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Praxistest: Samsung SGH-G800

 

Praxistest: Samsung SGH-G800

Datum:
21. 02. 2008
Redakteur:
Stefan Schomberg
 

Bei Samsungs SGH-G800 steht die Kamera im Vordergrund und tatsächlich versprechen die technischen Details höchsten Fotogenuss. Doch ist das Handy wirklich "Photographer's Choice", wie die Verpackung selbstbewusst verkündet? Wir haben reingeschaut.

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Lieferumfang / Verarbeitung

Der Lieferumfang ist ziemlich mager ausgefallen. In der eleganten Schachtel stecken nur die üblichen Zutaten wie Handy, Akku, Ladekabel, Stereo-Headset, Datenkabel und Handbuch. Das Fehlen einer microSD-Speicherkarte ist bei einem 5-Megapixel-Handy unverständlich, schließlich läuft der interne Speicher von 150 MB schnell voll, wenn ein einziges Foto locker etwa 2 MB belegt.

Praxistest: Samsung SGH-G800
Praxistest: Samsung SGH-G800

Mit den klotzigen Maßen von 102x52x19 mm und einem Gewicht von 139 Gramm erinnert Samsungs Kamerahandy an Nokias "Computer 2.0" N95, das schon bei seinem Marktstart Mitte 2006 nicht gerade als klein durch ging. Immerhin gelingt es Samsung, das G800 weitaus edler zu gestalten. Dabei glänzt der dicke Schieber im wahrsten Sinne des Wortes, denn abgesehen von der dunklen und nicht spiegelnden Displayoberfläche wird die Front vor allem durch eines geprägt: Chrom. Sowohl die Displayeinfassung als auch die wenigen Tasten der Oberseite glänzen metallisch und ziehen neben Fingerabdrücken auch die Blicke umstehender Menschen auf sich. Das übrige Gehäuse weiß ebenfalls zu gefallen. Dabei spielt es noch nicht einmal eine Rolle, ob hier Kunststoff im Metallic-Look oder echtes Metall Verwendung findet. Unterscheiden kann man die Materialien nämlich kaum. Auch in puncto Verarbeitung überzeugt das G800 auf ganzer Linie. Die Kameralinse wird von einer schicken Metallplatte geschützt, die Oberseite gleitet sanft und doch mit Nachdruck wie auf gut geölten Rollen auf und schnappt mit einem satten Schnalzen ein. Selbst im aufgeschobenen Zustand hat sie nicht einen Millimeter Spielraum und klebt wie festgewachsen an der Unterseite. Selten haben wir einen Schiebemechanismus in ähnlicher Perfektion erlebt. Knirschen oder Knarzen ist dem G800-Gehäuse völlig fremd. Beeindruckend, was die Koreaner da auf die Beine gestellt haben. Beim Display, das 262.144 Farben in QVGA-Auflösung (240x320 Pixel) auf 2,4 Zoll ausbreitet, macht Samsung ebenfalls alles richtig - und doch anders. Irgendwie wirkt das auf den ersten Blick nämlich noch einen Tick heller und brillanter als von vergleichbaren Handys gewohnt. Leichte Treppeneffekte bei der Schrift sind nur bei genauerem Hinschauen sichtbar.

Das elegante Äußere verdankt das G800 nicht zuletzt einer fließenden Integration der Nav- und Telefontasten in das Gehäusedesign. Letztere sind in den glänzenden, umlaufenden Chromrahmen gebettet und dank einer überlegten Anordnung und knackigen Druckpunkten überaus komfortabel bedienbar. Klares Fazit: Sieht gut aus und fühlt sich gut an. Doch nach dem ersten Tippen auf der Zifferntastatur wird schnell eine Schwachstelle deutlich. Während Tastengröße, Abstände und gut ausgeprägte Druckpunkte schnelles SMS-Tempo garantieren, sinkt die Tipp-Geschwindigkeit rapide in den Keller, wenn man seinen Blick von der Tastatur abwendet. Die Tasten sind zwar vertikal und horizontal durch schmale Aussparungen getrennt, allerdings sind diese kaum erfühlbar.

Ausstattung

Praxistest: Samsung SGH-G800
Praxistest: Samsung SGH-G800

Kommen wir zum Herz- und Glanzstück des G800, nämlich zur Kamera. Die bietet nicht nur satte 5 Megapixel, absolutes Killerfeature ist vielmehr der dreifache optische Zoom. Doch selbst das ist noch nicht alles, zusätzlich haben die Koreaner Xenonblitz, Autofokus und Bildstabilisator in das dicke, aber umso schickere Slidergehäuse gestopft. Damit sollten sich doch hervorragende Bilder schießen lassen, oder? Leider nicht, denn schnell stellt sich heraus, dass das Knipsen von scharfen Bildern mit dem G800 in etwa mit einem Sechser im Lotto vergleichbar ist. Ohne Zusatzzahl zwar, dennoch ist uns beides bislang nicht geglückt. Zumindest nicht ohne Hilfe in Form einer Aufstützmöglichkeit. Zwangsberuhigt erscheinen die Fotos dann auf den ersten Blick in höchster Auflösung scharf, detailreich und sehr gut in der Farbwiedergabe. Bei näherer Betrachtung wirken sie zumeist aber so, als ob ein leichter Schleier über ihnen läge. Nächster Stolperstein: der Zoom. Aufgelegt sind dreifach optisch gezoomte Bilder zwar besser als die Ergebnisse der Konkurrenz mit Digitalzoom, dennoch sind sie weit davon entfernt, überragend zu sein. Zudem ist auch hier eine Aufsetzmöglichkeit unabdingbar. Was nützen allerlei technische Finessen, wenn man mit ihnen dennoch nur unter in der Realität fast nie erreichbaren Umständen zu einem guten Ergebnis kommt...?! Auch der Blitz enttäuscht. Er erscheint zwar sehr hell - aber trotz Xenon-Komponente nur auf dem ersten Meter, bei größerem Abstand lässt die Leuchtkraft rapide nach. Das G800 scheint generell Probleme mit der Ausleuchtung und schlechten Lichtverhältnissen zu haben. Aufnahmen in Gebäuden werden trotz Blitz und vermeintlich guter Technik entweder zu dunkel oder unscharf. Durch die Flut an manuellen Einstellungsmöglichkeiten kommt man mitunter zu besseren Ergebnissen, doch wer möchte schon vor jedem Foto an den ISO-Werten herumspielen? Für ein Kamerahandy ist auch der Videomodus mager ausgefallen. Zwar gibt das G800 gedrehte Filmchen recht flott wieder, allerdings kommt es dabei über eine Auflösung von 320x240 Bildpunkten nicht hinaus. Alles in allem liefert die Kamera ein enttäuschendes Ergebnis ab. Einzig die Online-Anbindung hat Samsung hervorragend gelöst: dank des vorinstallierten ShoZu-Clients können eigene Medieninhalte mit nur mit nur wenigen Klicks auf zahlreiche Blogging- und Fotoportale wie etwa Flickr oder BuzzNet hochgeladen werden.

Praxistest: Samsung SGH-G800

Den Musikplayer kann man, um es milde auszudrücken, allenfalls als "klassisch" bezeichnen. Einen Equalizer oder wenigstens die Auswahl von Klangpresets sucht man vergeblich. Das ist bedauerlich und unverständlich, weil sich das G800 zum einen auf alle verbreiteten Musikformate von MP3 über WMA bis AAC versteht (auch DRM-geschützte Dateien werden anstandslos wiedergegeben), und weil Samsung zum anderen angibt, einen speziellen Audiochip mit ICEpower Technology von Bang&Olufsen verbaut zu haben. Der Klang mit dem Headset aus dem Lieferumfang ist denn auch nicht schlecht, Bassliebhaber werden aber definitiv nicht auf ihre Kosten kommen. Ein besonderes Lob verdienen sich hingegen die Stereolautsprecher des G800, sie produzieren bei recht hoher Lautstärke so gut wie keine Verzerrungen und klingen dabei sogar noch vergleichsweise voll. Beim Sortieren und Ordnen der Musiksammlung unterscheidet das Handy der Koreaner nach den bekannten Kriterien wie Interpreten oder Genres, natürlich darf der Nutzer auch eigene Wiedergabelisten erstellen. Die optische Darstellung des Players ist zwar schlicht, aber dennoch gelungen. Coverarts werden in einem kleinen Fenster im oberen Drittel des Displays angezeigt. Auch das UKW-Radio kommt ziemlich nüchtern rüber.

Die Koreaner haben dem Schiebehandy eine HSDPA-Antenne spendiert, die theoretisch Downloadraten bis 7,2 MBit/s schafft. Diese Geschwindigkeit wird von den Netzbetreibern bisher zwar nur punktuell unterstützt, doch auch "ohne" ist man im Internet flott unterwegs. Der Access NetFront-Browser stellt selbst große Seiten fehlerfrei in ganzer HTML-Pracht dar. Wem die Seiten in der Desktop-Ansicht auf dem kleinen Display zu unübersichtlich werden, der darf fast stufenlos hinein- oder hinauszoomen. Ein Verlauf unterstützt den User beim surfen im WWW, zusätzlich sorgen eine Favoritenverwaltung und die Möglichkeit, RSS-Feeds zu abonnieren für etwas Komfort. Das G800 bietet in dieser Hinsicht zwar deutlich weniger als Nokias S60-Geräte, für gelegentliche Ausflüge ins Netz ist dieses "weniger" aber völlig ausreichend. Die Einrichtung von Email-Postfächern klappt sowohl bei POP3-, als auch bei IMAP4-Zugängen problemlos, ist aber etwas fummeliger als bei der Konkurrenz, da bekannte Provider-Einstellungen nicht vorab gespeichert sind. Eine Email-Maschine wird das G800 ohnehin nicht werden, im Posteingang werden gerade einmal drei Mails untereinander in viel zu großen Buchstaben angezeigt, das obere Drittel des Bildschirms wird darüber hinaus permanent von einer noch größeren und nutzlosen Menübezeichnung beansprucht. Die Kontaktverwaltung erscheint hingegen sehr übersichtlich - das könnte aber auch damit zusammenhängen, dass sie sich auf die wesentlichen Felder beschränkt. Auch der Kalender kommt nicht gerade übermäßig opulent daher, wirkt im Gegenzug aber sehr aufgeräumt und weist sogar auf sich überschneidende Termine hin.

Praxistest: Samsung SGH-G800

Dank TriBand-GSM und HSDPA steht nahezu weltweiter Erreichbarkeit und dem schnellen Dateidownload nichts im Wege. Letzteres klappt allerdings nur übers Mobilfunknetz, da dem Handy ein WLAN-Chip fehlt. Im Nahbereich muss der Nutzer mit Bluetooth 2.0 und dem USB2.0-Kabel auskommen. Zu den erweiterten Bluetooth-Funktionen zählt das A2D-Profil für den Anschluss drahtloser Kopfhörer, der Direktdruck von Fotos auf kompatiblen Bluetooth-Fotodruckern, die Übertragung von Kontaktinformationen via virtueller Visitenkarte und last but not least sogar SAP. Ist das Handy einmal mit dem PC verbunden, brilliert Samsungs PC Studio wie gewohnt mit umfassenden und wirklich nützlichen Funktionen. Dazu zählt zunächst der elementare Abgleich mit Outlook, den das G800 fehlerfrei und schnell bewerkstelligt. Wer Microsofts Software nicht auf seinem PC einsetzt, kann dennoch seine Kontakte auf dem Laufenden halten; der dafür verantwortliche Bestandteil des PC Studios erlaubt das direkte Editieren von Kontakt- und Kalenderdaten am PC-Bildschirm. Beim Thema Remote-Synchronisation lässt Samsung den Nutzer hingegen im Regen stehen. Das entsprechende Protokoll zur Synchronisation des Adressbuches mit entfernten Servern, wie sie etwa ZYB und viele Netzbetreiber anbieten, fehlt leider.

Dass das G800 ist kein multimediales Unterhaltungsgenie, sondern ein Kamerahandy ist, zeigt nicht zuletzt die Überprüfung der Java-Leistung. Gerade einmal 140 Punkte liefert der Edelslider im JBenchmark2, mit unglaublich langsamen 6 Bildern pro Sekunde ruckelt man durch virtuelle 3D-Labyrinthe. Für anspruchsvolle Spiele ist das G800 damit vollkommen ungeeignet. Da verwundert es kaum, wenn man ab Werk nicht ein einziges Spiel auf dem Handy vorfindet. Immerhin wirkt sich die schwache Hardware kaum auf die Systemgeschwindigkeit aus. Beim Wechsel in vorinstallierte Anwendungen wie Weltuhr, Rechner, Umrechner, Timer oder Stoppuhr verzeichneten wir weder Hakeln noch Ruckeln - das könnte aber auch daran liegen, dass die genannten Anwendungen grafisch ziemlich dürftig und damit nicht besonders rechenintensiv ausfallen.

Telefonfunktionen / Ausdauer

Praxistest: Samsung SGH-G800
Praxistest: Samsung SGH-G800

Generell erscheint das 3x4 Raster des Hauptmenüs übersichtlich und selbsterklärend, allerdings auch ziemlich trist. Noch langweiliger wird's bei den Themes, denn es gibt schlichtweg keine. Beim G800 bleibt man an eine schwarz-weiße, überwiegend listenbasierte Oberfläche gefesselt, die unweigerlich Erinnerungen an die letzte Steuererklärung aufkommen lässt. So müssen Bilder als Hintergrund neben dem so genannten uGo-Desktop, der abhängig vom aktuellen Aufenthaltort des Handys und der Tageszeit das Motiv dynamisch anpasst, als Verschönerung der Einöde ausreichen. Die Statussymbole am oberen Displayrand sind immerhin intuitiv und verständlich und geben auf einen Blick Aufschluss über Bluetooth-Aktivität, Alarme, ungelesene Emails oder das aktuelle Telefonprofil. Von den letztgenannten gibt Samsung dem G800 sechs Stück mit auf den Weg, die natürlich ganz an den eigenen Geschmack angepasst werden dürfen und von denen eines ab Werk die gesamte Funkverbindung zur Außenwelt kappt. Warum der koreanische Hersteller allerdings bei einem Highendgerät komplett auf eine Sprachsteuerung verzichtet, bleibt rätselhaft.

Praxistest: Samsung SGH-G800

Die Sprachqualität des G800 ist von hoher Lautstärke und sattem, vollem Klang geprägt. Darüber hinaus werden Nebengeräusche vom Handy gut heraus gefiltert. Auch die Antenne präsentiert sich auf der Höhe der Zeit und garantiert in schwächer abgedeckten Regionen Erreichbarkeit, kommt aber nicht ganz an die Highend-Konkurrenz wie etwa Nokias N95 heran. Auffallend war die lange Dauer, die das G800 für die Wiedereinwahl nach Netzverlust benötigte. Herausragend schlug sich demgegenüber der 1000 mAh starke Akku des dickbauchigen Kamerahandys. In der letzten Zeit erreichte kaum ein anderes Gerät, egal ob Highend oder Mittelklasse, während unseres intensiven Testbetriebes durchschnittliche Standby-Zeiten von etwa 5 Tagen. Wenig-Telefonierer und -Nutzer könnten damit tatsächlich knapp an einen 14-Tagerythmus zum Aufladen herankommen. Unter 3 Tage wird das G800 wohl nur fallen, wenn man sich permanent in einem Funkloch aufhält und dabei Serienbilder knipst.

Fazit

Was haben wir uns gefreut. Endlich mal wieder ein Kamerahandy mit optischem Zoom! Und wie ernüchtert waren wir nach den ersten Schnappschüssen. Das sollen 5 Megapixel sein? Und was macht der Bildstabilisator? Und der Blitz? Und noch viel schlimmer: der optische Zoom?!? Was soll man mit einer Handykamera, die trotz Bildstabi nur aufgelegt scharfe Bilder schießt oder mit einem Blitz, der in etwa an die Leuchtkraft einer Kerze herankommt? Und was soll man mit einem Soundchip mit ICEpower Technology von Bang&Olufsen, wenn nicht einmal ein Equalizer oder wenigstens Klangpresets vorhanden sind? Fragen über Fragen. Doch Stop! Das G800 ist weit davon entfernt, nur Elektronik-Schrott zu sein. Der dicke Schieber überrascht auf anderen Feldern: etwa mit einem eleganten Design und einer Verarbeitung, die derzeit von keinem anderen Handy übertroffen wird. Das gleiche gilt für die überaus lange Akkulaufzeit. Hinzu treten HSDPA mit 7,2 MBit/s und ein breites Bluetooth-Spektrum, das von A2DP bis SAP reicht. Ob das aber genügend Argumente sind, um sich ein derartig klotziges Handy zu kaufen, muss jeder selbst entscheiden. Als Kamerahandy ist das G800 jedenfalls durchgefallen.

Den ausführlichen Praxis-Test gibt es bei Areamobile

 

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