus auf Anhieb, zumal die Slideroberseite nahezu wackelfrei an ihrem Platz sitzt. Trotz seiner zerbrechlichen Maße scheint das Handy also auch Grobmotorikern schadlos standzuhalten. Feingefühl in den Fingerspitzen sollte man mitbringen, wenn man eine microSD-Karte oder das Daten- bzw. Ladekabel an die winzigen Ports des SGH-U700 anschließen möchte. Immerhin sind deren Kunststoffverschlüsse permanent mit dem Gehäuse verbunden, sodass nichts verloren gehen kann.

Praxistest: Samsung SGH-U700

240x320 Pixel und 262.144 Farben sind handfeste und branchenübliche Leistungsmerkmale des SGH-U700-Displays. Die verspiegelte Anzeige des flachen Sliders wirkt brilliant, farbklar und ausgesprochen hell. Nahezu unbrauchbar wird sie aber unter direkter Sonneneinstrahlung - ein Tribut an das Fashion-Design, den der designverliebte Käufer gerne entrichten wird. Unterhalb des Displays findet man den kreisrunden Navkey, der gleichzeitig als JogDial fungiert. Die Doppelbelegung ist alltagsfreundlich: Mit dem JogDial navigiert man bequem durch die Anruflisten oder die Musiksammlung, während man mit dem "klassischen" Klicken in vier Richtungen im Hauptmenü zügig unterwegs ist. Die Softkeys und Telefontasten sind berührungsempfindlich und reagieren dank Wärmesensor auf leichtes Antippen. Das trägt auch zur Optik bei: die Tasten integrieren sich fließend in die spiegelnde Displayoberfläche. Doch einen Haken hat das ganze: im Alltag kann es durchaus passieren, dass man mit der Wange versehentlich die Auflegen-Taste streift und ein laufendes Gespräch ungewollt beendet. Dass das auch anders geht, zeigt Apple mit dem iPhone: hier verhindert ein Annäherungssensor das unbeabsichtigte Auflegen beim Telefonieren.

Ausstattung

Praxistest: Samsung SGH-U700
Praxistest: Samsung SGH-U700

Mit 3,2-Megapixeln Fotoauflösung stattet Samsung den schmalen Boliden aus. Genug, um abzugsreife Fotos zu schießen, will man meinen. Eine gute Bildschärfe paart sich mit sauberen Kontrasten, einzig die Farben wirken etwas blass. Der makrofähige Autofokus setzt noch einen drauf: mit ihm gelingen auch messerscharfe Fotos von Motiven, die näher als 10 cm vor der Linse stehen. Beim Fotografieren kann der Nutzer aus einer breiten Palette an Einstellungen schöpfen: Einzelaufnahmen, Serienbilder, Panoramamodus und ein Timer für Selbstportraits - den man mangels Standfestigkeit wahrscheinlich kaum sinnvoll einsetzen kann - sind nur einige Stichworte aus dem Standardrepertoire der U700-Kamera. Weniger eindrucksvoll gibt sich der Slider bei Videoaufnahmen: bei einer Maximalauflösung von lediglich 176x144 Pixeln verwundert es kaum, dass selbst bei normalen Lichtverhältnissen schnelle Bewegungen des Handys deutliche Schlieren hinterlassen. Immerhin ist die Aufnahmelänge nur durch den verfügbaren Speicher begrenzt.

Praxistest: Samsung SGH-U700
Praxistest: Samsung SGH-U700

Das SGH-U700 kann mit MP3s, AACs und WMA-Dateien umgehen, dank microSD-Slot ist auch genug Platz für umfangreiche Musiksammlungen vorhanden. Von einem "echten" Musikhandy übernimmt der smarte Slider auch das Multitasking: problemlos kann der Nutzer den Musikplayer in den Hintergrund schalten und SMSen oder Kalendereinträge bearbeiten - einzig Kameraaktivitäten deaktivieren die Musik. Die Musikbibliothek wartet mit einer aufgeräumten Übersicht und dynamischen Abspiellisten auf, die die zuletzt oder am häufigsten gespielten Musikstücke auflisten. Darüber hinaus kann man seine Musiksammlung nach Interpreten, Genres, Komponisten und Alben sortieren oder neue Playlists anlegen. Der eigentliche Musikplayer strahlt mit blattgrüner Hintergrundbeleuchtung und detaillierten Statussymbolen übers Display, ist optisch aber weit von den stylischen und bunten Flash-Menüs eines Walkman-Handys von Sony Ericsson entfernt. Erfreulicherweise hat man bereits beim Musikhören die Möglichkeit, ein gepairtes A2DP-Bluetooth-Headset anzusteuern oder den Titel einem Kontakt als Anruferklingelton zuzuweisen. Mobil wird man seiner Musik wohl mit den mitgelieferten Stereokopfhörern lauschen, die eine angemessene Qualität abliefern, sich aber mangels Klinkenadapter nicht gegen besseres Zubehör austauschen lassen.

Praxistest: Samsung SGH-U700

Einmal via USB-Kabel an den PC gestöpselt, wird das SGH-U700 unter Windows in einem speziellen Mediengerätemodus (MTP) erkannt, auf den Microsofts Musiksoftware automatisch anspringt. Wer seine Musik mit Windows Media verwaltet, profitiert vom automatischen Abgleich von Albumcovern und Titelbewertungen. Wer stattdessen auf Samsungs mitgelieferte PC Suite setzt, kann man im überaus komfortablen und reichhaltig mit Funktionen bestückten Medienmanager selbst Coverarts festlegen, Tracks bearbeiten oder sogar Klingeltöne zusammenschneiden. Die PC Suite gewährleistet auch die Synchronisierung von PIM-Daten oder die Verwendung des HSDPA-Handys als Modem fürs Notebook - und vor allem bei letzterem spielt der schmale Slider seine Stärken aus. Einmal verbunden, ist man nahezu mit DSL-Speed verbunden; Internetseiten bauen sich auf dem PC sehr schnell auf und Downloads landen mit bis zu 200KBit/s auf der Festplatte.

Praxistest: Samsung SGH-U700
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Anders sieht's aus, wenn man direkt mit dem Handy im Internet surft. Denn der Browser kämpft schwer mit dem schmächtigen Prozessor des Sliders: Für den Desktop optimierte Seiten wie PCWelt.de lassen sich mit ihm kaum mehr bedienen, bisweilen scheitert das U700 schon an CSS-basierten Layerdesigns. Versucht man gar, in der Historie des Browsers zu blättern, quittiert dies das Handy oft mit der wenig hilfreichen Fehlermeldung "Seite zu groß". Fürs "echte" Websurfen ist das U700 damit völlig ungeeignet. Besser verhält es sich mit dem integrierten Email-Client, der sich sowohl mit IMAP- als auch mit POP-Servern unterhalten kann. Bis zu fünf Mailboxen lassen sich mit ihm verwalten, volle Postfächer lassen sich aber mit der dreizeiligen Posteingangsansicht kaum überblicken. Wer seine Emails bei Google hortet, wird sich über die beiden Shortcuts zu Google Mail und Google Search im Hauptmenü freuen. Das Tippen von Nachrichten wollte Samsung so weit wie möglich vereinfachen und orientiert sich an einem ähnlichen Ansatz wie Sony Ericsson: Während man Buchstaben im T9-Verfahren eintippt, öffnet sich eine mit prädizierten Worten gefüllte Liste, die man mit dem Navkey durch(sc)rollt. Dummerweise öffnet sich dieses Popup je nach Cursorposition mal über und mal unter dem Text, sodass man häufig umdenken muss - mit der Folge, dass das Handy ein Wort auswählt, das gar nicht geplant war. Immerhin reagiert die Eingabemaske hinreichend schnell aufs Tippen des Nutzers, um solche Fehler wieder schnell bereinigen zu können.

Äußerlich passt das edel schimmernde SGH-U700 zwar gut zu Nadelstreifenanzug, Krawatte und Seidenhemd, die inneren Werte lassen aber jeden ernsthaften Business-Nutzer nur lächelnd abwinken. Nicht nur die Anzehl der Kontakteinträge, sondern auch die Zahl der Detailfelder ist eng begrenzt: zwar lassen sich bis zu 1000 Kontakte eintragen, diesen aber insgesamt nur 140 EMail-Adressen zuweisen. Auch der im Grunde übersichtliche und funktionsreiche Kalender krankt an der Eintragsbeschränkung. Maximal 100 Termine und nur 50 Geburtstage können sogar kontaktscheue Zeitgenossen in Bedrängnis bringen. Schön, dass man immerhin seine PowerPoint-Präsentation komplett mit dem U700 abwickeln kann. Der ab Werk installierte Dokumentenbetrachter stellt doc-, xls-, ppt- und PDF-Formate dar und in Verbindung mit einem optional erhältlichen TV-/RGB-Kabel lässt sich das SGH-U700 sogar als Notebook-Ersatz am Beamer nutzen.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Praxistest: Samsung SGH-U700
Praxistest: Samsung SGH-U700

Die in zurückhaltender Ästhetik gestalteten Hauptmenü-Icons überlagert das SGH-U700 mit einem Farbschleier, wenn man sie anwählt. Ein Klick öffnet ein Auswahlkästchen als Vorschau aufs darunter liegende Untermenü. Das kann praktisch sein, weil sich so (zumindest gefühlt) die Menüwege verkürzen, aber bisweilen auch etwas verwirrend enden, wenn man sich zwischen Untermenü, Popup-Box und Hauptmenü verheddert. Mangels Theming-Ansatz hat man bei der Ansicht des Hauptmenüs lediglich die Wahl zwischen einer kontrastreichen Weiß- und einer eleganten Schwarzthematik. Mit mehr optischer Finesse wartet der Startbildschirm auf: er passt sich automatisch an das Land an, in dem sich der Nutzer gerade aufhält. In Frankreich zeigt das automatische Hintergrundbild den Arc de Triomphe, während in Deutschland das Schloss Neuschwanstein in der Ferne schimmert. Schiebt man den Slider nachts auf, während man ihn bei Dämmerung in der Tasche gelassen hatte, legt sich die Nacht über Neuschwanstein, Sterne kommen heraus und Sternschnuppen überziehen den Nachthimmel. Der aktive Hintergrund hat aber auch praktischen Nutzen: liegt eine ungelesene SMS im Posteingang, verjagt ein Flugzeug mit gelbem Schweif die Vöglein, die normalerweise den Luftraum über dem deutschesten aller Schlösser bevölkern.

Praxistest: Samsung SGH-U700
Praxistest: Samsung SGH-U700

Schmale Handys leiden in aller Regel an miserablen Empfangswerten, weil der Platz für die integrierten Antennen immer enger wird. Was Motorola durch ein selbsternanntes Designelement kaschiert, verschwindet beim U700 fast vollständig: wo hier die Empfangseinheit steckt, kann man nur raten. Jedenfalls erfüllt sie die Vorurteile: ein einfaches Abdecken der Geräterückseite mit der Hand genügt, um der Empfangsanzeige zwei Balken abspenstig zu machen. Weitere gehen verloren, wenn man sich an Orte bekanntermaßen schwacher Netzabdeckung begibt, sodass man dann auch schon mal nahe am Verlust der Erreichbarkeit entlangschleifen kann. Nicht allzu viele Punkte darf sich das SGH-U700 aufs Konto für Sprachqualität schreiben; wir nahmen unsere Gegenüber deutlich gedämpfter als in Natura wahr. Zu guter Letzt glänzt auch der Akku nicht mit überragender Ausdauer: länger als 3 Tage darf man dem Flachmann nicht über den Weg trauen, wenn man ihn primär als Mobiltelefon einsetzt. Bei voller Ausnutzung aller Features sinkt die Ausdauer sogar auf ca. 2 Tage ab. Wer Energie sparen möchte, schaltet ab und zu den Empfang ab: als eines von wenigen Samsung-Handys bietet das U700 sechs Profile, mit denen der Nutzer das Telefonverhalten je nach Situation von "Normal" über "Stumm" bis hin zu "Offline" anpassen kann.

Fazit

Das Beste vorweg: Das SGH-U700 ist ein gelungenes Mobiltelefon - allerdings nur, wenn man es überwiegend zum Telefonieren benutzt. In diesem Zusammenhang erscheint rätselhaft, warum Samsung die glänzende Schönheit mit dem Datenturbo HSDPA ausstattet. Der schwache Prozessor, der dem dünnen Gehäuse geschuldet ist, scheint mit dem schnellen Datenstrom restlos überfordert zu sein. So taugt das Handy vor allem als Modemersatz fürs Notebook, wenn gerade kein WLAN-Hotspot in Reichweite ist. Wer auf HSDPA verzichten kann, greift zum SGH-U600, das in (fast) allen Disziplinen mit dem Highend-Schwestermodell gleichauf liegt: es bietet ebenfalls eine scharfe 3,2-Megapixelkamera mit Autofokus, durchdachte Medienfunktionen - und miese Akkulaufzeit.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

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