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Praxistest: Nokia 5310 XpressMusic

 

Praxistest: Nokia 5310 XpressMusic

Datum:
06. 06. 2008
Redakteur:
Stefan Schomberg
 

Der Blick eines musikbegeisterten und preisbewussten Handynutzers wird irgendwann unweigerlich auf das dünne 5310 XpressMusic von Nokia fallen, das vielerorts bereits für einen symbolischen Euro angeboten wird. Ob die Leistung trotzdem stimmt, zeigen wir auf den folgenden Seiten.

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Lieferumfang / Verarbeitung

Praxistest: Nokia 5310 XpressMusic
Praxistest: Nokia 5310 XpressMusic

Aus dem Lieferumfang sticht die 2 Gigabyte fassende microSD heraus. Die Kopfhörer sind dagegen Billigware, dank 3,5 Millimeter Klinkenanschluss können sie aber problemlos ausgetauscht werden. Doch wichtiger als das Zubehör ist natürlich das Handy selbst. Nokias 5310 ist unglaublich klein, flach und ultraleicht. Gerade einmal 104x45x10 Millimeter ergibt die Messung, genau genommen ist es sogar nur 9,9 Millimeter flach. Dagegen wirken die meisten anderen Handys pummelig. Auch beim Gewicht ist Nokia kurz davor, neue Rekorde aufzustellen, 71 Gramm können nur wenige Mobiltelefone unterbieten. Trotz des niedrigen Gewichts ist der Musikbarren kein Plastikbomber, als Highlight haben sogar Einlegearbeiten ais Aluminium Einzug ins Gehäuse des 5310 gehalten. Sie flankieren blau-eloxiert das Display und stellen durch die Farbgebung das auffälligste Designmerkmal dar. Die linke Metalleinfassung bietet allerdings nicht nur optische Reize, sondern umfasst drei ebenfalls aus Alu gefertigte Musiktasten, deren Bedien-Symbole glänzend hervorstechen.

Doch bei der Materialwahl und und auch bei der Verarbeitung patzt Nokia. Der dünne Kunststoff des Akkudeckels wirkt einfach billig und wackelt in der Einfassung. Und nicht nur der wurde von halbblinden Qualitätsprüfern durch gewunken. Zwischen Ober- und Unterteil klaffen riesige Spalte mit unregelmäßigen Abständen, die fast schon an den Grand Canyon erinnern. Das 5310 macht den Eindruck, als habe es auf dem Weg zum Händler als Fußball-Ersatz herhalten müssen.

Bei der Betrachtung des Displays glättet sich die in Falten gelegte Stirn des Käufers wieder. Wie gewohnt liefert Nokia mit 16,7 Millionen darstellbaren Farben und einer Auflösung von 240x320 Bildpunkten ein technisch einwandfreies Ergebnis ab. Zwar wünscht man sich die Bilddiagonale von zwei Zoll größer, doch Bildschärfe, Farbwiedergabe und Leuchtkraft sind brillant. Die Tastatur liefert deutlich mehr Anlass zur Kritik. Zwar sieht sie mit ihrer glänzenden Oberfläche schick aus, doch abgesehen von der daraus resultierenden Fettfingeranfälligkeit ist sie zu glatt geraten. Hinzu kommt, dass die einzelnen Zifferntasten dicht beeinander stehen und sich haptisch kaum voneinander unterscheiden lassen. Die ersten stolzen Test-SMS dürften also etwas länger dauern.

Ausstattung

Praxistest: Nokia 5310 XpressMusic

Bevor es losgehen kann, müssen Musikdateien aufs Handy überspielt werden. Das klappt sowohl mit dem Windows Media Player, als auch mit der auf CD bereitgestellten Nokia PC-Suite problemlos. Mit der Menge an abspielbaren Musikformaten kann das 5310 ebenfalls punkten. Dazu gehören neben MP3, AAC und WMA auch Dateien mit DRM-Kopierschutz. Bei gerade einmal 30 Megabyte internem Speicher sollte lieber gleich die 2-Gigabyte-microSD bemüht werden, die bei Bedarf sogar gegen Speicherkarten mit vier Gigabyte ausgetauscht werden kann. Wird anschließend der Player geöffnet, so landet man zuerst in der Medienbibliothek. Mit einer Sortierung nach Interpreten, Alben, Genres und Videos deckt sie allerdings nur die Grundsortiermöglichkeiten ab, Podcasts und Hörbücher werden ignoriert. Unter dem Menüpunkt "Titellisten" findet man eine weitere Sortierung nach zuletzt hinzugefügten, zuletzt und meistgespielten Songs. Zusätzlich können hier eigene Wiedergabelisten erstellt werden. Der Musikplayer präsentiert sich in ansprechender Optik. Vor wechselbarer Hintergrund-Grafik wird ein großes Coverart angezeigt, darunter stehen Angaben zu Interpret, Albumname und Titel. Über die Softkeys kann man auf Komfortfunktionen wie Zufallswiedergabe, Wiederholfunktion oder Equalizer zugreifen. Mehr Einstellungsmöglichkeiten gibt es nicht. Highlights wie eine Titelbewertung oder gar eine mit Sony Ericssons SensMe vergleichbare Funktion sucht man vergeblich. Der Klang überzeugt nur, wenn man vrnünftige Kopfhörer an die 3,5 Millimeter-Buchse anstöpselt. Dann erreicht man aber ein ähnlich volles Klangbild wie auf einem Mp3-Player. Das sollte man auch erwarten können, schließlich verweist Nokia auf einen speziellen Audio-Chip, der für kristallklaren HiFi-Sound sorgen soll. Ein UKW-Radio ist beim Musikhandy ebenfalls mit an Bord. Mit RDS, automatischem Sendersuchlauf, hübscher grafischer Gestaltung und bis zu 20 Speicherplätzen bietet das Radio eine gelungene Alternative zum Musikplayer.

Die Kamera löst gerade einmal zwei Megapixel (1600x1200 Pixel) auf. Mangels Blitzlicht ist die Nutzung eingeschränkt. Die Bildqualität lässt deutlich zu wünschen übrig. Farben wirken zwar besonders bei Sonnenlicht sehr realitätsnah und kräftig, Kontrast und Bildschärfe können allerdings nicht mithalten. Doch am schlimmsten ist die lange Speicherzeit für Fotos. Unglaubliche 15 Sekunden vergehen bei höchster Qualität zwischen Betätigung des Auslösers und erneuter Einsatzbereitschaft. Die Kamera ist damit völlig unbrauchbar.

Praxistest: Nokia 5310 XpressMusic
Praxistest: Nokia 5310 XpressMusic

Die Entdeckungstour führt den neuen Besitzer irgendwann zum Browser. Da das 5310 ohne Breitbandfunk auskommen muss, wird man keine neuen Geschwindigkeitsrekorde im Internet aufstellen. Komforteinstellungen wie eine querformatige Ansicht oder Zoomfunktion fehlen, RSS-Feeds lassen sich auch nicht abonnieren. Viel spannender für die Nutzer des Musikhandys ist aber ohnehin das Thema Messaging. Hier erleichtert ein Konfigurationsassistent die Einrichtung von Email-Postfächern. Sonderlich übersichtlich ist der Posteingang aber nicht geworden, da gerade einmal vier Emails gleichzeitig untereinander aufs Display passen. Neben POP3 werden auch IMAP-Postfächer unterstützt. Neben Email, SMS, MMS und Audiomitteilungen bietet das 5310 auch die Möglichkeit, Flash-Mitteilungen zu versenden. Unterstützt das Handy des Empfängers ebenfalls diese Spielart, so erscheint bei Erhalt dieser Unterart der SMS nicht nur der Hinweis auf eine neue Nachricht, sondern sofort deren ganzer Text blinkend auf dem Display. Die Ausrede "ich habe deine Nachricht nicht gesehen" dürfte damit hinfällig sein.

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Der Kalender des 5310 bietet seinem Besitzer mit "Erinnerung", "Besprechung", "Anruf", "Geburtstag" und "allgemeine Notiz" fünf Kategorien. Sie werden in der Tages- und Wochenübersicht anschaulich und leicht unterscheidbar aufgelistet. Auch die Kontaktverwaltung ist gut für den Alltag gerüstet. Diverse Details von Adresse über Anruferbild und Kurznamen sowie Firma, Position oder Website lassen sich bequem verwalten und anzeigen. Einzelne Kontakte können zu Gruppen zusammengefasst werden, die wie Einzelkontakte mit Bildern oder speziellen Ruftönen personalisierbar sind. Für die Synchronisation des elektronischen Adressbuches mit Outlook und das Kopieren von Dateien auf den Computer liefert Nokia seine PC Suite auf CD mit. Für den Transfer sollte man das beiliegende Datenkabel nutzen. Doch trotz USB 2.0 vergingen geschlagene sieben Minuten, um 300 Megabyte Musik im Datentransfermodus auf das Handy zu portieren. Bluetooth ist noch langsamer, für einfache PIM-Synchronisation aber ausreichend. Neben A2DP (Advanced Audio Distribution Profile) für den Anschluss drahtloser Stereo-Kopfhörer wird wie bei fast jedem Handy von Nokia auch SAP (SIM Access Protocol) unterstützt, um per Kfz-Freisprecheinrichtung auf die Telefonkontakte zugreifen zu können.

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Drei Spiele hat Nokia auf dem 5310 vorinstalliert, Neues ist leider nicht dabei. Egal, ob man bei City Bloxx Stockwerk für Stockwerk zu einem Hochhaus stapelt, bei Snake III als pummelige Schlange ständig seinem eigenen Körper auszuweichen versucht oder mit MusicGuess sein Musikwissen prüft; umwerfend ist das nicht. Die grafisch anspruchslose Präsentation der Spiele gibt einen Hinweis darauf, was Kishontis JBenchmarks belegen. Die Java-Engine hat mit 305 Punkten zwar ausreichende 2D-Performance, vier bis neun Frames im 3D-Test machen aber klar, dass das blaue Barrenhandy keine Spielkonsole ist. Neben Spielen gibt das 5310 seinem Besitzer noch einige nützliche Anwendungen in die Hand. Im Unterpunkt "Programme" warten sechs Tools auf ihre Aktivierung. Dazu gehört der sehr umfangreiche und lernfähige Umrechner, der zusätzlich zu diversen Volumen, Flächen oder Geldkursen alles mögliche umrechnet, solange man ihn mit entsprechenden Informationen füttert. Weiterhin finden sich dort die Weltzeituhr sowie ein direkter Link für Yahoo! Go, den fürs mobile Web angepassten Yahoo-Dienst. Von hier aus kann auch mit Hilfe der Sensor-Funktion via Bluetooth nach Freunden Ausschau gehalten werden. Ebenfalls sehr hilfreich: die Suche. Mit ihrer Hilfe darf man sich über Windows Live Search oder Yahoos Suchmaschine Begriffe aus dem Internet heraussuchen lassen. Wem das nicht ausreicht, der kann einfach weitere Widgets installieren.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Praxistest: Nokia 5310 XpressMusic

Multitasking ist kein Problem. Ein laufender Musikplayer hindert den 5310-Nutzer nicht am flüssigen Navigieren in den Menüs. Die sind nett animiert und meist auch logisch und übersichtlich angeordnet, nur Sony Ericsson baut derzeit Handys mit ansprechenderer Menüoptik. Ein weiterer Pluspunkt bei Bedienung und Übersicht ist die Active Standby-Ansicht, die direkt auf dem Startbildschirm anstehende Termine anzeigt und Schnellzugriffe auf die wichtigsten Menüpunkte erlaubt. Auch hier darf der Besitzer den Inhalt des Schnellzugriffs selbst bestimmen. Sechs Themes installiert Nokia auf dem 5310, allerdings ähneln sie sich durch die gleiche Farbgebung stark. Die Telefonprofile sind dagegen umfangreich ausgefallen. Zusätzlich zu den vorgefertigten kann der Nutzer auch eigene erstellen. Die Sprachsteuerung, die durch längeres Drücken der Lautstärkewippe aktiviert wird, erleichtert die Bedienung des 5310 zusätzlich. Zu jedem Eintrag im Telefonbuch gibt es ein Namensfeld, dessen Inhalt man sich vom 5610 vorlesen lassen kann. Hat man vorher das Lernprogramm zur Spracherkennung absolviert, darf man diese Teilnehmer oder auch Profile per Sprachbefehl anrufen und aktivieren.

Praxistest: Nokia 5310 XpressMusic
Praxistest: Nokia 5310 XpressMusic

Mit fehlendem Volumen, zu knapp bemessener Lautstärke und unterschwelligem Rauschen klingen Gesprächspartner wenig realistisch. Auch Umgebungsgeräusche nehmen schnell störende Lautstärke an und erschweren die Kommunikation zusätzlich. Die stark schwankende Signalstärkeanzeige macht darüber hinaus deutlich, dass die Empfangsleistung des 5310 nicht über das Mittelmaß hinauskommt. Der Akku hält das 5310 bei wenig Nutzung etwa eine Woche am Leben. Intensivnutzer sollten das Ladegerät aber immer in Reichweite haben. Für mehr als drei Tage reichen die 860 mAh nicht, wenn man Bluetooth aktiviert und dauertelefoniert. Wird ausschließlich der Musikplayer genutzt, markiert das 5310 mit bis zu 20 Stunden Musik am Stück eine gute Laufzeit.

Fazit

Wichtigstes Verkaufsargument für das 5310 XpressMusic ist die ultrakompakte Bauweise, schließlich hat Nokia mit dem 6500 classic nur ein einziges Handy mit ähnlichen Proportionen zu bieten. Auch das geringe Gewicht gefällt. Doch das reicht nicht. Das 5310 wirkt einfach zu oberflächlich. Selbst die Musik wird als wichtigste Funktion zu knapp abgehandelt, lediglich die musikalischen Grundfunktionen fanden Einzug ins 5310. Besonders die Qualität des Headsets lässt deutlich zu wünschen übrig. Auch bei der Verarbeitung hätten die Finnen noch einmal Hand anlegen müssen. So bekommt der Käufer nur ein durchschnittliches Handy mit akzeptablem Musikplayer, das nur mit seinem schlanken Design punkten kann.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

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