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Praxistest: Nokia 6500 slide

 

Praxistest: Nokia 6500 slide

Datum:
30. 01. 2008
Redakteur:
Stefan Schomberg
 

Ein ganz eigener Stil. So einfach beschreibt Nokia das neue 6500 slide. Wir haben uns einmal angeschaut, wie sich das elegante Schiebehandy im Alltag schlägt.

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Lieferumfang / Verarbeitung

In der flachen und breiten Schachtel steckt die übliche Durchschnittskost - bis auf eine Ausnahme. Das TV-Kabel hebt sich aus dem Einheitsbrei des Lieferumfangs hervor und deutet damit gleich einen Schwerpunkt an: die Kamera.

Praxistest: Nokia 6500 slide
Praxistest: Nokia 6500 slide

Das mit Abmessungen 97x47x16 mm äußerst kompakte Schiebehandy wurde von Nokias Designern mit ausgeprägten Gehäusekanten versehen, die ihm zwar einen eckigen, zugleich aber auch edlen Look verleihen. Dafür stanzt es mit einem Gewicht von 123 Gramm ein tiefes Loch in die Hosentasche. Kein Wunder: während bei den meisten Handys immer noch schnödes Plastik vorherrscht, steckt das 6500 slide fast gänzlich in einem Mantel aus gebürstetem Aluminium. Auch der zentrale NavKey unter dem Bildschirm trägt stolz einen Chromrahmen zur Schau und wird dabei von leicht geriffelten Aluminiumtasten umschlossen. Öffnet man den Slider, kommt am unteren Ende die klavierlackschwarz glänzende Tastatur zum Vorschein. Die macht sich trotz des immer weiter verbreiteten Touchscreen-Fiebers durchweg gut. Druckpunkte und Tastenhub geben keinen Grund zur Beanstandung, lediglich die Erfühlbarkeit der einzelnen Tasten hätte besser ausfallen können. Ein weiteres Problem haftet Handys in dieser Größenordnung häufiger an: die Tasten sind ziemlich klein geraten. Holzfällerhände dürften beim Versuch, die oberste Tastenreihe zu treffen, beinahe zwangsläufig an die Unterkante der Slideroberseite stoßen.

Praxistest: Nokia 6500 slide

Nokia-typisch kommt ein QVGA-Display mit einer Diagonale von 2,2 Zoll und 16,7 Mio. Farben zum Einsatz. Wie auch beim 5610 XpressMusic ist das in puncto Farbbrillianz, Bildschärfe oder Helligkeit über alle Zweifel erhaben. Treppeneffekte sind weder bei Schrift noch bei Farbverläufen zu erkennen, die Ablesbarkeit bis in hohe Betrachtungswinkel ist ebenfalls gewährleistet. Der gute Eindruck setzt sich auch fort, wenn man das 6500 slide umdreht. Nicht einfach aufgedruckt, sondern tatsächlich eingraviert finden sich dort die technischen Eckdaten, die neben den Megapixeln besonders den Optiklieferanten Carl Zeiss in den Vordergrund rücken. Der metallene Akkudeckel löst sich bereits auf einen einfachen Knopfdruck vom Gehäuse - umständliches Zerren und Schieben gehört mit dem 6500 slide der Vergangenheit an. Das einzige Geräusch beim Abnehmen ist ein blechernes Klimpern, wenn die rückseitige Panzerplatte auf den Tisch fällt. Da hat Nokia diesmal wohl alles richtig gemacht. Fast. Während Design und Materialwahl nämlich frei von Tadel bleiben, kommt die Verarbeitung da nicht ganz mit. Kaum sicht-, dafür aber deutlich fühlbar baut Nokia die Slideroberseite wackelig und leicht seitlich versetzt auf die Unterseite. Beim Aufschieben hinterlässt der schwache Federmechanismus einen teigigen Eindruck.

Ausstattung

Praxistest: Nokia 6500 slide
Praxistest: Nokia 6500 slide

Zwar sind 3,2 Megapixel heute keine aufsehenerregende Neuigkeit mehr, dennoch steht diese Zahl im Normalfall für gute Bildqualität, vor allem wenn die Kamera durch den Namenszusatz Carl Zeiss geadelt und von Autofokus, Makromodus und LED-Doppelblitz unterstützt wird. Die Farbwiedergabe ist annähernd realistisch, Bildschärfe und Detailreichtum sind sehr gut und Pixelrauschen ist kaum wahrnehmbar. Typisch für Nokia ist das leichte "Nachleuchten" bei kontrastreichen Übergängen, das jedoch erst bei starker Vergrößerung auffällt. Die manuellen Einstellungsmöglichkeiten sind eher rudimentär ausgefallen, allerdings sollten sie für den Hausgebrauch reichen. Mit dem 6500 slide lassen sich auch ansehnliche Videos in VGA-Auflösung (640x480 Bildpunkte) drehen. Optisch erreicht man damit in etwa VHS-Niveau, doch leider nicht nur bei der Bildqualität. Auch in puncto Wackelanfälligkeit kommt das Handy mangels Bildstabilisator recht nahe an den Videoveteranen heran.

Praxistest: Nokia 6500 slide

Der Speicher fällt mit 20 MB gering aus und bleibt ausschließlich Nutzerdaten vorbehalten. Das tut speicherhungrigem Musik- oder Fotogenuss aber keinen Abbruch, denn ab Werk haben die Finnen der gepanzerten Blechbüchse immerhin 256 MB in Form einer microSD-Karte mit auf den Weg gegeben, bei Bedarf kann mit bis zu 4 GB nachgerüstet werden. Der Medienplayer tritt S40-typisch äußerst nüchtern auf, bietet aber hohe Übersicht und zahlreiche Features, die vom Erstellen eigener Wiedergabelisten bis hin zu einem Equalizer reichen. Einiges ist allerdings so überflüssig wie ein Kropf. Auf die Anwahl des 3D-Klang kann man etwa wie bei den meisten Handys getrost verzichten, da sich ein echter Surroundeffekt damit nicht erzielen läßt. Der Klang ist ohnehin nicht besonders gelungen. Das kabelgebundene Headset vereint gleich zwei beträchtliche Nachteile in sich: einerseits ist der Klang mit wenig Bass und klirrenden Höhen auf hoher Lautstärke eher unterdurchschnittlich, andererseits verzichtet Nokia auf einen Anschluss für herkömmliche 3,5 Millimeter Klinkenstecker, was die Suche nach adäquatem Ersatz deutlich erschwert. Als kleine Entschädigungung packen die Finnen ein RDS-fähiges Radio mit ins Gehäuse, das sich nämlich herrlich einfach bedienen lässt und auch in puncto Lautstärke überzeugt.

Praxistest: Nokia 6500 slide
Praxistest: Nokia 6500 slide

Als Quadband-Handy sichert das 6500 slide nahezu weltweite Erreichbarkeit. UMTS verbindet mit der Datenautobahn, zur Not kann aber auch auf GPRS oder EDGE zurück gegriffen werden. Fürs Browsen im Internet steht der vorinstallierte Opera-Browser bereit, der zwar kaum Komfortfunktionen bietet, dafür aber wesentlich schneller als Nokias Internet-Lösung ist. Um mal eine Hausnummer zu nennen: über vier (!) Minuten brauchte der Standardbrowser von Nokia, um die Seite von PCWELT aufzurufen, Opera Mini benötigte dagegen nur knapp 30 Sekunden. Lediglich die Übersicht kann dabei wegen der Darstellung bisweilen etwas verloren gehen, da alle Inhalte ans schmale Display angepasst und untereinander angeordnet werden. Beim Thema Email ist man mit dem 6500 slide auf der sicheren Seite. Die Servereinstellungen aller großen Mailprovider sind im Handy gespeichert, die Einrichtung eines Email-Postfachs geht dementsprechend leicht von der Hand. Einfach die digitale Adresse eingeben, bestätigen und schon ist man bereit zum mobilen Email-Check. Neben POP3 werden auch IMAP-Postfächer klaglos unterstützt. Das 5610 lädt dann erst einmal nur die Grundinformationen wie Absender und Betreff herunter, die vollständige Nachricht kommt nur auf ausdrückliche Aufforderung aufs Handy. Sonderlich übersichtlich ist der Posteingang aber nicht geworden, da gerade einmal vier Emails gleichzeitig untereinander aufs Display passen.

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Wie die meisten aktuellen Handys verbindet sich das 6500 slide entweder per Bluetooth 2.0 oder USB 2.0 mit PC&Co. Dabei ist man allerdings auf das beiliegende Datenkabel angewiesen, da der recht neue microUSB-Port am Handy schmaler und breiter als ein herkömmlicher miniUSB-Anschluss ist. Das Bluetooth-Spektrum ist erfreulich breit gestreut, neben A2DP für den Anschluss drahtloser Stereo-Kopfhörer wird wie bei den meisten Handys von Nokia auch SAP unterstützt - per Kfz-Freisprecheinrichtung kann damit auf die Telefonkontakte zugegriffen werden. Mit ener Besonderheit hebt sich das 6500 slide allerdings aus der Masse anderer Handys dieser Preisklasse hervor. Das ist der TV-Ausgang, der das einfache Betrachten von Fotos und Videos auf einem Fernseher oder Beamer ermöglicht. Zumindest bei der Fotobetrachtung macht das wirklich Sinn, dank der hohen Auflösung von 3,2 Megapixeln können die selbst auf einem großen Beamerbild mit akzeptabler Qualität vor Publikum präsentiert werden.

Praxistest: Nokia 6500 slide
Praxistest: Nokia 6500 slide

Dank S40-System hat das 6500 slide in puncto PIM-Funktionen seine Hausaufgaben gemacht. Schon der erste Blick aufs Handy offenbart alle anliegenden Termine nach Uhrzeit chronologisch geordnet auf dem Hauptbildschirm. Per Schnellzugriff kann dann in den Kalender gewechselt oder eines der anderen Schnellwahlmenüs angewählt werden. Das Schiebehandy bietet seinem Besitzer mit Erinnerung, Besprechung, Anruf, Geburtstag und allgemeine Notiz fünf Kategorien, die in der Tages- und Wochenübersicht anschaulich und leicht unterscheidbar aufgelistet werden. Lediglich in der Monatsübersicht kann man sie – wenn man sie denn findet - kaum voneinander trennen. Eigene Kategorisierungen erkennt das Handy dabei immer noch nicht an. Wirklich begeistern wird die Kalenderfunktion daher nur Gelegenheitsnutzer, als ernst zu nehmender Ersatz für einen echten Terminkalender kann sie nicht gelten. Auch die Kontaktverwaltung ist gut für den Alltag gerüstet. Diverse Details von Adresse über Anruferbild und Kurznamen sowie Firma, Position oder Website lassen sich bequem verwalten und anzeigen. Auch Gruppen können definiert und wie Einzelkontakte mit Bild oder speziellen Ruftönen personalisiert werden. Etwas störend ist demgegenüber die fehlende optische Unterscheidung einzelner Nummern nach Handy- oder Festnetznummer bzw. nach privaten oder geschäftlichen Nummern. Insgesamt ist das Ergebnis aber mehr als ausreichend.

Praxistest: Nokia 6500 slide

Wie alle S40-Geräte verfügt auch das 6500 slide über diverse Unterstützungs- und Unterhaltungsprogramme. Dazu gehören auch Spiele, von denen Nokia satte fünf Stück vorinstalliert. Die Stunde der (Spiele-)Wahrheit schlägt aber, wenn man die Java-Leistung ermittelt. Die ist am unteren Ende der Skala angesiedelt und macht das Handy somit vollkommen ungeeignet für anspruchsvolle Spiele. Zu den weiteren Extras gehört der sehr umfangreiche und lernfähige Umrechner, der zusätzlich zu diversen Volumen, Flächen oder Geldkursen eigentlich alles umrechen kann, solange man ihn denn mit entsprechenden Informationen füttert. Zu guter Letzt wollen wir noch auf den Menüpunkt "Presenter" hinweisen. Dahinter verbirgt sich ein kleines Programm, das in Verbindung mit einer kleinen Software für den PC selbigen per Bluetooth steuern kann. Darunter fällt neben der Musik- und DVD-Playersteuerung auch das Blättern innerhalb einer PowerPoint-Präsentation.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Praxistest: Nokia 6500 slide
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Multitasking stellt das 6500 slide trotz der schwachen Prozessorleistung vor keine Probleme. Auch mit laufendem Musikplayer ist störungsfreies Navigieren in den Menüs möglich, das Handy reagiert dabei nur mit leichter Verzögerung auf Tastenbefehle. Die Menü-Icons sind nett animiert und meist auch logisch und übersichtlich angeordnet. Zur guten Übersicht bei der Bedienung trägt auch die gut sortierte Active Standby-Ansicht bei, die anstehende Termine anzeigt und Schnellzugriffe auf die wichtigsten Menüpunkte erlaubt - wie im Hauptmenü darf der Nutzer auch hier selbst Hand anlegen und die anzuzeigenden Schnellzugriffe bleibig anpassen. In puncto Benutzerfreundlichkeit haben die Finnen beim Panzerhandy 6500 slide nicht viel übersehen. Dieser Eindruck setzt sich auch bei den Themes fort. Sechs Stück packt Nokia ab Werk mit dazu, die gut zum eleganten Design des 6500 slide passen. Ebenfalls nicht gespart hat Nokia bei den Telefonprofilen. Zusätzlich zu den vorgefertigten kann der Nutzer auch eigene erstellen.

Die Sprachqualität passt leider nicht ganz zum guten Gesamtbild. Das 6500 slide leidet unter einer zu dumpfen Aussprache - und selbst wenn die Umgebungsgeräusche gut gefiltert werden, wünscht man sich mehr Höhen. Doch wir wollen nicht übertreiben: im Normalfall ist die Qualität zwar nicht gut, bewegt sich aber noch in einem akzeptablen Rahmen. Gleiches gilt auch für die Empfangsleistung, die zwar nicht über den Durchschnitt hinauskommt, aber dennoch nicht grottig schlecht ist, so dass das man in Ballungsgebieten mit guter Infrastruktur keine Probleme hat. Netzwechsel stellen den Nutzer nicht auf die Geduldsprobe. Etwas überrascht waren wir von der Akkuleistung. Bei 900 mAh Leistung hielt das 6500 Slide maximal 2-3 Tage durch. Das ist zu wenig.

Fazit

Ein ganz eigener Stil. Das stimmt, allerdings nicht beim 6500 slide. Dafür sind einfach viel zu viele Parallelen zum flippigen 5610 XpressMusic zu erkennen: die gleiche Bauform, eine Kamera (trotz Carl Zeiss-Linse) mit gleichen Bildergebnissen, das gleiche Display, das gleiche S40-Betriebssystem und noch diverse andere Dinge. Dadurch wird das slide aber nicht zu einem schlechten Handy. Im Gegenteil. Wo das 5610 ansatzweise patzte, glänzt das Panzerhandy mit hochwertiger Materialwahl und Verarbeitung. Schlechter schneidet hingegen der Musikplayer ab. Was ebenfalls negativ auffällt ist die Sprachqualität, denn die hat sich nur um Nuancen verbessert. Wer somit die Wahl zwischen einem 5610 XpressMusic und einem 6500 Slide hat, sollte seinen Augen, Ohren und seinem Herzen folgen. Technisch gewinnt das 5610 nämlich nur knapp. Und gut sind sie beide.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

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